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Zunächst wollen wir uns einen Blattextrakt
herstellen.
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Herstellung eines Blattextraktes
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Gras- oder Brennesselblätter
werden mit der Schere fein zerschnitten und auf nassem Filterpapier
1 Nacht aufbewahrt. Am nächsten Tag werden die Schnipsel
in mehreren Portionen in einen Mörser gegeben. Dazu gibt
man genügend Spiritus und zerreibt das Gemisch mit Sand.
Dadurch werden die Zellen und Chloroplasten aufgebrochen und
das Chlorophyll extrahiert. Die grüne Spirituslösung
wird in einen mit Papierfilter belegten Glaszylinder gegeben
mit einer Wasserstrahlpumpe abgesaugt. Diese Prozedur wiederholt
man, bis genügend Rohchlorophylllösung hergestellt
wurde um den Enghalsrundkolben vollständig zu füllen.
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Material:
- 2 Hände voll Gras oder Brennessel
- Schere
- Bechergläser
- Spiritus
- Sand
- Mörser
- Wasserstrahlpumpe
- Glastrichter + Papierfilter
- kleiner Enghals- Rundkolben
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Auswertung/Beobachtung:
Hält man nun den Kolben mit dem Extrakt vor
einen Tageslichtprojektor, so erscheint die Rundung des Kolbens
dunkelrot, der Hals grün.
die jederman sichtbare Chlorophyllösung erscheint außerhalb
der natürlichen Umgebung plötzlich mal rot, mal grün.
Die Antwort liegt nicht unbedingt auf der Hand.
Betrachten wir noch einmal das Absorptionsspektrum des Chlorophylls.
Blau und Rot
werden aborbiert, Grün
nur wenig. In der Kolbenrundung ist die Schichtdicke jedoch so groß,
daß dei Grünabsorption sich aufsummiert, d.h. jedes Chl
- Moleküle absorbiert ein wenig Grün.
Da so Blau, Grün und Rot absorbiert werden, erscheint uns die
"dicke" Lösung dunkelrot.
Um zu entscheiden, mit welchen Farbstoffen
man es zu tun hat, trennen wir den Blattextrakt durch Chromatographie
auf.
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Chromatographie eines Blattextraktes
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Dies kann man entweder mit einer Dünnschichtchromatographie
auf Kieselgelplatten oder mit Papierchromatographie erreichen.
Zur Verhinderung der Oxidation wird eine Spur Ascorbinsäure
dazugegeben. Als Laufmittel verwendet man eine Gemisch aus
10 ml Benzin, 5 ml Petrolether und 4 ml Aceton.
Die Lösung wird aufgetüpfelt und abgedunkelt
ca. 50 Minuten laufengelassen.
Ergebnis:
Man erhält fünf bis 6 farbige
Banden, die unter UV-Licht alle fluoreszieren.
Die Trennung kann auch mit Tafelkreide demonstriert
werden.
Runde Tafelkreide muß 1 Std bei 100°C
getrocknet werden. Dann wird die abgekühlte Kreide senkrecht
in ein Becherglas gestellt, das 5 mm hoch mit der Blattextrakt-Lösung
gefüllt ist. Wenn der Extrakt ca. 1 cm hoch gestiegen ist,
wird die Kreide in ein 100 ml Becherglas gestellt, das mit der obigen
Laufmittelmischung 5 mm hoch gefüllt ist. Nach gut sichtbarer
Trennung der Banden betrachtet man die Kreide unter der UV-Lampe.
Kurzer Überblick über
die Chromatographie
Unter dem Begriff Chromatographie
werden eine Reihe mikroanalytischer Trennverfahren zusammengefaßt,
die zur Abtrennung einzelner Verbindungen aus einem vorgegebenen
Substanzgemisch dienen. Erfinder des Verfahrens und des Begriffs
ist der russische Botaniker Tswett (Abb.
25) der 1903 als erster mit einer Kalksäule Blattpigmente
trennte.
