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Enzyme können durch andere Stoffe ( = Inhibitoren
= Hemmstoffe) in ihrer Aktivität gehemmt werden. Man unterscheidet
reversible ( rückgängigmachbare)
und irreversible (nicht
rückgängigmachbare) Hemmung. Man kennt jeweils 2 Formen:
kompetitiv und nicht kompetitiv (z.B. allosterisch):

Reversibel
sind Inhibitionen, bei denen sich der Inhibitor wieder vom Enzym
ablösen kann. Man unterscheidet Kompetitive
Inhibitoren, die an der aktiven Stelle
binden und nichtkompetitive
Hemmstoffe, die an einer anderen Stelle
des Enzyms binden und die Enzymaktivität hemmen.
Irreversibel
sind solche, bei denn der Inhibitor an der aktiven Stelle kovalent
oder fest gebunden bleibt. Das Enzym ist sozusagen "vergiftet"
und kann nicht mehr an der Katalyse teilnehmen. Es muß neu
hergestellt werden.
Kompetitive Hemmung:
Bei der kompetitiven Hemmung ähnelt der Hemmstoff
(kompetitiver Inhibitor) dem
Substrat in seiner chemischen Struktur. Kommt der kompetitive Inhibitor
an die aktive Stelle, wird er dort festgehalten (Enzym-Inhibitor-Komplex),
es kommt jedoch zu keinem für die Zelle sinnvollen Produkt.
Somit ist das Enzym mit dem "falschen Substrat" beschäftigt
und für die Katalyse des richtigen Substrats blockiert.


Der Inhibitor kann aber wieder von der aktiven
Stelle wegdiffundieren. Gibt man wieder mehr Substrat dazu, nimmt
die Zahl der Enzyme zu, die sich mit dem richtigen Substrat beschäftigen
und die Hemmung wird reversibel.
Bei einer kompetitiven Hemmung wird also mehr
Substrat benötigt, um die maximale Enzymaktivität zu erreichen.
Als Beispiel soll uns
L-Benzylsuccinat dienen, das das Verdauungsenzym Carboxypeptidase
kompetitiv hemmt Abb. 43:
Weitere Beispiele für Kompetitive
Hemmung:
Die Bernsteinsäuredehydrogenase,
ein Enzym der Mitochondrien hat als Substrat Bernsteinsäure
und wird durch Malonsäure gehemmt.
Die Acetylcholinesterase,
ein Enzym in Nervenzellen hat als Substrat Acetylcholin und
wird durch Tacrin kompetitiv gehemmt. Das Medikament wird
bei der Alzheimerkrankheit verabreicht.
Nichtkompetitive Hemmung
Bei der nichtkompetitiven
Hemmung lagert sich der Inhibitor nicht an die aktive
Stelle sondern an eine andere Position (allosterisch) am
Molekül an. Dadurch ändert sich die Konformation so, daß
das Enzym inaktiviert wird.
Allosterische Inhibitoren blockieren einen Teil
der Enzyme, die dann nicht mehr für die Katalyse zur Verfügung
stehen. Links ist das Verdauungsenzym Trypsin mit
einem allosterischen Inhibitor (Kallikrein A, grasgrün
oben) zu sehen.
Endprodukthemmung
Unter Endprodukthemmung
versteht man eine Form der allosterischen Hemmung, bei der ein Produkt
einer Enzymkette ein früheres Enzym der Kette allosterisch
hemmt. Im Stoffwechsel gibt es viele solche Enzymketten. Auf diese
Weise regelt sich der Stoffwechsel selbst.
In Abb. 48 ist die
Endprodukthemmung der Threonindesaminase im Aminosäurestoffwechsel
zu sehen. Das Enzym wird allosterisch durch das Endprodukt Isoleucin
gehemmt.
Ist wenig Produkt da, wird es nachgebildet, ist
viel Produkt da, hemmt es seine Entstehung.
Viele Stoffwechselwege werden
so geregelt, z.B. die Zellatmung, der Vorgang der aus der
aufgenommenen Glucose in den Mitochondrien ATP herstellt. Dabei
wird ein Enzym in der Mitte der Kette: Citratsynthetase
allosterisch durch das Endprodukt ATP gehemmt.
Irreversible Hemmung
Bei der irreversiblen Hemmung wird das Enzym durch
einen fest an der aktiven Stelle gebundenen Inhibitor blockiert.
Diisopropylfluorophosphat
(DIFP) hemmt irreversibel Serin Proteasen
und andere Enzyme. Sogenannte Alkylphosphate
(z. B. auch als Kampfgase wie Sarin und in Insektiziden vorhanden)
binden sich kovalent an die Acetylcholinesterase.
Dieses Enzym sorgt für die Weiterleitung von Nervenimpulsen.
Die Organismen sterben an Lähmung der Organfunktion.

CN- -Ionen
Die Enzyme, die direkt an der ATP-Gewinnung in
den Mitochondrien beteiligt sind (Cytochrome) lassen sich
durch Cyanid-Ionen (CN-; Zynakali) irreversibel
hemmen.
Schwermetalle
Viele Enzyme werden durch Schwermetalle
wie Hg++, Cd++,
As++ und Pb++ gehemmt,
z. B. GAPD. Dabei binden sich die Metallionen an eine -SH-oder
OH-Gruppe an der aktiven Stelle.
Protein-SH + Pb2+
+ HS-Protein -----> Protein-S-Pb-S-Protein + 2H+
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