|
Alle eukaryontischen Zellen durchlaufen einen Zyklus
von Wachstum, DNA-Verdopplung, Wachstum und Zellteilung. Man nennt
diesen Zellzyklus. Der zyklische Ablauf
wird in verschiedene Abschnitte unterteilt:
G1 - S - G2 - M.
G1 steht
für Gap1 , S für
Synthese und G2 für Gap2.
Alle 3 genannten Phasen sind zusammen die Interphase
zwischen 2 Zellteilungen. Zellen werden meist in dieser Phase beobachtet.
Während des Zellzyklus müssen
- die Chromosomen repliziert (S),
kondensiert (M), getrennt
und dekondensiert werden
- die Centrosomen verdoppelt (S) und getrennt
werden und zu den entgegengesetzten Zellpolen wandern
- die Kernmembran abgebaut und aufgebaut werden
(M)
- die Spindelfasern während der Mitose auf-
und abgebaut werden (M)
- die Zellmembran ergänzt werden, um die
Zellteilung zu vervollständigen
Die G1-Phase
ist die Wachstumsphase, wo
sich die Zelle unter ATP-Verbrauch vergrößert und sich
die Zellorganellen vervielfachen. Nach einer bestimmten Zeit beginnt
die DNA-Verdopplung. Man nennt
die Phase S-Phase.
Dies sorgt für einen erhöhten Energieverbrauch, weshalb
sich eine weitere Wachstumsphase anschließt, die G2-Phase.
Bei den eukaryontischen Zellen folgt nun die M-Phase,
also die mitotische Zellteilung oder Mitose, bei der die Chromosomen
(Kernteilung) und das Cytoplasma samt Organellen ( Plasmateilung)
aufgeteilt werden. Der zeitliche Ablauf ist je nach Zelltyp unterschiedlich
kürzer oder länger, im Mittel ca. 16 Std. (siehe links)
Regulation
Der Zellzyklus wird durch verschiedene Protein-Faktoren
der Nachbarzellen reguliert. Die Regulation ist komplex, bei Fehlregulation
kann Krebs entstehen. Die wichtigsten sind:
Cdk = Cyclin-abhängige
Kinase ein phosphorylierendes Enzym ist mit Cyclinen ein Hauptregulator
des Zyklus. Ihre Aktivität führt vom G1 zum S-Stadium
und dann weiter zur G2- und M-Phase.
|
Cycline sind
Proteine, deren Konzentration während des Zellzyklus
schwankt. Cycline aktivieren die Cyclin-abhängige Proteinkinasen
(Cdk Proteine).
|
MPF = (Reifungs-fördernder
Faktor) schließt CdK und Cycline mit ein und steuert den Fortschritt
durch den Zyklus. p53 ist ein Protein, was nach einem DNA-Defekt
den Zyklus blockiert. Bei schweren DNA-Defekten führt diese
Protein zum Zelltod (Aptose) Bei verletzten Zellen blockiert p53
den Fortschritt des Zyklus, um die DNA zu reparieren. P53-Mutationen
sind die häufigsten Ursachen für Krebs.
p27
ist ein Protein, das an Cyclin und CdK bindet und den Einstieg in
die S-Phase verhindert. Es wird zur Krebsprognose bei Brustkrebs
verwendet.
Mitose(M-Phase)
In der M-Phase entstehen aus einer diploiden Zelle
(2n) zwei genetisch identische Kopien. Dabei können hauptsächlich
im Zellkern höchst komplizierte Vorgänge beobachtet werden,
die man in 4 Abschnitte einteilt:
Prophase, Metaphase, Anaphase Telophase.
In Abb. 29 ist die
Anaphase der Mitose zu sehen. Chromosomen (orange) werden mit Hilfe
von Spindelfasern getrennt (grün). Nachfolgend werden die einzelnen
Phasen anhand des mikroskopischen Bildes einer typischen Zelle besprochen.
Hierbei spielen Chromosomen, das Centrosom (= Centriol) und die
Spindelfasern eine besondere Rolle. Das Centrosom (siehe
Biokurs Klasse 11) ist ein Zellorganell nahe dem Zellkern, das
in der Interphase und Mitose die Mikrotubuli organisiert.
Es unterscheidet sich von Art zu Art, typischerweise
sieht es wie links abgebildet aus. Von ihm gehen Mikrotubuli in
das Cytoplasma, die ein Zytoskelett bilden. Bei der Mitose werden
die Spindelfasern gebildet.
Obwohl man von Chromosomen
spricht, wenn man die Erbinformation der Zellen meint, treten diese
nur während der Zellteilung (M) auf. In der G und S-Phase des
Zellzyklus liegt die Erbinformation (DNA) als Chromatinfäden
oder Chromatingerüst
vor. Man bezeichnet einen Komplex von DNA und Protein, wie er in
den Chromosomen vorliegt als Chromatin.