Man kennt heute verschiedene Verfahren wie die
Dünnschichtchromatographie (DC) die Gaschromatographie
(GC), die Hochleistungsflüssigkeitschromato-graphie
(HPLC) oder die sich heute immer mehr durchsetzende Gaschromatographie
gekoppelt mit massenselektivem Detektor (GCMSD).

Üblicherweise führt man die zu trennenden
Teilchen ( mobile Phase)
über ein anderes, unbewegliches Material (stationäre
Phase). Die Teilchen der beweglichen Phase interagieren
auf verschiedene Weise mit dem Trägermaterial, was zu einer
Auftrennung führt. Dazu können verschiedene Trägermaterialien
verwendet werden wie z. B.
- Glasplatten beschichtet mit Silikagel bei der
Dünnschichtchromatographie oder
- Papier bei der Papierchromatographie,
- Gase bei der Gaschromatographie und
- Flüssigkeiten mit hydrophilen und unlöslichen
Bestandteilen bei der Flüssigkeitschromatographie.
Die Auftrennung erfolgt nach
- unterschiedlicher Teilchengröße
- unterschiedlicher Ladung oder
- unterschiedlicher Affinität zum Trägermaterial.
Dünnschichtchromatographie
Bei der Dünnschichtchromatographie
wird das zu trennende Gemisch als kleiner Fleck auf das Trägermaterial
aufgebracht. Die Komponenten können gegenüber ebenfalls
aufgetragenen Standards identifiziert werden. Eine Seite der Platte
wird dann in ein Laufmittel becken gebracht. Das Laufmittel
saugt sich aufgrund der Kapillarität durch das Trägermaterial
und führt das zu trenende Gemisch mit sich. Dabei haben die
zu trennenden Bestandteile unterschiedliche Wanderungsgeschwindigkeit.
Nach einer gewissen Zeit liegen die Bestandteile in unterschiedlichen
Bereichen der Platte vor (Banden). Sie werden durch UV oder Versatz
mit Indikatoren wie Jod nachgewiesen.

Die chromatographischen Daten, die eine Substanz
charakterisieren, sind der Rf-Wert
bei der DC bzw. die Retentionszeit (tr) bei der HPLC oder
GC. Die Retentionszeit (in Minuten) ist die Zeit, die ein Stoff
benötigt, um durch eine Trennsäule hindurchzuwandern.
Sie wird zur qualitativen Beschreibung des Trennvorgangs aus dem
Chromatogramm bestimmt. Der Rf-Wert ist der Quotient aus
der Laufstrecke der Substanz zur Laufstrecke des Fließmittels
(Lösungsmittels):
Rf
= Laufstrecke Probe / Laufstrecke
Fließmittel
Auswertung und Erklärung der obigen
Experimente
Der Blattextrakt im Enghalsrundkolben fluoresziert
(leuchtet) bei intensiver Belichtung dunkelrot.
Was ist Fluoreszenz/Phosphoreszenz?
Fluoreszenz nennt
man das Phänomen, bei dem die Lichtabsorption durch einen bestimmten
Stoff ( Fluorochrom) nach einigen Pico- oder Nanosekunden eine Emission
(Abstrahlung) von Licht längerer
Wellenlänge zur Folge hat. Man
nennt die Gesamtheit der Wellenlängen, die Fluoreszenz hervorruft
Fluoreszenz-Anregungs-Spektrum. Die Gesamtheit der emittierten
(ausgesandten) längerwelligen Wellenlängen nennt man
Fluoreszenz-Emissions-Spektrum. (Das Licht der Leuchtstoffröhren
beruht auf Fluoreszenz).
Ist die Emission zeitlich verzögert ( ms,
Min.), so spricht man von Phosphoreszenz.
Das Polarlicht (Abb. 27)
und das Bild auf einem Computermonitor ist z. B. auf Phosphoreszenz
begründet.
Phosphoreszenz und Fluoreszenz faßt man
zur Photolumineszenz zusammen. Beide hängen vom Energiezustand
des Stoffes (Atoms, Moleküls usw. ) ab. Den quantitaiven Zusammenhang
zwischen der Absorption und Konzentration des absobierenden Stoffes
gibt das Lambert-Beersche Gesetz.
