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1.3.1 Einführung
Nun wollen wir uns eine der wichtigsten Proteingruppen
genauer anschauen, die Enzyme. Sie können sich noch
an unserer Vergleich zu Beginn erinnern:
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Die Zelle ist eine Fabrik, die Zellorganellen
sind die Maschinen und die Enzyme
sind die Arbeiter.
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Jede ausgewachsene Zelle kann als eine Art Spezialfabrik
angesehen werden, die spezielle Produkte herstellt. Die werden in
den verschiedenen Abteilungen an speziellen Maschinen (Zellorganellen)
hergestellt. Zwar hat jede Zelle eine gewisse Menge gleicher Stoffwechselprodukte,
jedoch unterscheidet sich z. B. eine Leberzelle mit ihrem Stoffwechsel
von einer Gehirnzelle aufgrund ihrer unterschiedlichen Funktion.
Deshalb findet man auch in den Zellen teilweise gleiche Enzyme,
teilweise sehr spezifische.
Bisher haben wir meist nur über Stukturen
gesprochen: wie sieht dies aus, wie ist das aufgebaut. Nun
wollen wir auch über Vorgänge sprechen, nämlich wie
werden durch die Enzyme Stoffwechselvorgänge ermöglicht?
Machen wir ein paar kleine Versuche, um der Wirkungsweise
von Enzymen auf die Spur zu kommen.
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Dazu verwenden wir H202.
Dieser Stoff ist eine wasserklare, ätzende
Flüssigkeit, der in geringer Menge in atmosphärischen
Niederschlägen vorkommt. Er entsteht allgemein
bei der Oxidation anorganischer wie organischer Stoffe
an der Luft und ist in
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Organismen ebenfalls ein Nebenprodukt
der Oxidation.
H2O2 zerfällt leicht und wirkt als
kräftiges Oxidationsmittel. Wegen seines leichten Zerfalls
wird es in schwarzen Kunststoffbehältern aufbewahrt, da
durch Licht der Zerfall beschleunigt wird. Es zerfällt
exotherm
2H2O2 => 2H2O + O2
DH= - 193 KJ .
Der Zerfall würde an Sonnenlicht
je nach Menge Tage bis Wochen gehen.
Man könnte natürlich mit Erhitzen
die Reaktionsgeschwindigkeit erhöhen.
1. Gibt
man nun in ein Reagenzglas zu ein wenig H2O2
eine geringe Menge MnO2 (Mangan (IV)oxid =
Braunstein), kann man eine heftige Reaktion beobachten, bei
der ein Gas freigesetzt wird. Die Spanprobe beweist, daß
es Sauerstoff ist. Durch Verdampfen läßt sich
das verwendete Braunstein wieder zurückgewinnen.
Folgerung:
Braunstein beschleunigt die Zersetzung von H2O2,
ohne sich dabei zu verändern und bei Normaltemperatur.
Solche Stoffe nennt man
Katalysatoren.
MnO2 wirkt
katalytisch.
2.
Gibt man nun auf eine Kartoffelscheibe oder ein Stück
Leber ebenfalls etwas H2O2, stellt man
sofort Schaumbildung fest. Der Verdacht liegt nahe,
daß auch hier H2O2 in O2
und H2O zersetzt wird, nur wer beschleunigt den
Vorgang in Pflanzen- oder Tierzellen.?
Dazu machen wir einen weiteren Versuch.
3. Kocht man die Kartoffel und gibt
dann nochmals H2O2 auf ein gekochte
Kartoffelscheibe erfolgt keine Reaktion.
Folgerung:
Das was H2O2 zersetzt hat, ist durch
die Wärmeeinwirkung inaktiviert worden.
Mit dem Enzym
Urease
(oder Amylase) kann ebenfalls gut experimentiert werden. Experiment
durchführen?
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Wir kennen Stoffe, die durch Hitzeeinwirkung zerstört
werden: Proteine!
Und Proteine, die katalytisch wirken nennt man
Enzyme. Den Stoff, den Enzyme
umsetzen nennt man Substrat.
In Zellen befinden sich also Proteine, die Reaktionen
katalysieren können. Reaktionen in Zellen sind biochemische
Reaktionen und deshalb bezeichnet man Enzyme als Biokatalysatoren.
Die biochemischen Reaktionen finden bei ca. 37°C
in einer wässrigen Lösung (z. B. Cytoplasma ) statt, ganz
im Gegensatz zu Reaktionen in der organischen Chemie. Um zum Beispiel
Fette in Seifen umzuwandlen, muß man sie mit konzentrierter
Natronlauge stundenlang kochen. Enzyme namens Lipasen machen
das gleiche bei Körpertemperatur.
Ohne Enzyme würde unsere zelluläre
Biochemie nicht ablaufen, d.h. Leben gäbe es nicht!
Das Enzym das z. B. in Leber und Kartoffel die
Zersetzung von H2O2 beschleunigt heißt
Katalase. Die Katalase
ist in Zellen in den Peroxysomen
enthalten, hat als Substrat H2O2 und besitzt
folgende räumliche Struktur:
Katalase besteht aus
einer Polypeptidkette und besitzt Häm
(siehe unten) (Fe-haltiger roter Farbstoff) als prosthetische Gruppe,
ist also ein Proteid.
Solche organischen Kofaktoren
nennt man Koenzyme.
Dies ist typisch für die meisten Enzyme.
Im Übrigen gibt es eine Erbkrankheit,
Katalase betreffend: das Zellweger Syndrom, bei dem durch
Fehlen der Peroxisomen die Katalase im Cytoplasma auftritt. Die
Krankheit führt wenige Wochen nach der Geburt wegen schwerster
Defekte an verschiedenen Organen zum Tod.
Stellt sich natürlich die Frage, wie die
Enzyme eine Reaktion beschleunigen können, ohne an ihr als
Produkt oder Edukt teilzuhaben? Diese Frage wollen wir im nächsten
Kapitel angehen.
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Abb. 1
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MnO2
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Abb. 2
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Experiment
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Abb. 3
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Katalasetest
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Zugabe von H2O2 zu einer Bakterienkultur
zeigt das Vorhandensein von Katalase
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Abb. 4
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Peroxisom mit Katalase
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Quelle: Armleucheralge (Chara zeylanica)

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Abb. 5
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Katalase
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3D
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Abb. 6
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Häm
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Zur Reaktion wird noch ein organischer Kofaktor
( = Hilfsstoff) benötigt: NADPH, ein Stoff der
e- übertragen kann.
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