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| 3.2 Paläontologie; Fakten, die für Evolution sprechen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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3.2.4 Ablauf der Evolution |
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Hadäan nennt man das Zeitalter von der Entstehung der Erde bis vor 3,8 Milliarden Jahre. Hier fand im Wesentlichen die physikalische und chemische Evolution statt. Die physikalische Evolution haben wir schon zuvor besprochen. (Zur physikalischen und primären chemischen Evolution siehe auch hier.) Die biologische Evolution beginnt ab dem Auftauchen der ersten Zellen vor ca. 3,7 Milliarden Jahren. Zuvor müssen die typischen organischen Moleküle einer Zelle, wie Proteine, Fette und Nukleinsäuren entstanden sein. Zu Beginn der 50er Jahre machte Stanley L. Miller an der University of Chicago, ein Experiment, das uns verstehen läßt, wie zu Beginn der Erdgeschichte in dieser lebensfeindlichen Umgebung aus anorganischen Stoffen organische enstehen konnten.
Stanley L. Miller ist in Abb. 34 mit seiner berühmten Apparatur abgebildet. Das Prinzip des Experiments kann man der Animation oben entnehmen. Man spricht auch vom Miller-Experiment. Die Apparatur bestand aus zwei Hauptreaktionsräumen. Im Gefäß unten simulierte er die Urozeane mit Wasser, das er erhitzte. Das Wasser konnte durch die Apparatur zirkulieren. In In das Gefäß oben, das mit H2, NH3, Methan und Wasserdampf gefüllt war, ragten 2 Elektroden, mit denen er Blitze erzeugen konnte. Die w-förmige Konstruktion am Boden des Kreislaufs ( entgegen dem Uhrzeigersinn) diente zum Auffangen etwaiger wässriger Reaktionsprodukte die zuvor durch den Kondensor geleitet werden (links Mitte). Das Experiment lieferte viele Aminosäuren. Je nach Zusammensetzung änderte sich die Konzentration der Produkte. Dabei entstanden verschiedene Kohlenhydrate, Nukleotide, Fettsäuren usw. Dies zeigt, daß lebenswichtige organische Stoffe aus anorganischen entstehen können. Jahre nach diesem Experiment fand man 1969 einen Meteoriten bei Murchison in Australien, der dieselbe Zusammensetzung an Aminosäuren hatte wie das Ergebnis beim Miller-Experiment. Seither haben viele Wissenschaftler Millers Experiment in unterschiedlichen Varianten wiederholt. Als Energiequellen wurden Hitze, UV-Licht, Neutronenstarahlen, Licht, Schockwellen und Katalysatoren verwendet.
Viele Wissenschaftler stellen sich vor, daß so ähnlich in den Urozeanen (= Ursuppe) unter Einwirkung von UV, Hitze und anderen Energiequellen die bedeutsamen organischen Stoffe wie Proteine, Nukleotide und Lipide entstanden sind. Die Erde war inzwischen so abgekühlt, daß diese Substanzen auch stabil blieben. Irgendwann wurden Proteine und Nukleotide von Lipidmembranen eingeschlossen, die ersten Zellen bildeten sich. Diese konnte man experimentell noch nicht nachvollziehen. Es gab dazu allerdings interessante Experimente wie z. B. folgendes:
1970 zeigte Fox, daß wenn man bestimmte Proteine erhitzt, spontan sogenannte Mikrosphären von einigen Mikrometern Durchmesser gebildet werden (siehe links). Jede Kugel bestand aus einer Doppelmembran mit Material dazwischen. Diese Membran war denen der Lipidmembranen sehr ähnlich. Das Experiment zeigte theoretisch die Bildung von Kompartimenten, ähnlich Zellen. Lipide bilden diese Mizellen spontan.
