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Voraussetzung für die Evolution der Organismen ist eine genügend lange Entwicklungszeit.
Deshalb wollen wir uns zunächst mit der Erdgeschichte und den Meßmethoden zur Altersbestimmung von Materie befassen. |
Die Entwicklung der modernen Astronomie, ausgehend vom heliozentrischen Weltbild des Kopernikus über die die Newtonschen Gesetze der Bewegung und Gravitation bis hin zu Einsteins Relativitätstheorie brachten uns ein Bild der Erde, das durch tausende von Fakten aus den unterschiedlichsten Wissenschaften abgesichert ist. Tagtäglich benutzen wir technische Geräte, die aufgrund dieser Theorien konstruiert wurden. |
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Unsere Erde ist gemessen am unvorstellbar großen Universum ein winziger Materienhaufen, der um einen Stern namens Sonne kreist. Das Sonnensystem mit weiteren 8 Planeten liegt am Rande der Milchstraße, einer Galaxis mit ca. 100 Milliarden Sternen, die sich wie die Millionen anderer Spiralnebel mit einer Geschwindigkeit von mehreren 100 000 Km/Std. voneinander entfernen. (siehe unten, Andromedanebel)  |
Wir kennen durch die die heliozentrische Parallaxe die Entfernungen zu allen Objekten im Weltraum, durch die Rotverschiebung die Geschwindigkeiten und deren Alter und durch die Spektralanalyse deren atomare Zusammensetzung. Raumsonden und bemannte Raumfahrzeuge, die in den letzten 20 Jahren zu den Himmelskörpern unseres Sonnensystems unterwegs waren bestätigten die grundsätzlichen physikalischen Gesetzmäßigkeiten, die in den letzten 500 Jahren erarbeitet wurden.
Vor ca. 15 Milliarden Jahren begann die Materie im Urknall zu expandieren. |
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Am Anfang war der Wasserstoff. Er kondensierte in Milliarden von lokalen großen Kugeln, in denen durch Kernfusion Helium gebildet wurde:
Sterne sind entstanden.
In den Sternen entstanden andere Elemente wie z. B. Eisen. Vor ca. 5-6 Milliarden Jahren wurde aus einem Stern, der H2-Mangel hatte ein roter Riese, kollabierte und exlodierte als Supernova. In dieser Surpernova, die es zu Milliarden im Universum gab, entstanden alle anderen chemischen Elemente.
Die Masse der neuen Materie konzentrierte sich wiederum zu einer Gaswolke (a). Das Zentrum wurde extrem erhitzt und bildete einen neuen Stern, unsere Sonne (b). Aus dieser Gaswolke kondensierten die Planeten (c) und (d), alle mit Umlaufbahnen, die ungefähr in einer Ebene liegen (Ausnahme: Pluto; deshalb möglicherweise eine eingefangener Asteroid).
Auf diese Weise entstand auch die Erde. Als deren Masse zunahm, wuchs auch die Gravitation und die Erde komprimierte sich zu einer kleineren und dichteren Kugel ( vor ca. 4,5 Milliarden Jahren). Durch den ungeheuren Druck im Inneren der Erde erhitzte sich das Zentrum und begann zu schmelzen. Da Eisen das schwerste der in der Erde enthaltenen normalen Elemente ist, schmolz dies und konzentrierte sich im Erdinneren, wo es kondensierte. |
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Vor ca. 3.7 Milliarden Jahren verfestigte sich die Erdkruste.
Aus Vulkanen und Rissen strömten Gase und Lava aus. Die vulkanischen
Gase sind die gleichen wie heute:
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Gase aus Vulkanen und Rissen in der Erdkruste |
Die Gase verbanden sich zu
Methan (CH4)
Ammoniak (NH3)
Blausäure (HCN). |
Wasserdampf (H2O)
Chlorwasserstoff (HCl)
Kohlenstoffmonoxid (CO)
Kohlenstoffdixid (CO2)
Stickstoff (N2) |
Diese Atmosphäre war extrem lebensfeindlich.
Als sich die Erdkruste weiter abkühlte kondensierte das Wasser und sammelte sich in den Ozeanen an.
Soweit die physikalische und primäre chemische Evolution der Erde. |
Die Elemente, die wir von der Erde kennen kommen überall im Weltraum vor, jedoch unterschiedlich verteilt. Da wir durch den Blick in den Himmel in die Vergangenheit schauen (Licht hat eine Geschwindigkeit), wissen wir, daß es die Materie, die Energie und die damit verbundenen Prozesse schon vor Jahrmilliarden und überall gegeben hat. Die Materie und Vorgänge auf der Erde sind also nichts Besonderes und ein Teil der Prozesse, die im Universum ablaufen.
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Es gilt der Uniformitarismus (Hutton, 1788; Theory of the Earth), das Konzept, daß sich die Naturgesetze über die Zeit und den Raum nicht verändern.
