Überlegen wir mal: Was wissen wir alles schon
über Energie und Energiegewinnung bei Organismen aus Klasse
11 und 12?
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1
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Höhere Organismen, also
Vielzeller bestehen aus eukaryontischen Zellen, die Mitochondrien
besitzen. Diese sind die Kraftwerke
der Zelle, die ATP
für die Lebensvorgänge produzieren |
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2
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ATP
ist der universelle Energiespeicher aller Zellen. |
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3
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Energie kann weder geschaffen
noch vernichtet werden, sondern nur von einer Energieart in
die andere transformiert werden. |
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4
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Es gibt endergonische
und exergonische Vorgänge. |
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5
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Die zu einer Reaktion notwendige
Aktivierungsenergie kann
durch Enzyme (Katalysatoren)
erniedrigt werden. |
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6
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Organismen beziehen ihre
Energie aus der Nahrung. Diese muß dazu verdaut,
resorbiert und in die Zellen transportiert werden. |
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7
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Es gibt autotrophe
und heterotrophe
Lebensweisen. |
In Abb. 1 ist
der Hefepilz Saccharomyces cerevisiae
abgebildet, ein einzelliger Eukaryont, der Glucose in Ethanol
verwandeln kann und deshalb zur Bier- und Weinherstellung verwendet
wird (Bierhefe = Bäckerhefe). Die käuflichen Hefewürfel
z. B. zum Kuchenbacken bestehen ebenfalls aus dieser Pilzart.
Diesen Pilzen fehlt das sonst bei Pilzen typische Mycel (Geflecht
aus Pilzhyphen). Saccharomyces pflanzt sich sexuell und
vegetativ durch Knospung fort (siehe links oben der Beginn einer
Knospung). In der Natur findet man sie überall dort, wo zuckereiche
Säfte freiwerden: im Nektarsaft der Blüten, auf
Früchten und Blättern, in der Nähe von Blattläusen.
Hefen sind aerob oder fakultativ
anaerob lebende Organismen. Je nach O2-Angebot
gewinnen sie die Energie über einen anderen Stoffwechselweg.
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aerobe
Lebensweise
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Energiegewinnung mit Sauerstoff z. B. Zellatmung
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anaerobe Lebensweise
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Energiegewinnung ohne Sauerstoff z. B. Gärung
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Hefen können bei O2-Mangel Zucker
vergären, also Glucose, Fructose, Saccharose und Maltose.
Die notwendigen Enzyme befinden sich im Cytoplasma. Dazu müssen
die Nährstoffe zunächst aufgenommen werden. Maltose
und Saccharose werden dann in Glucose und Fructose umgewandelt.
Danach wird im Cytoplasma über mehrere Schritte Ethanol gebildet
und ausgeschieden.
Diesen Vorgang nennt man alkoholische
Gärung. Bei O2-Anwesenheit wird mit Hilfe
der Mitochondrien der Zucker vollständig in CO2 und
H2O abgebaut. Man nennt dies Zellatmung.
Den energiegewinnenden Stoffwechsel aller Lebewesen
kann man wie folgt zusammenfassen:

Alle Organismen verwenden Glucose als wichtigsten
Energieträger. Die Glucose wird dabei auf zwei Arten abgebaut:
aerob in der Zellatmung und anaerob in der Gärung. Bei der
Zellatmung findet ein vollständiger Abbau zum CO2
und H2O statt. Bei der Gärung gibt es verschiedene
primäre Endprodukte, die wichtigsten sind Ethanol
und CO2 oder Milchsäure. Danach werden auch die
Stoffwechselwege genannt:
alkoholische Gärung und
Milchsäuregärung.
2.1 Milchsäure- und alkoholische
Gärung
Alle Gärungstypen laufen in zwei Schritten
im Cytoplasma der Zellen ab:
Gärungen dienen den Pilzen ( z. B. Hefe)
und vielen Bakterien ( z. B. Staphylococcus epidermis; Bakterien
auf der Haut) zum Energiegewinn. Die beim Abbau der
Glucose freiwerdene Energie wird in ATP gespeichert. Der Stoffwechselweg
der Gärung läuft in mehrere Einzelschritten im Cytoplasma
mit Hilfe spezieller Enzyme ab. Je nachdem, welches Enzym vorhanden
ist, bauen z. B. Milchsäurebakterien die BTS in Milchsäure
oder Hefe in Ethanol um.
Die Gesamtgleichungen sind:
Die Milchsäuregärung
kommt im Muskel der Tiere sowie bei verschiedenen Bakterien wie
den Milchsäurebakterien, Protozoen, Pilzen, Grünalgen
und höheren Pflanzen vor.
Die Alkoholische
Gärung findet man bei Hefe und einigen anderen Mikroorganismen
und höheren Pflanzen.
Daneben findet man bei Propionibakterien oder
bei Micrococcus-Arten im Pansen der Wiederkäuer die Propionsäuregärung:
Bei der Buttersäuregärung
bei Clostridien ( obligat anaerob) wird Glucose in Buttersäure
gespalten:
Glucose >
Buttersäure + 2 CO2 + 2 H2 DG°´=
- 265 KJ/Mol
Die Essigsäuregärung ist keine echte
Gärung, da mit Hilfe von O2 Ethanol zu Essigsäure
abgebaut wird (Acetobacter = Essigsäurebakterien)
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Nachweis der Gärungsprodukte
Um die Gärungsendprodukte z. B.
bei Hefe nachweisen zu können, werden einige ml |
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Traubensaft in einen Rundkolben gegeben.
Dazu kommt in Wasser aufgeschlämmte käufliche
Hefe (Saccharomyces cerevisiae). Der Kolben wird luftdicht
abgeschlossen, wobei ein gebogenes Glasrohr in eine Kalkwasserlösung
eintaucht. Bei Aufbewahrung bei 25° C - 35°C entsteht
ein Gas, das in Kalkwasser einen weißen Niederschlag
produziert, also CO2.
Bei Zusatz von gesättigter HgCl2-Lösung
unterbleibt die Gärung.
Nach Beendigung der Gärung setzt
man ein ca. 75 cm langes Steigrohr auf. Der beim Erhitzen
der Flüssigkeit entweichende Alkohol läßt
sich leicht am Endes Rohres entzünden.
Zur Verhinderung von Schaum sollte der
Kolben geschüttelt werden.
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