1.4 Periodensystem der Elemente (PSE) Teil I
     

Die gegenwärtige Form des PSE wurde unabhängig voneinander von zwei Chemikern entwickelt: Julius Lothar Meyer (1830-1895) und Dimitri Ivanovich Mendelejeff (1834-1907).
1869 veröffentlichte Mendelejeff als erster sein System. Die Elemente Gallium, Scandium und Germanium waren unbekannt, insgesamt kannte man etwa 60 Elemente. Mendelejev sagte präzise deren Existenz und Eigenschaften voraus.

Schon 1864 schlug John Newlands vor, die Elemente in Oktaven anzuordnen, da sich chemische Eigenschaften nach 8 Elementen wiederholten (= Gesetz der Oktaven).

Seit damals hat sich das PSE deutlich gewandelt. Man hat bisher 98 natürlich vorkommende Elemente entdeckt und bis heute 20 weitere künstlich hergestellt.

Das leichteste Element ist Wasserstoff aus Atomen mit einem Proton bestehend, das bisher schwerste ist Eka-Radon mit der Ordnungszahl 118, also 118 Protonen.
Heute ist die Protonenzahl (= Elektronenzahl) das Kriterium, nachdem man die Elemente anordnet. Deshalb nennt man diese Zahl auch Ordnungszahl.

Grundsätzlich ergibt sich, wenn man die Elemente nach ihrer Protonenzahl anordnet eine Reihe von derzeit 118 Elementen. Da sich die Eigenschaften der Elemente periodisch wiederholen (mit Ausnahmen bei einigen höheren Elementen), ordnet man diese Element-Reihe in untereinanderliegenden 8er-Abschnitten an.

 

 

 

 

 

Abb.1.4.1
PSE von J.L. Meyer
1872


Aus Annalen der Chemie und Pharmacie, VIII, Supplementary Volume for 1872, page 511.

 

 

 

 

 

 

 

Abb.1.4.2
Gesetz der Oktaven

Dies sieht dann so aus:


Die waagerechten Reihen nennt man Perioden, die senkrechten Reihen Gruppen. Die Hauptgruppen werden nach der alten Bezifferung mit römische Zahlen I - VIII benannt.
Space Heute werden die Gruppen von 1 -18 durchnummeriert. Man kennt 7 Perioden und 8 Hauptgruppen. Die Hauptgruppen werden wie folgt benannt:

I
Alkalimetalle Li, Na, K, Rb, Cs, Fr  
II
Erdalkalimetalle Be, Mg, Ca, Sr, Ba, Ra  
III
Erdmetalle B, Al, Ga, In, Tl  
IV
Kohlenstoffgruppe C, Si, Ge, Sn, Pb  
V
Stickstoffgruppe N, P, As, Sb, Bi  
VI
Sauerstoffgruppe O, S, Se, Te, Po  
VII
Halogene F, Cl, Br, J, At  
VIII
Edelgase He, Ne, Ar, Kr, Xe, Rn  

 

Besonders farbig gekennzeichnet sind oben die Halbmetalle, Nichtmetalle, Halogene, Edelgase, Alkalimetalle, Erdmetalle. Die Nebengruppenelemente vom Scandium bis Uuo werden Übergangsmetalle genannt, die beiden Einschübe Lanthanide "seltene Erden"und Actinide "synthetische Transurane".

In der 4 und 5. Periode werden je 10 Elemente (= Nebengruppen) eingeschoben ( mit 1 und 2 benannt). In die 6. Periode werden an der Stelle (5) die Lanthaniden (15 Elemente) und in der 7. Periode (6) die 15 Actiniden eingeschoben. Jeweils danach werden dann die Nebengruppen 3 bzw. 4 eingeschoben.

Wasserstoff (Hydrogen) H gehört wegen fehlender Ähnlichkeit keiner Gruppe an, wird gewöhnlich über die Alkalimetalle gesetzt.