Beispiel:
- Die Spektralanalyse der Sterne zeigt die gleiche Zusammensetzung wie die Erde. Das Experiment bringt heute in Frankreich wie im nächsten Jahrhundert dasselbe Ergebnis.
Weiterhin wird der Aktualismus (Lyell) zugrundegelegt. Die Gegenwart ist der Schlüssl zur Vergangenheit!.
Beispiele:
- Wenn Furchungen in altertümlichem Sandstein identisch zu denen in modernen Gesteinen sind, wurden sie unter ähnlichen Umständen hervorgerufen.
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Wenn der Aufbau und die Zusammensetzung in einem altertümlichen Stein diegleiche ist wie in einem moderen Vulkangestein, kann man annehmen, daß der alte Stein ebenfalls durch vulkanische Aktivität entstanden ist.
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Die Geologie ist die Wissenschaft, die sich mit der physikalischen Geschichte der Erde und den physikalischen, chemischen und biologischen Veränderungen, denen sie unterliegt beschäftigt.
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Wie man an der bisherigen Erörterung erkennen kann, muß die biologische Evolution als ein Teil der gesamten Entwicklung des Universums verstanden werden. |
Die Geologen haben aufgrund unzähliger, weltweiter Messungen und Beobachtungen eine geologische Zeitskala aufgestellt, in der sie die Erdgeschichte nach geologischen Ereignissen einteilen. Die erste geologische Zeittafel geht auf Arthur Holmes (1911-1927) zurück.
Datum |
Uhrzeit |
Zeitalter |
Periode |
Beginn
(Jahre von heute) |
1. Januar |
00:00 |
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Azoikum |
4.600.000.000 |
17. Februar |
14:36 |
PräkambriumBakterien,
Eukaryontische Zellen |
Archaikum |
4.000.000.000 |
16. Juni |
15:07 |
Proterozoikum |
2.500.000.000 |
19. August |
02:36 |
1.700.000.000 |
21. Oktober |
14:05 |
900.000.000 |
15. November |
04:26 |
Paläozoikumerste
Landpflanzen,Urfische, Amphibien, Insekten |
Kambrium |
590.000.000 |
18. November |
18:07 |
545.000.000 |
20. November |
17:44 |
520.000.000 |
22. November |
07:49 |
Ordovizium |
500.000.000 |
23. November |
21:54 |
480.000.000 |
25. November |
12:00 |
460.000.000 |
27. November |
02:05 |
Silur |
440.000.000 |
28. November |
16:10 |
420.000.000 |
29. November |
11:13 |
Devon |
410.000.000 |
1. Dezember |
01:18 |
390.000.000 |
2. Dezember |
05:52 |
375.000.000 |
3. Dezember |
10:26 |
Karbon |
360.000.000 |
6. Dezember |
05:05 |
325.000.000 |
8. Dezember |
23:44 |
Perm |
290.000.000 |
10. Dezember |
13:49 |
270.000.000 |
12. Dezember |
03:54 |
Mesozoikum Reptilien,
Saurier |
Trias |
250.000.000 |
17:14 |
243.000.000 |
13. Dezember |
18:00 |
230.000.000 |
15. Dezember |
08:05 |
Jura |
210.000.000 |
17. Dezember |
09:36 |
184.000.000 |
19. Dezember |
07:18 |
160.000.000 |
20. Dezember |
21:23 |
Kreide |
140.000.000 |
24. Dezember |
07:16 |
97.000.000 |
26. Dezember |
18:18 |
Känozoikum Blütenpflanzen,
Insekten, Fische, Vögel, Säugetiere |
Tertiär |
66.000.000 |
27. Dezember |
15:15 |
55.000.000 |
29. Dezember |
03:26 |
36.000.000 |
30. Dezember |
02:17 |
24.000.000 |
31. Dezember |
14:28:12 |
5.000.000 |
20:45:45 |
Quartär |
1.700.000 |
22:37:48 |
720.000 |
23:58:51 |
10.000 |
Diese Zeitspanne von mehreren Milliarden Jahren ist so unvorstellbar, daß wir am besten einmal die 4,6 Milliarden Jahre auf einen Tag legen um uns einen besseren Überblick zu verschaffen.