Das typische Bild der Chromosomen
findet man in der Metaphase der Mitose vor, man spricht von Metaphasen-Chromosomen.
Ein solches Chromosom ist allgemein wie in Abb.
31 abgebildet aufgebaut. Es besteht aus 2 Hälften, Chromatiden
genannt. Diese werden am Centromer
zusammengehalten. So nennt man die Verengung, an der die Spindelfasern
ansetzen. Das Centromer muß nicht immer mittig im Chromosom
liegen.
An dieser Spindelfaseransatzstelle
bildet sich kurz vor der Chromosomenteilung eine spezielle Struktur
mit Mikrotubuli aus (=Kinetochor),
an die die Spindelfasern anheften.
Jedes Chromatid enthält mindestens einen
sehr stark aufspiralisierten DNA-Faden. Weiteres zum Feinbau der
Chromosomen findet man nach der Mitose.
Die Chromosomen und Spindelfasern sind in den
nachfolgenden Abbildungen angefärbt. Zunächst noch einmal
zum Vergleich die Interphase (S):
Interphase
Der Zellkern ist mit seiner Membran gut sichtbar.
Die Chromosomen sind gerade verdoppelt worden und als lange Chromatinfäden
sichtbar, jedoch kaum zu definieren. Tatsächlich existieren
von jedem Chromatinfaden 2 Exemplare, die Zelle ist diploid.
Die beiden identischen Fäden nennt man homolog.
Die Mitose im einzelnen:
Prophase
Links ist die frühe Prophase dargestellt.
Die replizierten Chromatinfäden erscheinen als längliche
Gebilde, die aus 2 Chomatiden bestehen und am Centromer zusammenhaften.
Die Chromatinfäden verkürzen und verdicken sich zu Chromosomen.
Die Kernmembran und das Kernkörperchen (Nukleolus) verschwinden.
Das Centriol hat sich geteilt und wandert zu den Zellpolen.
Metaphase
Die Spindelfasern haben sich
ausgebildet. Die Chromosomen liegen maximal verkürzt in der
Äqutorialebene der Zelle. Die Kernmembran ist aufgelöst.
Jedes Chromosom ist am Kinetochor über zwei Spindelfasern mit
beiden Centriolhälften verbunden, ein Chromatid eines Chromosoms
mit dem einen Pol, das andere Chromatid mit dem anderen Pol.
Anaphase
Die Chromatiden
jedes Chromosoms wandern auseinander, von den Spindelfasern
zu den Polen gezogen.
Telophase
Die auseinandergewichenen Chromatiden haben die
jeweiligen Zellpole erreicht. Sie verlängern sich. Die Spindelfasern
verschwinden, neue Nukleoli werden sichtbar, die Kernmembranen bilden
sich wieder. Die Zelle teilt sich.
|
|
|
|
Prophase
|
Metaphase
|
Anaphase
|
|
Hier nochmals alle Phasen als Zeichnung
|
 |
|
| |
Telophase
|
|
Die Zellteilung, also die Teilung des Cytoplasmas
direkt nach der Mitose nennt man Cytokinese.
Typischerweise läuft die Mitose der Zellen innerhalb ca. 80
Minuten ab.
Zusammenfassung der Mitose:
- Kernteilung und Zellteilung bei eukaryontischen
Zellen, die 2 genetisch identische Produkte liefert
- In der Anaphase werden die Chromosomen in Chromatiden
getrennt.
- Die Verdopplung der Chromatiden zu Chromosomen
findet in der Interphase statt.
Feinbau des Metaphasenchromosoms
Die Chromosomen der Metaphase zeigen
(angefärbt) ein typisches Bandenmuster, das die Variation des
A-T-Gehalts und C-G-Gehalts wiederspiegelt. Dadurch können
sie unterschieden werden. Die Banden entstehen, in dem sich die
Farbstoffmoleküle in bestimmte Bereiche der extrem stark aufspiralisierten
DNA einlagern. In Abb. 34 ist Chromosom
4 des Menschen in einer ELMI-Aufnahme zu sehen.
Würde man die DNA der menschlichen
Chromosomen entspiralisieren, so wäre der DNA-Faden zwischen
1.7 and 8.5 cm lang. Da dies alle Zellmaße übersteigt,
ist die DNA mit Hilfe von speziellen Proteinen kompakt organisiert.
Ohne diese Struktur wäre die identische Verdopplung bei der
Zellteilung kaum denkbar.