Der chemische Ursprung des Lebens könnte in 4 Stufen abgelaufen sein:
Dieser Prozess hat mindestens 100 Millionen Jahre gedauert. * Man hat 1980 festgestellt, daß RNA katalytische Aktivität bestitzt und sich selbst replizieren kann. In Gegewart von Zink bilden sich Nukleotidketten mit einer Kettenlänge von 40. Der Urorganismus auch Protobiont genannt muß anaerob, hyperthermophil, halophil und chemolithoautotroph gewesen sein, (Reduktion von H2 und Schwefel, Kohlenstofffixierung mit CO2). Solche Organismen hat man in den letzten Jahren aus heißen Quellen isoliert. Die Urorganismen waren also Prokaryonten und die Photosynthese wurde schon relativ früh erfunden. Cyanobakterien sind dazu in der Lage. Leben konnten die Wissenschaftler bisher allerdings synthetisch nicht erzeugen. So bleibt auch die Entstehung von Zellen damals vor ca. 3,7 Milliarden Jahren im Dunkeln. Theorie sich selbst organisiernder Materie (Eigen 1971) Nach dem Nobelpreisträger Manfred Eigen (1971) entstand Leben aus dem molekularen Chaos der Ursuppe durch sogenannte autokatalytische Hyperzyklen (molekulare Selbstorganisation).
Ein Hyperzyklus
ist ein katalytisches System, in dem ein kurzes, tRNA-ähnliches Polynukleotid
für die Aminoisäuresequenz eines kleinen Proteins codiert,
das seinerseits die Produktion eines anderen Polynukleotids katalysiert.
Der Zyklus wird solange fortgesetzt, bis er dadurch geschlossen wird,
indem ein schon vorhandenes Polynukleotid katalysiert wird. Solche Hyperzyklen könnten Vorläufer von Zellen gewesen sein. Eigen wies nach, daß
Leben durch als Resultat von Ausleseprozessen im molekularen Bereich aufgefaßt
werden kann. Er beobachtete bei der Untersuchung von Enzymreaktionen,
dass sich in einer nuklein- und aminosäurehaltigen Lösung zunächst
spontan autokatalytische Prozessstrukturen ausbildeten. Auf einer höheren
Stufe der Entwicklung schliessen sich mehrere solcher autokatalytischen
Strukturen zu einem sogenannten Hyperzyklus zusammen. Dieser ist
dann vor allem zur Korrektur von Replikationsfehlern und somit zur Erhaltung
und Weitergabe komplexer Infos befähigt. "Schwächere"
Hyperzyklen mutieren entweder vorteilhaft, oder sie fallen auseinander,
und aus den freiwerdenen Bausteinen bilden sich neue Hyperzyklen mit neuen
Eigenschaften. Nach Eigen verlief die Evolution zum Leben in 3 Phasen:
Das Archaikum ist die Zeit, in der die ersten Zelle entstanden. Die Erdatmosphäre bestand aus Methan und Ammoniak, also toxischen Gasen für die Lebewesen unserer Zeit. Die Erdkruste war genügend abgekühlt, daß sich die Landmassen bildeten.
Die ersten Sedimente vor ca. 3,8 Milliarden Jahre waren grau, ein Zeichen für reduziertes Eisen. Dies ist nur in einer Sauerstoff-armen Atmosphäre möglich. Die Photosynthese und die Produktion von Sauerstoff oxidierte Fe2+ zu Fe3+. Ab 2,6 Milliarden Jahren fand man die typischen gebänderten Eisenformationen (BIFs) mit abwechseln roten und grauen Eisenschichten im Silikat (siehe Abb 38). Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Fossilien. Es sind Cyanobakterien in präkambrischem Gestein aus Australien. Sie sind 3,5 Milliarden Jahre alt. (siehe Abb. 39 ELMI-Aufnahmen) Diese Bakteriengruppe hat sich bis heute kaum geändert. Man kann sie als Fossilien leicht erkennen, da sie Abbauprodukte von Pigmenten hinterlassen. Überhaupt findet man aus dieser Zeit nur Bakterien als Fossilien z. B in Australien oder Südafrika als Stromatolithe.(siehe Abb.40; Stromatolith aus China, 2 Milliarden Jahre) fosssiler Stromatolith (China), 2 Milliarden Jahre rezenter Stromatolith aus Australien
Stromatolithen sind steinartige Strukturen, die durch Kolonien von Cyanobacterien entstehen. Diese sind von einer schleimigen Schicht umgeben, in die Kalkstein aus dem Untergrund gebunden wird (siehe Abb. 41). Auf diese Weise entstehen Schichten. Man findet sie heute noch z. B. in Australien (siehe Abb. 40) und bezeichnet sie auch als lebende Felsen. Sie wachsen ca. 1mm pro Jahr. Im Präkambrium waren diese Bakterien für den ersten Sauerstoff der Atmosphäre verantwortlich.
