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Wie wir schon im vorigen Kapitel bei der Blasenzählung
gesehen haben, ist die Photosyntheserate von der Lichtintensität
abhängig. Untersucht man diesen Sachverhalt bei atmosphärischer
CO2-Konzentration quantitativ, ergibt sich nachfolgendes
Bild:

Ab einer bestimmten Beleuchtungsstärke läßt
sich die Photosyntheserate nicht mehr steigern. Unterschiede ergeben
sich bei Licht und Schattenpflanzen. Letztere erreichen früher
ihr Maximum.
Variiert
man zusätzlich die CO2-Konzentration
ergibt sich folgendes:
Die Photosyntheserate erreicht bei ca.
12 000 Lux (Einheit der Beleuchtungsstärke)
ihr Maximum und kann durch höhere Lichtstärken nicht
gesteigert werden. (20 000 Lux werden im Hochsommer, am Mittag bei
wolkenlosem Himmel erreicht.)
Die CO2-Konzentration
der Luft ist unteroptimal. Die
Photosyntheserate kann bis 0, 1% CO2 beträchtlich
gesteigert werden (ca. Faktor 2,5). Dies wird in Gewächshäusern
durch CO2-Begasung ausgenützt, um den Ertrag zu
steigern.
1.2.3.2 Temperaturabhängigkeit
Die typische Temperaturabhängigkeit
der Photosynthese (Lichtpflanzen) beschreibt in etwa eine
Gaußsche Glockenkurve mit einem optimalen Bereich zwischen
20 und 40 °C. Sie ähnelt stark der Temperaturabhängigkeit
der Enzyme.(siehe Biokurs Klasse 11).
Auch der Temperaturbereich stimmt in etwa.
Die Vermutung liegt deshalb nahe, daß bei
der Photosynthese enzymatische Prozesse eine Rolle spielen.
1.3. Eigenschaften
der Blattfarbstoffe
1.3.1 Licht und die Absorptionseigenschaften
der Blattfarbstoffe
Licht als elektromagnetische Welle besitzt wie
alle Wellen folgende Eigenschaften:
Wellenlänge
l
Frequenz n
Geschwindigkeit
c
Sichtbares Licht ist ein Spektrum der Wellenlängen
von ca. 390 - 770 nm.
Dabei sind Wellen mit 450 nm blau,
500 nm grün
und 700 nm rot.

