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Die Mikrobiologie ist die Lehre von den Mikroorganismen. Darunter versteht man entweder
Die ersten Mikroorganismen wurden zusammen mit der Entwicklung der Mikroskope im 17. Jahrhundert entdeckt. R. Hooke und A. Leeuvenhoek haben die ersten Bakterien und Protisten beschrieben, E. Jenner beschäftigte sich mit Pocken. L. Pasteur ( Hefe, Bakterien, Viren) und R. Koch (Tuberkulose, Cholera) legten in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts den Grundstein für die moderne Mikrobiologie. Genaueres zur Geschichte findet man in den weiterführenden Quellen. Man kann alle Organismen in 5 Reiche einteilen:
Wir wollen uns hier nur die Protisten, Bakterien und Viren genauer ansehen. Viren wurden kurz im Biokurs Klasse 11 vorgestellt und werden auch im Biokurs Klasse 13 näher behandelt. Bezüglich ihres Zelltyps kann man die Organismen in Prokaryonten und Eukaryonten einteilen. Der Aufbau der beiden Zelltypen wurde hier vorgestellt. Nachfolgend sind Besonderheiten der Prokaryonten (Bakterien) und eukaryontischen Einzellern (Protisten) gegenübergestellt:
Erklärung einiger Begriffe: (siehe Biologiekurs Klasse 13)
2.4.2 Protisten Die Protisten umfassen mehr als 60 000 Arten. Man kann sie in
einteilen. Protophyta (einzellige Algen) Die einzelligen Algen werden in 7
(-10) Stämme eingeteilt (siehe hier).
Hier ein Beispiel aus dem Stamm der Chlorophyta, Klasse der Gamophyceae,
Ordnung der Zygnematales: Chlorophyta (Grünalgen) Staurastrum lebt
als Plankton in Süßwasserseen. Diese einzelligen Algen haben
unterschiedlich sternförmige Zellen mit entsprechend geformten Chloroplasten.
Es gibt über 800 Arten rund um den Globus. Cryptophyta (Flagellaten) Rhodomonas ist eine meist rot gefärbte, begeißelte, einzellige Alge in Süß- und Salzwasser. Sie besitzt Phycoerythrin in den Chloroplasten. Neben den Grünalgen, Rotalgen und Cryptophyta gibt es: Dinoflagellaten Dinoflagellaten haben Zellulosewände und besitzen interessante Formen. In der Nahrungskette der Ozeane spielen Sie als Phytoplankton eine wichtige Rolle. Einige sind an der Enstehung von roten Algenteppichen im Zusammenhang mit der Meereverschmutzung an Küsten beteiligt und können Neurotoxine bilden. Andere Arten haben die Fähigkeiten der Photosynthese verloren, sind Endosymbionten oder spielen in der Nahrungskette der Korallenriffe eine Rolle.Diatomeen Diatomeen (Gold-braune Algen, Abteilung Bacillariophyta) besitzen glasähnliche Zellwände aus Silikat und produzieren Öltröpfchen, um in der Schwebe zu bleiben. Als Phytoplankton sind sie Bestandteil der Nahrungketten in Meeren und Seen. Sie pflanzen sich meist asexuell fort. Diatomeenerde wird für Filter- und Chromartographiezwecke verwendet. Protozooen (einzellige Tiere) Die Protozooen sind eine sehr heterogene Gruppe mit über 35 Stämmen u. a. die Rhizopoda (Wurzelfüßler) wie z. B. die Amoeben (Wechseltierchen) Bewegung mit Pseudopoden (Scheinfüßchen), und kontraktiler Vakuole; Nahrungsaufnahme durch Phagozytose; keine Meiose. Ciliata (Wimpertierchen) wie z. B. Paramecium (Pantoffeltierchen) mit vielen Geißeln (Wimpern), Makro-und Mikronukleus. Paramecien besitzen im gegensatz zu den Amöben eine feste, jedoch elastische Gestalt. Der Großkern reguliert den Zellstoffwechsel, der Kleinkern trägt die genetische Information. Die Wimpern des Mundfelds strudeln die Nahrung herbei. Sie wird durch den Zellmund in die Nahrungsvakuole aufgenommen.
Foraminifera sind Einzeller mit porösen Kalkschalen durch die, Cytoplasmastränge gehen. Aus den Kalkgehäusen ist der Kalkstein entstanden. Da sie eine jahrmillionen Jahre alte Organismengruppe sind, werden die fossilen Kalkschalen zur Altersbestimmung von Sedimenten und Rekonstruktion von Klimadaten benutzt.
Apicomplexa wie z. B. Plasmodium spec. (Malariaerreger) sind sporenbildene, parasitische Einzeller mit kompliziertem Lebenszyklus in mehreren Wirten:
Zoomastigophora (= Zooflagellaten) wie z. B. Trypanosoma gambiense (Erreger der afrikanischen Schlafkrankheit) mit ein oder mehrern Geißeln. Einige leben parasitisch mit kompliziertem Lebenszyklus. PilzähnlicheProtisten Neben Hefen (siehe hier) als echte Pilze aus dem Stamm der Ascomycetes gibt es die Myxomycota Myxomycota sind plasmodiale Schleimpilze wie z. B. Physarum Sie bestehen grundsätzlich aus einer großen Zelle mit tausenden von Kernen (Plasmodium). Sie entstehen, wenn viele begeißelte Zellen zusammenschwärmen und verschmelzen. Acrasiomycota Acrasiomycota (zelluläre Schleimpilze) z.B. Dictyostelium spec. bleiben die meiste Zeit ihres Lebens eine Zelle; auf ein chemisches Signal hin schwärmen sie zusammen und bilden ein Aggregat.
Zum Stamm der Monera gehören auch die Bakterien. 2.4.3 Bakterien 2.4.3.1 Allgemeine Bemerkungen Bakterien sind Prokaryonten. Diesen Zelltyp haben wir schon in der Klasse 11 kennengelernt. Die Zusammenstellung oben gibt nochmals über einige Eigenschaften Auskunft. Zellaufbau
Außer der Plasmamembran gibt es keine anderen membranumhüllten Zellorganelle. Die einzigen sind die Ribosomen, jedoch kleiner wie in Eukaryonten. Bakterien besitzen neben einem DNA-Ring als Erbinformation und noch einige kleinere DNA-Ringe, Plasmide genannt. Viele Bakterien können Sporen bilden, das sind Überdauerungsorgane im Cytoplasma, die bei ungünstigen Außenbedingungen gebildet werden und Millionen von Jahren überdauern können. Bewegung Bakterien bewegen sich durch Geißeln (= Flagellen) aus Protein. Bezüglich ihrer Bedeutung für den Menschen sind ca. 90% nützlich für den Menschen, 10% pathogen. Nützlichkeit:
Pathogenität: Vermehrung: Verbreitung: 2.4.3.2 Einteilung der Bakterien a) nach Morphologie (Gestalt): Man findet runde, stäbchenförmige und geschraubte Zellformen. Rundliche Bakterien bezeichnet man als Coccen. Sie können in linearen Kolonien vorkommen (Streptococcen Abb. 50) oder haufenförmig (Staphylococcen). Stäbchenförmig sind Pneudomonaden wie Mycobacterium tuberculosis oder alle Bacillen und z.B. E.Coli, das Darmbakterium der Säugetiere. Rechts ist der Endoparasit Campylobacter jejuni zu sehen, ein spiralförmiges Bakterium, das Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber hervorruft. |
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Weiterführende
Quellen:
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