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Basenpaarung
Die Nukleotide sind nun über die 3´-Position
an der Pentose miteinander verbunden. Damit ergibt sich eine Kette
von Phosphorsäure und 2-Desoxy-Ribose, aus der jeweils die
Basen seitlich herausstehen mit 2 Enden, dem 5´Ende und 3´-Ende.

Die beiden Stränge sind gegenläufig.
Adenin paart sich immer mit Thymin und Guanin mit Cytosin. Bei der
A-T-Paarung findet man 2 Wasserstoffbrücken, bei der C-G-Paarung
3 H-Brücken. Die gepaarten Basen liegen in einer Ebene. DNA
enthält also gleichviel Cytosin wie Guanin und gleichviel Adenin
wie Thymin. Die Basensequenz
ist aperiodisch.
Als Rückgrat
des DNA-Stranges fungiert die abwechselnde Kette von Phosphat-Zucker-Phosphat-Zucker
usw.
Diese Merkmale zeigen sich auch in der Sekundärstruktur
der DNA. Das DNA-Molekül liegt räumlich als Helix vor.
Da die beiden Stränge umeinandergewunden sind, bezeichnet man
die Konformation der DNA als Doppelhelix.
Die Eigenschaft der umeinander gewundenen Einzelstränge wird
als plektonemisch bezeichnet. Die
DNA-Helix ist rechtsgewunden.
In der Abb.
16 links ist die bisher besprochene Primärstruktur und
die Sekundärstruktur zu sehen. Dabei bilden die gepaarten Basen
die Sprossen der DNA-Leiter.
Sekundärstruktur und Stabilisierung
Links ist ein Ausschnitt eines DNA-Doppelstrangs
von der Seite als Drahtmodell zusehen. Dabei fällt auf, daß
die gepaarten Basen eine Ebene bilden, also gestapelt übereinander
liegen. Dadurch entsteht ein sogenannter Stacking-Effekt,
der wegen der gestapelten aromatischen Ringe der Doppelhelix eine
höhere Festigkeit verleiht.
Weiterhin wird die Doppelhelix durch Wasserstoffbrücken
zwischen den Windungen der Helices stabilisiert.
Die Basenpaarung im Drahtmodell links zeigt die
Ebene der sich gegenüberliegenden Basen mit den beiden H-Brücken
zwischen Adenin und Thymin, die zwischen den funktionellen Gruppen
der Basen und den N-Atome sich ausbilden.
Die Basenpaare dienen auch als Maß
für die Genomgröße, beim Mensch ca. 3 x109.
Denaturierung
Bei Temperaturen von 100 C°
wird die DNA-Doppelhelix nach 3 bis 5 Minuten in ihre beiden Einzelstränge
getrennt. Man spricht wie bei den Proteinen von Hitze-Denaturierung.
Wendet man längere Zeit 65°C auf die Einzelstränge
an, findet Renaturierung oder Hybridisierung statt (die beiden Stränge
lagern sich wieder zum Doppelstrang zusammen).
DNA-Nachweis
und Isolierung
Die Standardmethode DNA oder DNA-Bruchstücke
zu trennen, zu identifizieren und zu reinigen ist die Gelelektrophorese
mit Agarose-Gelen. Mit der Elektrophorese können Stoffe aufgrund
ihrer Ladung (Größe) getrennt werden. Die Technik ist
einfach, schnell durchzuführen und in der Lage komplexe Gemische
aufzutrennen. Die Position der DNA im Gel kann direkt bestimmt werden.
Dazu werden Banden der DNA mit dem Fluoreszenz-Farbstoff
Ethidium-Bromid angefärbt. Auf diese Weise können
kleinste Mengen im Bereich von 1ng DNA mit Hilfe von UV-Licht
nachgewiesen werden. Der Farbstoff lagert sich zwischen die Basen
und absorbiert bei 300 bzw. 360 nm UV-Licht oder übernimmt
von der DNA absorbierte Energie von 260 nm und strahlt sie bei 590
nm im rot-orangen Bereich ab.

Die DNA ist bei neutralem
pH negativ geladen (Phosphatgruppen), sie wandert deshalb zur Anode.
Die Wanderungsrate der DNA im Agarosegel hängt von verschiedenen
Faktoren wie der Größe der DNA-Moleküle, der Stärke
des angelegten Stroms oder der Agarose-Konzentration ab.
Die DNA kann ebenfalls als Autoradiogramm
nachgewiesen werden.
DNA-Fingerprint
(genetischer Fingerabdruck)
Links ist das Autoradiogramm
der DNA-Fingerprints aus einer Blutspur an einem Menschen zu sehen,
der einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist.
Vergleichen Sie das Bandenmuster der
Blutspur mit den DNA-Proben der Verdächtigen!
Die DNA eines Individuums
ist spezifisch wie ein Fingerabdruck. Dies wird heute in der Kriminaltechnik
oder bei Vaterschaftsnachweisen angewandt.
Dazu werden Spuren der DNA
aus Blut oder Samen gewonnen, mit Hilfe spezieller Enzyme (Restriktionsenzyme)
in kleine Stücke geschnitten und durch Gelelektrophorese getrennt.
Man erhält nach Anfärbung oder Markierung ein typisches
Bandenmuster. Die Anzahl und Form der Banden wird als genetischer
Fingerabdruck bezeichnet.

Die Technik wurde in den
80er Jahren entwickelt. Shockwave-Animationen zur DNA können
Sie hier sehen: http://rna.micro.umass.edu/~molgent/
DNA als Träger
der Erbinformation
1944 hat Oswald
Avery durch den Transformationsversuch von Griffith (1928)
nachgewiesen, daß DNA der Träger der Erbinformation ist.
Dazu benutzte er Bakterien des Stamms Streptococcus pneumoniae
und Labormäuse.
Von Pneumococcen gibt es Stämme, die eine
Schleimkapsel besitzen und
virulent sind, also Lungenentzündung hervorrufen (= S-STAMM).
Daneben gibt es welche, die keine Schleimkapsel besitzen und auch
nicht pathogen sind (= R-STAMM). Sie
haben durch zufällige Mutation die Virulenz verloren.
Mit S-Stamm-Bakterien sterben die Mäuse an
Lungenentzündung, bei Injektion der R-Stamm- Bakterien nicht.
Seit Griffith (1928) ist bekannt, daß wenn
harmlose R-Stamm-Pneumokokken in Gegenwart von zellfreien Extrakten
von S-Stamm Bakterien ( oder hitzegetötete S-Stamm) wachsen,
die Eigenschaft der Virulenz auf die R-Stamm-Bakterien übertragen
wird. Man findet nämlich virulente
S-Stamm-Pneumokokken vor. Diesen Vorgang nannte Griffith
Transformation. Transformation
ist die Aufnahme von DNA aus der Umgebung. Der Sachverhalt ist nochmals
unten dargestellt.
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