Man hat 2 Zeitskalen verwendet, um das Alter der Erde zu messen: eine |
relative Zeitskala |
gründet sich auf die Abfolge von Ablagerungen im Gestein und die Evolution des Lebens |
absolute Zeitskala |
basiert auf der natürlichen Radioaktivität chemischer Elemente in bestimmten Gesteinen |
Danach ist die Erde wie das gesamte Sonnensystem ca. 4, 6 Milliarden Jahre alt. Da die ältesten Gesteine der Erde meist durch die Plattentektonik zerfallen sind, konnte man bisher aus Gestein allein das Erdalter nicht genau bestimmen. Die ältesten bisher gefundenen und radiometrisch bestimmte Gesteine aus Kanada, Grönland, Afrika und Asien sind zwischen 3,4 und 3,9 Milliarden Jahre alt. Das älteste geprüfte Mondgestein war 4,5 Milliarden Jahre alt, kaum jünger als verschiedene Meteoriten mit 4,58 x 109 Jahre. Die Messungen korrespondieren mit dem berechneten Alter der Milchsträße von ca. 10-13 Milliarden Jahren und dem Urknall vor ca. 15 Milliarden Jahren. |
3.2.1 Altersbestimmungen
Man kennt und verwendet heute eine Vielzahl verschiedener Altersbestimmungsmethoden. Das Alter eines Objektes kann je nach Material mit mehreren korrelierenden Methoden bestimmt werden. Durch Eichung, Vergleich und Bestimmung des Meßfehlers ergibt sich ein gesichertes Alter.
Man verwendet heute z.B. die
- Radiometrische Altersbestimmung (Zerfall radioaktiver Isotope wie K, U, Rb, Pb usw.)
-
Radiokarbonmethode (Zerfall von 14C in N)
-
relative geologische Zeitskala aus Sedimenten
-
Populationswachstum
-
Jahresringe bei Bäumen (Dendrochronologie)
-
Eisbohrkerne
-
Thermolumineszenz (TL) in menschlicher Keramik
-
Elektronen Spin Resonanz (ESR) (mißt e- in Knochen und Schalen)
-
Aminosäure Razemisierung (L --->D-Form; das D/L Verhältnis ist abhängig von der Zeit, Temperatur und der Art des Organismus).
Nachfolgend sollen die beiden wichtigsten und am häufigsten angewandten Meßmethoden genauer besprochen werden. |
Radiometrische Altersbestimmung
Atome desselben Elements mit unterschiedlicher Masse, also unterschiedlicher Neutronenzahl nennt man Isotope. Radioaktiver Zerfall ist ein spontaner Prozess, bei dem ein Isotop Partikel seines Kerns verliert, um ein Isotop eines neuen Elements zu bilden. Die Zerfallsgeschwindigkeit wird als Halbwertszeit angegeben. Die meisten radioaktiven Isotope haben kurze Halbwertszeiten und verlieren ihre Radioaktivität in ein paar Tagen oder Jahren. Die langsam zerfallenden Isotope werden als geologische Uhr verwendet. Die bei Gesteinsdatierungen am häufigsten verwendeten Isotope sind nachfolgend zusammengestellt.
Ausgangs-Isotope |
Stabiles Produkt |
gegenwärtig akzeptierte Halbwertszeit |
Uran-238 |
Blei-206 |
4.5 Milliarden Jahre |
Uran-235 |
Blei-207 |
704 Millionen Jahre |
Thorium-232 |
Blei-208 |
14.0 Milliarden Jahre |
Rubidium-87 |
Strontium-87 |
48.8 Milliarden Jahre |
Kalium- 40 |
Argon-40 |
1.25 Milliarden Jahre |
Samarium-147 |
Neodym-143 |
106 Milliarden Jahre |
Der mathematische Zusammenhang, der den radioaktiven Zerfall mit der geologischen Zeit in Verbindung bringt heißt Altersgleichung:
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t = Alter des Gesteins;
D = Anzahl der Atome des Produkts heute |
P = Anzahl der Atome des Isotops heute
l = Zerfallskonstante |
Die Halbwertszeit eines Isotops ist: |
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Obwohl die Theorie einfach ist, ist der Laboraufwand beträchtlich, um das Alter eines Gesteins zu messen. Häufig wird die K-Ar-Methode verwendet, da sie bei Gestein, das zwischen einigen Tausen Jahren und Milliarden Jahren alt exakte Ergebnisse liefert. K ist in den meisten Gesteinen vorhanden und läßt sich samt dem Zerfallsprodukt Argon selbst in kleinsten Mengen messen. Meist werden mehrere Methoden der Datierung verwendet.
Direkt werden nur Schmelzgesteine wie Granit und Basalt die aus Magma kristallisiert sind radiometrisch gemessen. Diese enthalten jedoch keine Fossilien. Sedimentgesteine wie Sandstein und Kalkstein werden durch Vergleich mit Zeitzonen aus Schmelzgestein datiert.
Radiokarbonmethode
Die Radiokarbonmethode ist ein von W.F. Libby 1947 entwickeltes Verfahren zur Altersdatierung von archäologischen und geologischen Proben.
Sie beruht darauf, daß in den oberen Schichten der Erdatmosphäre durch die kosmische Strahlung Neutronen erzeugt werden, die durch eine Kernreaktion das Stickstoffisotop N-14 in das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 umwandeln.
14N + Neutron => 14C + Proton
Das 14C wird schnell in 14CO2 oxidiert und gelangt in die Nahrungskette. |
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