Die Intensität des emittierten Fluoreszenzlichts
ist eine lineare Funktion der Fluorochromkonzentration. Diese Eigenschaft
von Stoffen wird in der Fluoreszenz-Spektroskopie
ausgenützt, um sie qualitativ oder quantitativ zu untersuchen
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in vivo = im lebenden Organismus
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in vitro = außerhalb des lebenden Systems
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Um die in vitro-Fluoreszenz
von Chlorophyll zu erklären, wollen wir zunächst das Bohrsche
Atommodell bemühen, um das Prinzip zu verstehen.
Stoffe bestehen aus Molekülen, Ionen oder
Atomen. Diese wiederum bestehen aus Atomkern und Elektronenhülle.
Photoluminiszenz hat nur mit
den Elektronen zu tun. Was geschieht, wenn diese von Licht getroffen
werden, sieht man auf der nachfolgenden Abbildung.

Das vom Photon einer bestimmten Wellenlänge
getroffene Elektron übernimmt die Energie und wird aus seinem
Grundzustand ( S0 )
auf eine angeregte Energiestufe ( S1)
gehoben. Fällt es wieder zurück, sendet es Licht (Strahlung)
aus. Jedes Atom oder Molekül hat mehrere Anregungszustände.
Je höher
die Energie des eingestrahlten Lichts, desto weiter wird das Elektron
angehoben und desto kurzlebiger ist der angeregte Zustand. Besonders
leicht beweglich sind die p
- Elektronen z. B. der Doppelbindungen. Betrachten Sie sich
noch einmal die Strukturformeln von Chlorophyll und der anderen
Pigmente, so finden Sie immer ein p-
Elektronensystem.
Stellvertretend für die anderen Pigmente
wollen wir die Anregungszustände von Chlorophyll
betrachten.

Chlorophyll
besitzt mehrere Anregungszustände:
- S1 = 1. angeregter
Singulettzustand
- S2 = 2. angeregter Singulettzustand
und
- T1 = 1. angeregter
Triplettzustand
Jeder Energielevel besitzt noch sogenannte
Feinenergieabstände. Um eine Elektron auf den Zustand S1
anzuheben, ist eine bestimmte Energie
E Abs notwendig. Enthält das anregende Licht
etwas mehr Energie als notwendig, wird das Elektron auf dieser angeregten
Stufe in Schwingungen versetzt, bei noch mehr Energie in
Rotationen.
Energie Abs
> Energie Flu ; l
Abs < l
Flu (Stokes-Verschiebung)
Aus der Absorptionskurve des Chlorophyll
erkennen wir, daß dieses blaues
und rotes Licht absorbiert. Blaues
Licht hebt ein getroffenes Elektron auf den S2-Zustand,
rotes Licht in den
S1-Zustand. Der S2-Zustand
ist jedoch zu kurzlebig und das Elektron fällt auf den
S1-Zustand zurück
unter Abgabe von Wärme. Vom
S1-Zustand kehrt das Elektron in den Grundzustand unter Aussendung
von rotem Fluoreszenzlicht zurück.
Unter bestimmten Umständen kann das Elektron aus dem S1-Zustand
unter Wärmeabgabe auf den T1-Zustand
fallen und dann unter Aussendung von längerwelligem Phosphoreszenzlicht
in den Grundzustand zurückfallen.
Die Rotfluoreszenz von Chlorophyll erklärt
sich also dadurch, daß blaues und rotes absorbiertes Licht
immer zur Rotfluoreszenz oder dunkelroter Phosphoreszenz führen.
In vitro findet man für Chlorophyll a eine
Fluoreszenzbande bei ca. 669 nm ( in Ether) und eine Phosphoreszenzbande
bei 755 nm. In vivo wurde schwache Fluoreszenz und keine Phosphoreszenz
nachgewiesen.
Im nächsten Kapitel werden wir feststellen,
woran das liegt und was mit der absorbierten Energie in vivo geschieht.
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