Ein Gastbeitrag, zusammengestellt aus internationaler Literatur von A. Zverev 2003-2005

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Soja

Phytoöstrogene, die gute und die schlechte Seite von Soja
Inhalt
1
Definition Flavonoide - Isoflavonoide
2
Allgemeine Meinung zu Phytoöstrogenen
3
Die dunkle Seite der Phytoöstrogene
4
Literatur

1. Flavonoide - Isoflavonoide

Flavonoide sind weit verbreitete gelbe (= Flavonole, z.B. Quercetin) oder rot-violette Farbstoffe (= Anthozyane). Flavonoide sind fast in allen Obst- und Gemüsearten enthalten, z.B. in Äpfeln, Birnen, Beerenobst, Zitrusfrüchte, Pflaumen, Trauben, in Blattsalaten, Blumenkohl, Erbsen, Bohnen, Rot-, Weißkohl, Wirsing u.v.m.

Quercitin(3,3',4',5,7-Penta-hydroxyflavon)
Cyanidin (Cy) Anthocyan

Unter dem Begriff Phenolsäuren werden die Phenolsäuren (z.B. Gallussäure, Ellagsäure) und die Hydroxyzimtsäuren (z.B. Kaffeesäure, Ferulasäure) zusammen gefasst. Phenolsäuren schützen Pflanzengewebe vor Oxidation. Phenolsäuren sind z.B. enthalten in Beerenobst, Äpfeln, Kirschen, Trauben,Kohlarten, Lauch, Blattsalaten u.v.m.
Phenolsäuren und Flavonoide kommen vorwiegend in den Randschichten von Obst und Gemüse vor. Schälen von Äpfeln oder Enthäuten von Tomaten kann die Substanzen nahezu vollständig entfernen. Generell ist der Gehalt an Phenolsäuren und Flavonoiden in verarbeiteten Lebensmitteln um ca. 50% niedriger als bei frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln. Wegen ihrer Oxidationsempfindlichkeit werden sie während der Lagerung abgebaut.

Isoflavonoide (z.B. Genistein) und Lignane zählen zu den Phytoöstrogenen. Isoflavonoide sind relativ selten anzutreffen, sie kommen z.B. in Sojabohnen vor. Lignane sind die Ausgangssubstanz für den Zellwandbestandteil Lignin und kommt in hohen Konzentrationen in Leinsamen vor, auch in Vollkorngetreide (Aleuronschicht).

Genistein (4',5,7-Trihydroxy-isoflavon)

Daizein (4',7-Dihydroxy-isoflavon)

Östradiol ein Östrogen (Cholesterinderivat)
2. Allgemeine Meinung zu Phytoöstrogenen:

Epidemiologische Studien aus Asien zeigen immer wieder, dass dort das Risiko für homonabhängige Krebserkrankungen geringer ist. Dies gilt für Brustkrebs und Prostatakrebs. Das wissenschaftliche Interesse konzentrierte sich auf die asiatischen Ernährungsgewohnheiten und fand besonders die große Menge an Soja-Produkten.

Insgesamt kann man sagen, daß der regelmässige Verzehr von Soja-Produkten - z.B. Tofu - zu einem erhöhten Isoflavon-Anteil in der Nahrung führt mit den oben erwähnter Präventionseffekten vor allem für Brust-, Darm, Prostata- und Blasenkrebs.

Auch bei vorhandener Erkrankung ist diese Ernährungsform sinnvoll. Präventive Effekte auf den Knochenstoffwechsel (Knochendichte) und das Herz-Kreislaufsystem sind ebenfalls zu erwarten. Oft werden Phytoöstrogene bei Beschwerden in der Menopause empfohlen.

3. Die dunkle Seite der Phytoöstrogene:

Die Sojaindustrie und Medien stellen die Vorzüge von Sojaprodukten bzw. Phytoöstrogenen zu postiv dar!

Die Aufnahme von Phytoöstrogenen durch Mensch und Tier kann sehr hoch sein, besonders Isoflavone, die in vielen Nahrungsmitteln vorhanden sind. Genistein, Daizein, Formononetin und Equol sind z.B. alle in Klee vorhanden. Die Unfruchtbarkeit bei Schafen, "Kleekrankheit", wurde auf Isoflavon Konzentrationen von max. 5% des Trockengewichts von Klee zurückgeführt (Verdeal and Ryan 1979).
Phytoöstrogene verhalten sich wie Hormone, docken an einen der beiden bekannten Östrogenrezeptoren an und beeinflussen wie alle Hormone bei zu viel oder zu wenig hormonabhängige Gewbefunktionen.