Ein Chromosom besteht nicht aus einer Hülle,
die DNA beinhaltet, wie viele Abbildungen andeuten, sondern ist
in etwa zu gleichen Teilen aus Protein und Nukleinsäure (DNA)
aufgebaut. Die Proteine sind Histone,
relativ basische Eiweiße, an die sich die negativ geladene
DNA anlagert. Der genaue Feinbau ist aus der Abbildung links zu
ersehen. Dabei ist das DNA-Molekül in regelmäßigem
Abstand 2-fach um ein Histon-Komplex aus 8 Molekülen gewickelt,
mit einem H1-Histon zur Befestigung.
Man nennt diese Proteinkomplexe Nukleosomen.
Der so aufgewickelte Strang ist seinerseits extrem stark mehrfach
spiralisiert, so daß eine dichte Packung an Nukleosomen in
Form einer Superhelix entsteht. Zwei dieser Gebilde (Chromatiden)
haften zusammen und bilden ein Chromosom. Dies stellt die Transportform
der DNA während der Zellteilung dar.

Am Ende eines Chromosoms der Eukaryonten befinden
sich die Telomere. Dies sind
spezielle Nukleoprotein-Komplexe mit sich wiederholender Nukleotidsequenz
(bei Wirbeltieren TTAGGG), die die Rekombination zwischen den Chromosomen
verhindern, diese vor DNA-Verlust während der Verdopplung bewahren
und eine Rolle beim Altern und Krebs spielen. Das Enzym Telomerase
synthetisiert z.B. bei Eukaryonten anhand einer internen RNA-Matrize
(AACCCC) die sich wiederholenden G-reichen Sequenzen.

Die Länge der Telomersequenzen sind artspezifisch,
wobei der Proteinkomplex Rap1
eine Art Zählfunktion hat. Verschiedene andere Proteine bilden
eine schützende Hülle.

Die Telomere verkürzen sich bei jeder Zellteilung.
Gealterte Zellen besitzen wesentlich kürzere Telomere
als Chromosomen-Endstücke wie junge Zellen. In Keim-und Krebszellen
bewirkt das Enzym Telomerase die Verlängerung der Telomere,
so daß diese potentiell unsterblich werden.
Chromosomen bei Prokaryonten
Bakterien besitzen nur ein
ringförmiges Chromosom. Es ist z. B. bei E. Coli nahzu
1 mm lang aber nur 2 nm breit und besteht aus ca. 4.6 Millionen
Basenpaaren.

Ca. 1700 Gene haben auf einem solchen DNA-Faden
Platz und es können somit 1700 Enzyme gebildet werden.
Daneben besitzen viele Bakterien noch ein oder
mehrere kleine DNA-Ringe: sogenannte Plasmide
(siehe Abbildung links) mit wenigen Genen. Üblicherweise
teilen sich Bakterienzellen durch Zweiteilung,
wobei wie bei der Mitose 2 genetisch identische Zellen entstehen.
Zunächst verdoppelt sich das Chromosom und die beiden DNA-Kopien
werden an unterschiedlichen Stellen der Membran angeheftet.
Bei der anschließenden Zellteilung (Cytokinese),
werden dann die beiden DNA-Kopien auf die beiden Zellen verteilt.
Vegetative Vermehrung, Klone
Wie oben erwähnt, entstehen durch Mitose 2
genetisch identische Zellen. Im Generationswechsel der Organismen
wechseln immer sexuelle (Meiose) und asexuelle Vermehrungen (Mitose):

