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5. Immunbiologie
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Zum Immunsystem gehören verschiedene Organe, hochspezialisierte Zellen und ein Gefäßsystem, die alle zusammenarbeiten, um den Körper von Infektionen zu befreien. Die Organe, die quer über den Körper verteilt sind, nennt man lymphatische Organe. Das Wort "Lymph" kommt aus dem Griechischen und heißt reiner, klarer Strom. Das oben angeführte Gefäßsystem ist das Lymphsystem. Die einzelnen Teile des Immunsystems findet man in allen Bereichen im Körper, sie besitzen keine Steuerzentrale, sind lernfähig, besitzen ein Gedächtnis und sind gegen sich tolerant.Man kann die Fähigkeit des Körpers, körperfremde Strukturen ( Antigene) abzuwehren in 2 Kategorien einteilen:
Wie gesagt: alles, was eine Immunantwort hervorruft ist ein Antigen. Der Begriff Antigen hat nichts mit Gen oder Genetik zu tun. Antigene können harmlos wie z. B. ein Graspollen oder gefährlich wie ein HIV-Virus sein. Krankheitserregende Antigene werden Pathogene genannt. Betrachten wir die Elemente des Systems nun genauer. 5.1.1.2 Zusammensetzung des Bluts Blut ist ein hoch spezialisiertes Gewebe, das die Kommunikation zwischen den verschiedenen Teilen des Körpers aufrechterhält. Es ist eine flüssiges Bindegewebe bestehend aus der
Beides kann durch Zentrifugation voneinander getrennt werden (siehe Abb. 1). Das Blutplasma macht ca. 54% des Blutvolumens aus. Zusätzlich zu Wasser, Ionen und Nährstoffen enthält Blut drei wichtige Proteine: Albumine: sie helfen das osmotische Gleichgewicht in den Kapillaren aufrechtzuhalten. Albumin wird in großen Mengen von der Leber ans Blut abgegeben; es bindet freie Fettsäuren, wodurch die Menge an löslichen Fettsäuren im Blut erhöht wird. Albumin macht ca. 50% der Blutproteine aus. Immunoglobuline (Ig): Antikörper gegen Antigene Es gibt verschiedene Antikörpertypen. Rechts ist IgG abgebildet. Immunoglobuline haben meist eine Y-förmige Struktur. Man findet sie in allen Geweben und Körperflüssigkeiten. Fibrinogen: ist bei der Blutgerinnung behilflich. Es bildet den Blutfaserstoff Fibrin. Fibrinogen macht etwa 2-3% der Proteine des Blutplasmas aus. Die feste Phase besteht aus den
In Abb. 5 sind die Blutzellen in einer colorierten ELMI-Aufnahme zu sehen.
Einige Blutzellen im mikroskopischen Bild Die Leukozyten werden in 2 Hauptgruppen eingeteilt:
Granulozyten und Agranulozyten.
Agranulozyten besitzen rundliche oder bohnenförmige Zellkerne und keine Partikel im Cytoplasma. Sie kommen als Lymphozyten und Monozyten vor.
Die mikroskopischen Abbildungen zeigen alle gefärbte Blutzellen. Ein weißes Blutkörperchen sieht, wie der Name schon sagt, in Wirklichkeit weiß aus, wie der Lymphozyt im elektronenmikroskopischen Bild Abb. 7. 5.1.1.3 Lymphgefäßsystem und lymphatische Organe In Abb. 9ist ein Ausschnitt des Lymphgefäßsystems zu sehen. Es durchzieht den ganzen Körper, besteht aus Lymphgefäßen und -knoten (siehe unten) und transportiert eine durchsichtige, fetthaltige Flüssigkeit, die hauptsächlich bestimmte weiße Blutkörperchen: Lymphocyten enthält. Ein zentral gelegenes und großes Gefäß ist der Milchbrustgang, der im Darmbereich resorbierte Fettspaltprodukte als Chylomikronen aufnimmt und im Halsbereich in die linke Halsvene mündet.
Rechts sind die verschiedenen oben angeführten Organe dargestellt, die dem Immunsystem angehören. Es sind die Mandeln, Lymphknoten, die Thymusdrüse, die Milz, Peyers Haufen (nach Johann Konrad Peyer, 1653-1712, Anatom, die Folliculi lymphatici aggregati des Dünndarms), der Wurmfortsatz und das Knochenmark. Eine zentrale Rolle im Immunsystem spielen die weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie werden in bestimmten lymphatischen Organen gebildet, reifen in anderen heran oder werden auf Funktion geprüft. Sie sind es, die in einem kompliziertem Wechselspiel Antigene aufstöbern und vernichten. Wie das geschieht, wollen wir uns im nächsten Kapitel genauer betrachten.
Alle Blutzellen enstehen aus Vorläuferzellen (hämopoietische Stammzellen) des roten Knochenmarks hauptsächlich im Becken und den Wirbeln und reifen und entwickeln sich in verschiedenen Geweben und Organen. Lymphozyten werden im Knochenmark gebildet. Die Thymusdrüse und Peyers Haufen dienen zur Regulation Lymphozytenentwicklung. Die Milz, das Knochenmark, die Mandeln und Lymphknoten dienen als Umgebung der Lymphozyten-Antigen-Reaktion.
Peyers Haufen Unterhalb der Dünndarmzotten der Wirbeltiere findet man einen dichten Bereich an lymphatischem Gewebe genannt Peyers Haufen. Er enthält Makrophagen und T-Lymphozyten, die sich dort teilen.
Milz Oberhalb der linken Niere gelegen ist die
Milz ein ca. 200 g schweres ovales Organ, das wegen der vielen
Blutzellen tief rot-violett gefärbt ist. Eine Arterie führt
Blut aus der Aorta durch die Milz.
Thymusdrüse Die Thymusdrüse liegt im Berich zwischen Hals und Brust und besteht aus 2 pyramidal geformten Lappen aus Cortex und Medulla. In der Medulla findet man räumliche Gebilde genannt Thymus Korpuskeln. Die Thymusdrüse produziert eine Gruppe von Hormonen (Thymosin, Thymulin usw. ), die die Reifung der Lymphozyten zu T-Lymphozyten fördern. Lymphknoten Lymphknoten sind bohnenförmige Verdickungen unter anderem im Achsel- Beugen- und Halsbereich, in die Lymphgefäße ein- und austreten. Sie enthalten in Follikeln dicht gepackt Lymphozyten, die bei einer Infektion freigesetzt werden und zu Antikörper-produzierenden Plasmazellen heranreifen. Auch Monozyten reifen hier heran, die Filtration und Phagozytose betreiben. Angeschwollene Lymphknoten deuten auf eine Infektion hin. Mandeln Im Mund- und Rachenraum findet man als Mandeln bezeichnetes lymphatisches Gewebe, voll von Lymphozyten, die als erste Abwehr gegen in den Mund- und Nasenraum eintretende Bakterien fungieren. |
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Weiterführende
Quellen:
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