In Abb. 41 ist ein 3,6 Milliarden Jahre alter Meteorit vom Mars zu sehen, den man in der Antarktis gefunden hat. Man fand in ihm merkwürdige Bakterien-ähnliche Strukturen, die allerdings sehr klein sind (ca. 40-50 nm). Auf der Erde sind nur die Mycoplasmen derart klein. Man vermutet auf dem Mars damals eine ähnliche Atmosphäre wie auf der Erde. Denkbar wären Mikroorganismen wie die Cyanobakterien, die Wissenschaftler sind sich jedoch nicht einig.
Das Proterozoikum ist das Zeitalter von 2,5 Milliarden Jahre bis 544 Millionen Jahre. Von dieser Zeit sind größere Zellen wie die Cyanobakterien als Fossilien erhalten. Ab ca. 1,9 Milliarden Jahren findet man eukaryontische Zellen. Der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre war nun auf ca. 3% angewachsen. Ab einer solchen O2-Konzentration ist der eukaryontische Stoffwechsel möglich. Wie die eukaryontischen Zellen entstanden sein könnten hat 1981 die Biologin Lynn Margulis mit ihrer Endosymbiontentheorie vorgeschlagen. Diese Theorie ist inzwischen allgemein anerkannt. Danach sind die größeren eukaryontische Zellen dadurch entstanden, daß verschiedene prokaryontische Zellen mit speziellen Eigenschaften fusioniert sind. Dabei hat einen Wirtszelle (wie z.B. ein primitiver anaerober Eukaryont wie Giardia) einen prokaryontischen autotrophen Spezialisten (Cyanobakterium) als Chloroplast aufgenommen und eine andere prokaryontische Zelle, die auf die ATP-Produktion spezialisiert war als Mitochondrium. Dafür sprechen im Wesentlichen 3 Argumente:
Ähnlichkeiten zwischen Mitochondrien/Chloroplasten und Prokaryonten:
Vor ca. 650 Millionen Jahren tauchten die ersten Vielzeller auf. Man nennt sie nach ihrem ersten Fundort in Australien "Ediacara Biota". Später fand man sie auch in anderen Erdteilen wie. z. B Kanada. Sie scheinen alle realtiv große Oberflächen gehabt zu haben und lebten in flachen, energiereichen oft eisenhaltigen Umgebungen. In Abb. 44 sind Fossilien aus den Hügeln von Ediacara abgebildet.
In der Abb. 46 ist ein Fossil aus dem Nordwesten Kanadas zu sehen: Windermeria aitkeni. Es ist ein segmentiertes Fossil, ca 2 cm lang und viel kleiner als die in Australien gefundenen. Vielleicht besaßen sie deshalb ein so große
Oberfläche um den wenigen Sauerstoff besser absorbieren zu können.
In dieser Zeit waren Bakterien und Grünalgen weit verbreitet. Bei
den hier gezeigten Fossilien ist man sich man sich über die Zuordnung
nicht im Klaren. Zum Schluss zwei der vielen Fossilien aus dem nordwestlichen Kanada (British Columbia, Burgess Shale, Mittelkambrium) Naraoia compacta und Anomalocaris canadensis. Naraoia ist ein Vorfahr der späteren Trilobiten.
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Die Produkte des Miller Experiments
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Weiterführende Quellen:
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