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1.5 Genetik von Bakterien und Viren |
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| 1.5.3 Bau und Vermehrung von Viren, Transduktion | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Viren ( Singular: das Virus) wurden kurz im Biologiekurs Klasse 11 behandelt. Außerdem kennen wir schon das HIV-Virus aus der Immunbiologie, Biokurs Klasse 12. Wir wissen also, daß Viren definitionsgemäß keine Lebewesen sind, denn sie bestehen nicht aus Zellen. Lebewesen besitzen die Kennzeichen des Lebens, Viren benutzen Zellen (eu- und prokaryontisch), um sich fortzupflanzen. Dies ist das einzige Kennzeichen des Lebens, das sie besitzen. Man könnte sagen, sie stehen an der Schwelle zum Leben. Seit mehr als 100 Jahren weiß man von der Existenz dieser potentiellen Krankheitserreger. Viele Infektionskrankheiten bei Mensch, Tier und Pflanze haben als Ursache Viren: z.B. Schnupfen, Grippe, Masern, Röteln, Mumps, Windpocken, Hepatitis, Hirnhautenztündung usw. Erst seit der 1959 konnte man sich mit Hilfe des Elektronenmikroskops ein Bild von ihnen machen. Seit 1966 klassifiziert man Viren nach dem International Committee on Taxonomy of Viruses (ICTV) entsprechend den Organismen wie folgt:
Man kennt derzeit 20 verschiedene Virenfamilien, die Mensch und Tier befallen. Einige wichtige Virus-Familien sind:
Allgemeiner Aufbau Viren sind Partikel mit einer Größe zwischen 20 bis 300 Nanometer (nm) und bestehen aus einer Proteinhülle (= Capsid), die je nach Vermehrungszyklus noch Lipoide enthalten können. Innerhalb dieser Hülle ist Nukleinsäure in Form von DNA oder RNA eingeschlossen. Deshalb kann man die Viren auch in
einteilen. In Abb. 119 ein relativer Größenvergleich eines großen Virus mit einer Bakterien- und eukaryontischen Zelle. In einem Stecknadelkopf haben ca. 500 Millionen Rhinoviren (Schnupfen) Platz. Die Proteinhülle der meisten Viren besteht besitzt entweder die
In der Abb. oben ist ein gefärbtes ELMI-Bild eines TMV-Virus zu sehen, (außergewöhnlich ist die Stäbchenform) und in Abb. 121 ein Influenza-Virus oder Grippe-Virus. Neben den vielen rundlich gebauten Viren mit Eicosaeder-Capsid, wie dem sehr kleinen Parvovirus B19 (DNA), der zu den kleinsten Viren gehört und der die Erythrozyten von Menschen, Säugetieren und Vögeln befällt, gibt es noch viele andere, die sich in Größe, Capsidaufbau und Wirtszelle unterscheiden.
Die Abb. 122 oben zeigt Computermodelle vom Poliovirus (gehört zu den Picornaviren), der Kinderlähmung hervorruft, dem doppelt so großen Hepatitis B-Virus, dem Erreger der Leberentzündung und dem krebserregenden Papovavirus SV40, der DNA enthält. Bemerkenswert unterschiedlich sind z.B. die T-Phagen gebaut, die sich in E.Coli-Zellen vermehren. In Abb. 123 ist der T2-Phage abgebildet (Myoviridae; DNA-Virus). Seine gesamte Proteinhülle ist dazu ausgelegt, um das eine DNA-Molekül in seinem Kopf in E.Coli zu injizieren. Er besteht aus dem ca. 100nm großen Kopf, dem Hals, dem Kragen, einer kontraktilen Scheide, an deren Ende 6 Schwanzfasern sitzen. Die Bodenplatte besitzt 6 Spikes um die Bakterienwand anzustechen.
Ein Bakterium, das einen Prophagen trägt ist immun gegen eine Neuinfektion. Der am besten studierte temperente Phage ist der Lambda-Phage (siehe oben), der E.Coli infiziert. Die Repressor-Proteine CI und Cro regulieren dort den lytischen und lysogenen Zyklus Beim Menschen besteht 2% der DNA aus endogenen Retroviren, also in das Chromosom integrierte Virus-DNA. Dazu gehören auch Oncogene, also Krebsgene. Typ
I Diabetes soll durch ein endogenes Retrovirus
verursacht werden. Botulismus-, Cholera-, Diphtherie-Toxine usw. werden
durch Prophagen gesteuert, die ihre Wirtszellen vom nicht-pathogenen in
den pathogenen Zustand befördern. Aufbau
und Vermehrung des Grippe-Virus Grippe gehört wie Schnupfen
zu den alltäglichen Erkältungskrankheiten, charakterisiert durch
Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Halsentzündungen.
Es gibt 3 Typen von Grippe-Viren: A, B und C. Influenza A kann Mensch und Tier infizieren, Influenza B und C nur Menschen. Die großen Epidemien werden nur vom A oder B-Typ hervorgerufen. Der Grippe-Virus ist rundlich, manchmal länglich und ca. 100 nm im Durchmesser. Die gesamte Hülle hat als Außenbelag eine Lipoid-Schicht aus der 2 Typen von Proteinmolekülen wie Spikes herausragen: ein Hämagglutinin (H) und eine Neuraminidase (N). Diese helfen dem Virus bei der Adsorption, der Körper erkennt die Viren daran als körperfremd ( sie wirken als Antigen) und bildet Antikörper. Darunter liegt eine Proteinschicht. Im Innern befinden sich 8 einsträngige RNA-Moleküle jeweils von Protein umhüllt genannt Nukleoprotein. Das Grippevirus vermehrt sich, wie nachfolgendes Schema zeigt durch einen lytischen Zyklus.
Diese Partikel verlassen durch Knospung oder Exocytose die Zelle, wobei sie ihre Lipoidhülle mit den Spikes erhalten. Verlassen zu viele Viren die Zelle, wird die Zellmembran so stark geschädigt, daß die Zelle daran zugrunde geht. Sterilisation und Desinfektion Viren, besonders diejenigen mit einer Lipoidhülle sind außerhalb ihrer Wirtszelle relativ schnell inaktiv. (Ausnahme z.B. Hepatitis B). Die Sterilisation und Desinfektion ist der der Bakterien sehr ähnlich. Die Verbreitung von Viren geschieht durch:
Transduktion Viren können während der Latenzphase oder als Prophage Gene der Wirtszelle mit in ihr Capsid einschließen. Wenn sie dann nach der Lyse eine andere Zelle infizieren, übertragen sie das mitgenommene Wirtsgen in eine andere Zelle. Man nennt diesen Vorgang Transduktion. Diese kommt in 2 Formen vor:
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Weiterführende Quellen:
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