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Überlegen wir mal, wieviele
verschiedene Stoffe bei der Besprechung der Zellbestandteile vorkamen?
Und welche waren die wichtigsten?
Sicherlich sind die Nährstoffe mit am wichtigsten.
Allgemein für Organismen werden folgende Stoffe Hauptnährstoffe
genannt:
Kohlenhydrate, Fette
(Lipide) und Eiweiße
(Proteine), daneben Wasser.
Wir wollen uns nun mit den Proteinen als eine für
Zellen wichtige Stoffgruppe beschäftigen.
Testen Sie sich selbst! Was wissen Sie bisher über
Proteine?
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Wo werden in
der Zelle Eiweiße hergestellt? |
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Am Aufbau welcher
Zellstrukturen sind Proteine beteiligt? |
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Welche Aufgaben
haben Proteine in der Zelle? |
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Welche
Proteine kennen Sie eventuell aus der Werbung oder aus der Ernährung?
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Nach der Beantwortung dieser Fragen wird einem
klar, dass Proteine wesentlich zum Aufbau und Funktionieren einer
Zelle beitragen. Nachfolgend soll der Aufbau und die Funktion der
Proteine besprochen werden.
Ein paar kleine Tests geben Auskunft, aus welchen
Elementen Proteine bestehen:
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Erhitzt
man z. B. Käse, Fleisch, Mehl, Haare und Leder in
konzentrierter Lauge und hält feuchtes Universalindikatorpapier
in die Reagenzglasmündung, erhält man eine blaue
Färbung, ein |
Zeichen für das Entweichen von Ammoniak.
Proteine enthalten also das Element
Stickstoff (N).
Verdünnt man die Lösung mit H2O
und gibt etwas Bleiacetatlösung dazu, erhält man
einen schwarzen Niederschlag von Bleisulfid.
Proteine enthalten demnach ebenfalls
Schwefel (S).
Erhitzt man Hühnereiweiß
(es müßte eigentlich Eiklar heißen) wird
es weiß, es gerinnt. Offensichtlich wird durch Erhitzen
die Struktur von Proteinen verändert.
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Da Proteine organische Stoffe sind, müssen
ebenfalls Kohlenstoff, Wasserstoff und eventuell Sauerstoff
enthalten sein.
Der Nobelpreisträger LinusPauling
hat 1951 wesentlich zur Aufklärung der räumlichen Struktur
der Eiweiße beigetragen. Sie gelang mit Hilfe der Röntgenstrukturanalyse,
bei der ein Kristall des zu untersuchenden Stoffes gezüchtet
wird, der dann mit Röntgenstrahlen durchleuchtet wird. Diese
werden charakteristisch an den Atomen gebeugt. Aus der Ablenkung
der Strahlen werden die räumliche Struktur und die Atompositionen
errechnet. Danach kann man heute mit dem Computer ein Modell des
Moleküls erzeugen.

Proteine bestehen aus Makromolekülen
( = Riesenmoleküle). Solche Moleküle sind immer aus sich
wiederholenden Bausteinen aufgebaut wie z. B. eine Perlenkette.
1.2.2 Struktur und
Einteilung von Aminosäuren
Um sich miteinander verbinden zu können,
benötigen die Bausteine sozusagen 2 "Bindearme":

Die Proteinmoleküle entsprechen der Kette
mit verschiedenen Bausteinen. Die "Bindearme" sind
spezielle funktionelle Gruppen.
Interessanterweise hat man bei der Untersuchung von Proteinen, egal
aus welchem Organismus immer nur 20 verschiedene Bausteine
gefunden. Diese heißen Aminosäuren. Sie haben
alle eine typische Struktur.
Die allgemeine Formel ist rechts abgebildet.
Ein solches Molekül bildet einen Baustein eines Proteins. Im
Molekül sind 2 funktionelle Gruppen zu sehen: die Carboxylgruppe
-COOH und die Aminogruppe
-NH2. Mit diesen Gruppen wird die Verbindung zu den anderen
Bausteinen geknüpft. Dabei verbindet sich die Carboxylgruppe
der einen Aminosäure mit der Aminogruppe der anderen. Die
Bindung heißt Peptidbindung.
Die Reste sind bei den 20 biologisch wichtigen Aminosäuren
verschieden.
Die oben abgebildete Formel wird der tatsächlichen
räumlichen Struktur nicht gerecht. Die 4 Bindungen am C-Atom
sind tatsächlich in die Ecken eines Tetraeders
(Pyramide mt 4 Flächen) gerichtet. Da dies schwer darzustellen
ist, benützt man obige Form.
Von den 20 Aminosäuren haben wiederum ca.
5 besondere Bedeutung für die Zelle. Wir werden Ihnen später
öfters begegnen. Dies sind die Aminosäuren Alanin, Glycin,
Glutaminsäure, Cystein und Phenylalanin die in 3 Formen dargestellt
sind:
- in der normalen
Fischer-Projektion oben
- in einer
reduzierten Form nur mit funktionellen Gruppen und dem
Rest
- einem 3D Ball-und
Stick-Modell
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Phenylalanin
(Phe)
C9H11NO2
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Cystein
(Cys)
C3H7NO2S
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Man sollte sich die normale Form merken. Die reduzierte
Form eignet sich gut , wenn die Aminosäuren als Bausteine in
einer Kette dienen.
Die Summenformeln braucht man sich nicht zu merken,
sehr wohl jedoch die Abkürzungen Ala, Gly, Glu, Cys, Phe.
So läßt sich natürlich leicht eine
Kette darstellen z.B. Cys-Glu-Ala-Phe-Gly. Man nennt ein
solches Molekül ein Peptid.
Alle Aminosäuren sehen Sie auf folgender
Abbildung:
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