Das gesamte Spektrum erscheint dem Auge gemeinsam
angeboten als weißes
Licht.
Der Energiegehalt ist umgekehrt proportional der
Wellenlänge d.h. je kürzer die Wellenlänge, desto
höher der Energiegehalt. UV-Licht ist deshalb energiereicher
als Infarotlicht.
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E =
Energie
h
ist das Plancksche Wirkungsquantum = (6.626196 * 10-34
JouleSek.)
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Jede Wellenlänge besteht aus "Energiepaketen"
= Quanten = Photonen. Die Energie wird in Einstein (1 Einstein =
1 Mol Photonen) angegeben. Blaulicht
besitzt ca. 300 KJ/Einstein, Rotlicht
ca. 160 KJ/Einstein.
Licht hat Eigenschaften von Wellen und Teilchen.
Die Welleneigenschaften sieht man an der Brechung des Lichts im
Wasser oder an einem Prisma, die Teilcheneigenschaften am Photoeffekt.
Licht kann aus Metalloberflächen wie Zink oder Kalium usw.
Elektronen herauschlagen, die Metalle werden positiv aufgeladen,
Strom fließt.
Daß Licht auch mit anderen Stoffen
in Wechselwirkung tritt sieht man z. B. an einem blauen Pulli oder
einem grünen Blatt. Nehmen wir im einfachsten Fall an der Pulli
enthält einen blauen Farbstoff (Pigment),
das Blatt einen grünen Farbstoff
. Der Pulli erscheint blau, weil er
mit weißem Licht bestrahlt wird und im einfachsten Fall alle
Wellenlängen absorbiert außer blau. Diese wird reflektiert
und vom Auge wahrgenommen. Das Blatt erscheint aus dem gleichen
Grund grün, weil alle Wellenlängen außer grün
absorbiert werden. (siehe oben Chlorophyll)
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Pigmente
sind also Stoffe, die Licht absorbieren.
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Schwarze Farbstoffe
absorbieren alle sichtbaren Wellenlängen, weiße Pigmente
reflektieren alle Wellenlängen. Jedes Pigment hat seine eigenen
Absorptionseigenschaften.
Der grüne Farbstoff
in allen grünen Pflanzen heißt Chlorophyll
und absorbiert weißes Licht wie oben dargestellt. Man fand
aber bei der genauen Analyse verschiedener Pflanzen noch andere
Blattfarbstoffe, die unterschiedliche Absorptionseigenschaften haben.
Diese sind unten dargestellt:
Die Nichtchlorophyll-Blattfarbstoffe werden akzessorische
Pigmente genannt.
Die photosynthetisch aktiven
Pigmente sind alle in den Chloroplasten enthalten. Zusätzlich
findet man vor allem Herbst in Blättern
rotes
bis purpurfarbenes
Anthocyan.
Dieses hat jedoch keine photosynthetische
Wirkung, ist wasserlöslich und
in der Vakuole enthalten. Anthocyane sind auch für die Färbung
vieler Früchte und Blütenblätter verantwortlich.
Im Frühjahr und Sommer sind die Blätter
der meisten Pflanzen grün, nur im Herbst wechseln die Blätter
die Farben. Der grüne Blattfarbstoff Chlorophyll macht den
Hauptteil der Pigmente aus und überdeckt normalerweise die
anderen Pigmente. Im Herbst, wenn Chlorophyll durch die längere
Dunkelzeit abgebaut wird, kann man die anderen Farbstoffe sehen.
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Frühling,
Sommer
Chlorophyll
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Herbst
Anthocyan
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Herbst
Carotine
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Herbst
Xanthophylle
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Blattfarben und die bestimmenden Pigmente
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Alle Blattfarbstoffe sind höhermolekulare
organische Stoffe. Die chemische Struktur kann man nachfolgender
Zusammenstellung entnehmen.
CHLOROPHYLLE

Chlorophyll besteht aus einem Poryphyrinringsystem
mit Mg2+ als Zentralion. Die Struktur ist grundsätzlich
mit dem Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff verwandt. Man beachte
das System alternierender Doppelbindungen, das durch die
vier N-haltigen 5er-Ringe (Pyrrol) gebildet wird. Chl a
und b unterscheiden sich nur
durch einen Substituenten (R).
Die Lichtabsorption erfolgt im blauen (Chla
a =
440 nm) und roten (Chl a
= 662nm) Spektralbereich des sichtbaren Lichts.
CAROTINOIDE
Carotine
sind Tetraterpene (8 Isopreneinheiten; C40). Wiederum
sind die alternierenden Doppelbindungen auffällig. Das wichtigste
Carotin ist das b-Carotin
in Kormophyten und Algen.

Die Lichtabsorption erfolgt im blauen bis grünen
Spektralbereich des sichtbaren Lichts. ( b-Carotin
zwischen 415 und 500 nm)
XANTHOPHYLLE
Xanthophylle
sind die Oxidationsprodukte der Carotine und enthalten O.
Die wichtigsten Xanthophylle in Kormophyten und Algen sind links abgebildet.

Phycobilline
Phycocyanin
(Abb. 22)
und Phycoerythrin sind an Protein
gebundene blaue und rote Pigmente der Rotalgen.

Lichtabsorption:
Phycoerythrin im grünen
Bereich; Phycocyanin im roten Bereich.
Nachdem wir uns nun die einzelnen Blattpigmente
und deren Absorptionseigen-schaften genauer betrachtet haben, wollen
wir einmal diese und das Aktions-spektrum miteinander vergleichen.

Die Kurven sind fast identisch.
Daraus können wir den Schluß ziehen, daß
die Chlorophylle und Carotinoide am photosynthetischen Prozess beteiligt
sind.
Wir wollen nun einen Blattextrakt
herstellen, analysieren und uns die Wechselwirkung der Pigmente
mit dem Licht auf molekularer Ebene genauer ansehen.
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