Ein Klon ist eine
Gruppe genetisch identischer, also erbgleicher Organismen. Klone
entstehen auf einfachste Weise durch Zweiteilung, auch vegetative
Vermehrung genannt. Es ist der Vermehrungsmechanismus aller
Bakterien, aber auch höherer Mikroorganismen, wie Hefen und
Pilzen und sogar vieler Arten mehrzelliger Tiere. Viele höhere
Pflanzen vermehren sich durch Knospen oder Sprossung, indem auf
der Stamm- oder Blattoberfläche eine Knospe entsteht, durch
Zellteilung wächst, schließlich abfällt und zu einem
neuen Individuum (einem Klon) wird.
Unter Klonierung
versteht man die Produktion genetisch identischer Tiere oder Pflanzen
oder die Produktion identischer Partikel und Moleküle wie Antikörper
oder DNA.

Die meisten Wirbeltiere pflanzen sich ausschließlich
durch bisexuelle Vermehrung
fort, wobei keine Klone entstehen. Vielmehr ist das Erbgut der Nachkommen
in der Regel genetisch verschieden, weil es ein Gemisch aus mütterlichen
und väterlichen Genen darstellt. Genetisch
identische Individuen (= Klone) können bei ihnen auf
natürliche Weise dadurch entstehen, daß sich Embryonen
in frühen Teilungsstadien spontan aufspalten und sich die Teile
getrennt in unabhängigen Individuen weiterentwickeln (= z.B.
Zwillinge)
Bei den Pflanzen ist die vegetative Vermehrung
genauso verbreitet ( besonders bei Angiospermen und Farnen) wie
die sexuelle. Blätter und Sprossteile von Pflanzen besitzen
meist die Fähigkeit, durch vegetative Vermehrung einen kompletten
Pflanzenkörper hervorzubringen. Dies wird ausgiebig bei Zier-,
Zucht- und Nutzpflanzen ausgenützt, um diese zu kultivieren
Oft werden auch spezielle Ausläufer gebildet,
die der Fortpflanzung dienen, wie z.B. bei der Erdbeere,
die sich hauptsächlich vegetativ fortpflanzt. In diesem Sinne
sind auch alle Kartoffeln eines Ackers Klone. Bei anderen Pflanzen
wie der z. B. dem Löwenzahn (Taraxacum), der sich ebenfalls
fast ausschließlich vegetativ vermehrt, bilden sich keimfähige
Samen aus den unbefruchteten Fruchtknoten. Zu bemerken ist, daß
hier die vegetative Vermehrung offenbar an Polyploidie
gekoppelt (2n = 24 bis 2n = 80) ist, eine Vervielfachung des Chromosomensatzes.
Man unterscheidet bei Pflanzen zwischen
- vegetativer Vermehrung
- Agamospermie
(asexuelle Bildung von Samen) und
- Apomixis
(asexuelle Reproduktion unter Beteiligung der Blüte); verschiedene
Formen wie Viviparie, Parthenogenese usw.)
| Apomixis
ist die natürliche Fähigkeit von einigen Blütenpflanzen
(ca. 400; z.B. Citruspflanzen, Brombeere), sich asexuell
durch Samen fortzupflanzen. Dies
geschieht durch einen veränderten Ablauf in der Meiose.
Die Embryonen der Samen gehen normalerweise aus der Befruchtung
von Ei- und Samenzelle hervor. Bei der Apomixis
entwickeln sich Embyonen nur aus der mütterlichen Zellen
ohne Beteiligung männlicher Gameten. Als Ergebnis sind
die Pflanzen aus diesen Samen identisch mit den mütterlichen
Pflanzen. |


Beispiele für vegetative Fortpflanzung
bei Pflanzen
Blätter können Sproßknospen bilden,
die an ihrer Unterseite Wurzeln bilden. Fallen die Blätter
auf den Boden, treten die Wurzeln in die Erde ein und es entsteht
ein neuer Pflanzenkörper.