Das vollständige (ausgeklappte) PSE sieht dann so aus:

 

Abb.1.4.3
modernes PSE

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb.1.4.4
interaktives PSE

Periodensystem der Elemente © EGB2001

  1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
1

1
H

Eigenschaften

2
He

2

3
Li

4
Be

= Nichtmetalle = Nebengruppen
= (Metalle)

5
B

6
C

7
N

8
O

9
F

10
Ne

3

11
Na

12
Mg

= Halbmetalle = Übergangsmetalle

13
Al

14
Si

15
P

16
S

17
Cl

18
Ar

4

19
K

20
Ca

21
Sc

22
Ti

23
V

24
Cr

25
Mn

26
Fe

27
Co

28
Ni

29
Cu

30
Zn

31
Ga

32
Ge

33
As

34
Se

35
Br

36
Kr

5

37
Rb

38
Sr

39
Y

40
Zr

41
Nb

42
Mo

43
Tc

44
Ru

45
Rh

46
Pd

47
Ag

48
Cd

49
In

50
Sn

51
Sb

52
Te

53
I

54
Xe

6

55
Cs

56
Ba

57
La

72
Hf

73
Ta

74
W

75
Re

76
Os

77
Ir

78
Pt

79
Au

80
Hg

81
Tl

82
Pb

83
Bi

84
Po

85
At

86
Rn

7

87
Fr

88
Ra

89
Ac

104
Rf

105
Db

106
Sg

107
Bh

108
Rs

109
Mt

110
Ds

111
Rg

112
Uub

113
Uut

114
Uuq

115
Uup

116
Uuh

117
Uus

118
Uuo

Lanthanoide

58
Ce

59
Pr

60
Nd

61
Pm

62
Sm

63
Eu

64
Gd

65
Tb

66
Dy

67
Ho

68
Er

69
Tm

70
Yb

71
Lu

 
Actinoide

90
Th

91
Pa

92
U

93
Np

94
Pu

95
Am

96
Cm

97
Bk

98
Cf

99
Es

100
Fm

101
Md

102
No

103
Lr

 
Name e- -Kfg. Molmasse (g) SchmP (°C) SiP (°C) Dichte (g/l-cm3) DfH° ( kJ/ mol)

Für die Elektronen-Konfiguration und Elementeigenschaften bitte die Elemente anklicken!
Weitere Eigenschaften können über das Auswahlmenü eingeblendet werden.

 

Nach dem Bohrschen Atommodell werden die Elektronenschalen mit steigender Hauptquantenzahl n entsprechend der Kernladungszahl Z mit Elektronen besetzt. Dabei ist:

die K-Schale (n = 1) mit 2 Elektronen gefüllt.
Die L-Schale (n = 2) kann maximal 8 Elektronen aufzunehmen.
Die M-Schale (n = 3) ist mit 18 Elektronen besetzt.
Die N-Schale (n = 4) ist mit 32 Elektronen gesättigt.
Aufgefüllte Elektronenschalen bezeichnet man als Edelgaskonfiguration.

Die maximale Elektronenzahl pro Schale = 2 · n2.

Aus dem PSE kann man viel über den Bau eines Atoms herauslesen.
Betrachten wir z.B. Chlor. Das Element Chlor steht in der 7. Hauptgruppe (17) und 3. Periode. Aus der Hauptgruppe entnehmen wir die Anzahl Außenelektronen, nämlich 7, aus der Periodennummer die Anzahl der Schalen oder Hauptquantenzahl, nämlich 3
.

Die Ordnungszahl 17 sagt uns weiterhin die Gesamtzahl der Elektronen und Protonen und die Massenzahl 35 gibt an, daß Chloratome mindestens 18 Neutronen haben müssen.
Ansonsten können wir die Elektronenkonfiguration herauslesen: die K-Schale ist mit 2 Elektronen (siehe H - He), die L-Schale mit 8 Elektronen (siehe Li - Ne) und die M-Schale mit 7 Elektronen (siehe an 7. Stelle in der 3.Periode, Na - CL) besetzt.