Abb. 1 Hormondrüsen

Die Abb. 1 zeigt Östrogenrezeptoren an verschiedenen Organen. Das bedeutet, daß Phytoöstrogene dort wirken. Die Affinität zum Rezeptor ist allerdings deutlich geringer wie bei den Östrogenen. Genistein aus Soja wirkt z.B. hauptsächlich am ß-Rezeptor.
Weiterhin blocken manche Phytoöstrogene andere aktivieren die Rezeptoren. Das Isoflavon Genistein ist auch ein Inhibitor der Thyroid Peroxidase (TPO); Dies führt zu einer verstärkten Produktion des Thyroid Stimulating Hormone (TSH) und folglich einer Abnahme von Thyroxin (T4).

Folge Hypothyreose (= Schilddrüsenunterfunktion) und Kropf.

Viele der verbreiteten positiven Wirkungen basieren auf Vermutungen und keinen klaren Nachweisen. Auch die nachfolgenden Erkenntnisse werden weitgehend von der Sojaindustrie verschwiegen:

NEGATIV:

  • Hohe Dosen von Phytinsäure in der Sojabohne reduzieren die Resorption von Calzium, Magnesium, Kupfer, Eisen und Zink. Phytinsäurewird durch die üblichen Aufbereitungs- und Garverfahren nicht neutralisiert. Hohe Phytatkonzentrationen führen bei Kindern zu Wachstumsproblemen.
  • Trypsin Inhibitoren in Soja führen zu Mängeln bei der Proteinverdauung und stören die Funktion der Bauchspeicheldrüse. ( siehe auch Tierversuche)
  • Phytoöstrogene unterbrechen die hormonelle Wirkung an verschiedenen Stellen und führen zu Unfruchtbarkeit bzw. rufen Brustkrebs bei erwachsenen Frauen hervor.
  • Vitamin B12 Analoga in Soja werden nicht redorbiert (=im Darm aufgenommen) und erhöhen so den Bedarf von B12.
  • Sojaprodukte erhöhen den Vitamin D-Bedarf.
  • Bei der Verabeitung von Soja entstehen das giftige Lysinoalanin und stark krebserregende Nitrosamine.
  • Soja-haltige Produkte enthalten hohe Aluminuim-Konzentrationen was für das Nervensystem und die Nieren giftig ist.
  • Phytoöstrogene unterbrechen die Schilddrüsenfuktion. Dies kann zu dauerhaften Schädigungen, Kropf und Hypothyreodismus führen. Phytoöstrogene beinflussen die Fruchtbarkeit von Mensch und Tier . Sie machen unfruchtbar!
  • Neben der Hypothyreose können auch Schilddrüsenkrebs und bei Kindern Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse hervorgerufen werden.

Positiv:

  • In der Menopause der Frau können die Phytoöstrogen aus Soja jedoch die Hitzewallungen reduzieren (+)

Folgerung:

  • Verzicht von Sojaprodukte, keinesfalls Kleinkinder damit füttern.

Nachfolgend Lebensmittel mit ihrem Phytoöstrogengehalt:

Lebensmittel 

Phytoöstrogengehalt (m g/g)

 
Tofu
257
Sojabohnen, gekocht
1294
Sojasprossen
578
Sojamehl
656-168
Tempeh
513
Sojapaste
336
Sojamilch
54
Misopaste
644
Alfalfasprossen
51
Grüne Bohnen, roh
1,5
Limabohnen, getrocknet
14,8
Weiße Bohnen, getrocknet
15,2
Mungobohnen, getrocknet
6,1
Kichererbsen, getrocknet
15,2
Kidneybohnen, gekocht
4,1
Runde Schälerbsen, getrocknet  
81,1
Sojaflocken
366-501
Leinsamen
675-808
Haferflocken
2
Haferkleie
7
Weizen
5
Roggen
2-6

Linsen, getrocknet

18

4. Literatur:

  1. Auszüge aus : Phytoestrogens; The endocrine disruptors in soy: http://www.soyonlineservice.co.nz/
  2. http://www.medichi.de/de/dept_30.html
  3. http://www.som.tulane.edu/ecme/eehome/basics/phytoestrogens/
  4. http://www.dge.de/Media/PDF/Abstract_Phytooestrogene_Dr_Armin_Zittermann.pdf

A. Zverev 10/2005