Bei Pflanzen wie Zwiebel,
Knoblauch, Osterglocke und Hyazinthe ist die Zwiebel der
Ort der vegetativen Vermehrung. Der Sproß ist zu einer Scheibe
verkürzt, aus dem die Wurzeln am Rand austreten. Die Blätter
sind an die Oberfläche des Sprosses angeheftet. Die axialen
Knospen können dort beim Einpflanzen in folgenden Jahren zu
neuen Zwiebeln werden. Der unterirdische, vegetative Vorgang kann
Jahre anhalten.
Kartoffeln
(Solanum tuberosum) und Artischoken (Helianthus tuberosus)
haben beide Knollen. Im Spätsommer durchdringen unterirdische,
blattlose Sprosse (Rhizome)
die oberen Bodenschichten. Im Herbst vergrößern sich
die Enden zu Sproßknollen. Da es sich um einen Sproßteil
handelt, sind überall Knospen verteilt, die zu neuen Pflanzen
werden können.

Erdbeeren
produzieren überirdisch Zweige mit winzigen Blättern:
Stolone. An der Spitze entwickelt
sich eine Knospe, aus der eine neue Krone mit Wurzeln entsteht.

Himbeeren
und viele anderen Strauchgewächse können Wurzelsprosse
bilden, aus denen eine große Zahl an neuen Pflanzenkörpern
wachsen. Dadurch kann ein Dickicht enstehen.

Auch bei niederen Pflanzen wie den Algen, Farnen
und Moosen findet man die typische Abwechslung sexueller und asexueller
Zellteilung.

Bei Pilzen ist die vegetative Vermehrung ebenfalls
weit verbreitet.
Vegetative Fortpflanzung bei Tieren
Lebenszyklus von Blattläusen
( siehe Biokurs Klasse 11)
Der Lebenszyklus der Blattläuse ist ungewöhnlich
und kann komplex sein. Die meisten Blattläuse vermehren sich
sowohl sexuell und entwickeln sich durch einen Metamorphose (Eier,
Nymphen, geflügelte und ungeflügelte Erwachsene) als auch
asexuell durch Parthenogenese
( = Jungfernzeugung)
Der Lebenszyklus der meisten Blattläuse beträgt
5 bis 6 Tage. Dabei wechseln sich sexuelle und asexuelle Zyklen
ab. (holozyklisch) Weibchen der grünen Blattlaus (Myzus
persicae) können durch Jungfernzeugung pro Tag 3- 6 voll
ausgebildete weibliche Junge gebären und dies mehrere Wochen
lang.

Die sexuellen und asexuellen Formen werden in verschiedenen
Jahreszeiten ausgebildet. Männchen existieren nur in einer
bestimmte Jahreszeit und entstehen de nuovo (spontan per
Meiose) aus parthenogenetischen Weibchen im Herbst. Die Ursache
ist der XO-Geschlechtsbestimmung
der Blattläuse.
Individuen mit 2 X-Chromosomen entwickeln sich
zu Weibchen, solche mit XO ( also keinem 2. X-Chromosom) zu Männchen.
Um ein Männchen zu produziern, läuft eine spezielle
Meiose (Geschlechtsteilung) ab, die nur die X-Chromosomen
betrifft. Während der Eizellbildung wird ein X-Chromosom eliminiert.
(Blackman (1974,1987)
Parthenogenese bei Reptilien
Bei verschiedenen Reptiliengruppen wurde Vermehrung
durch die Parthenogenese festgestellt (vor allem bei den Neuweltechesen
Cnemidophorus und den Altweltechsen
der Art Lacerta). In allen
Fällen bestand die Population ausschließlich aus weiblichen
Tieren. oder Klonen.

Auch bei der Klapperschlange
konnte dies festgestellt werden. (Crotalus horridus) Aalle Nachkommen
waren männlich. Dies liegt auch an der Tatsache, daß
bei Vögeln und Reptilien die Weibchen ZW-Chromosomen haben
(entsprechend den Männchen bei den Säugetieren), während
Männchen ZZ besitzen. In der apomiktischen
Parthenogenese entsteht ein männlicher Nachkomme, wenn
das Ei und der 2. Richtungskörper beide ein Z-Chromosom enthalten.
|