 

Die maximale Elektronenzahl pro Schale gibt keine Auskunft über die Reihenfolge, in der die Elektronenschalen besetzt werden. Hierzu sind Informationen erforderlich, die über das Bohrsche Atommodell hinausgehen.

Nach dem Orbitalmodell besitzt Cl folgende Elektronenkonfiguration:

n=1: 1s2; n=2: 2s2,2p6; n=3: 3s2,3p5

Zu beachten ist, daß nach der Hundschen Regel erst alle Orbitale einfach (=paralleler Spin) dann doppelt (=antiparalleler Spin) besetzt werden.
Bis zur 3. Periode werden so kontinuierlich alle Orbitale aufgefüllt. Erst ab der 4. Periode gibt es Unregelmäßigkeiten. Da das 3d-Orbital energetisch niedriger ist als das 4s-Orbital werden nach dem Ca (OZ 20) zuerst die 3d-Elektronen aufgefüllt (von Sc - Zn), dann die 4p vom Gallium bis Krypton.
Calzium (Ca) hat deshalb folgende Elektronenkonfiguration:

 

Beim Eisen (OZ 26) aus der 1. Nebengruppe werden dann nach den 4s-Elektronen zunächst 6 3d-Elektronen in die 5 verschiedenen d-Orbitale aufgefüllt.

 

 

 

 

 

 

 

Abb.1.4.5
Chlor

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Arsen (OZ 33) in der 4. Periode besitzt deshalb alle Elektronen wie Eisen nur sind stattdessen alle 10 3d-Elektronen aufgefüllt und zusätzlich sind 3 Stück 4p-Elektronen vorhanden. Die Elektronenkonfiguration sieht wie folgt aus:    

Dasselbe wie in der 4. Periode geschieht auch in der 5. Periode. Nach dem Strontium (OZ 38) mit 5s2 geht es erst mit Yttrium weiter und es werden zuerst die 4D-Elektronen aufgefüllt. Beim Indium (OZ 49) geschieht dann erst die Auffüllung der 5p-Elektronen.

Die Auffüllung der Orbitale kann man wie links abgebildet darstellen. Wie schon erwähnt, werden in der 6. nach dem Lanthan (OZ mit 6s2 5d1 ) erst die 4f-Elektronen aufgefüllt. Cer, das erste Übergangsmetall mit der OZ 58 hat die Elektronenkonfiguration:

1s2 2s2 2p6 3s2 3p6 4s2 3d10 4p6 5s2 4d10 5p6 6s2 5d1 4f1.

Dasselbe wiederholt sich in der 7.Periode nach dem Actinium.

Zusätzlich gibt es in den Nebengruppen einige Unregelmäßigkeiten wie z.B. beim Kupfer (OZ 29). Cu hat folgende Konfiguration:

1s2 2s2 2p6 3s2 3p6 4s1 3d10.

 

1.4.1 Periodische Eigenschaften im PSE

Im PSE oben kann man sich einige Eigenschaften der Elemente wie Dichte, Atomradius, Elektronegativität usw. betrachten, wie sie sich mit steigender Ordnungszahl ändern. Dabei wird die Periodizität deutlich.

Im nächsten Kapitel wollen wir uns einige Elemente im Zusammenhang mit der modernen Technik mit dem PSE ansehen.

   

Weiterführende Quellen:

Periodensystem: http://www.uniterra.de/rutherford/ und http://www.webelements.com/ und http://environmentalchemistry.com/yogi/periodic/index.html und http://periodensystem.andyhoppe.com/ und http://www.trauner.at/service/DownloadsCh/perioden.pdf

Verbreitung der Elemente: http://indigo.meteor.tu-darmstadt.de/umet/script/Kapitel1/kap01.html und
http://www.geokem.com/global-element-dist.html und http://www.seafriends.org.nz/oceano/abund.htm und
http://www.ultranet.com/~jkimball/BiologyPages/E/Elements.html

Kristallstrukturen der Elemente: http://www.molecules.org/elements.html

Sterne: http://www.avg-ev.de/lexikon/Weltall/Sterne.html und http://www.planetary.org/html/library/gsp-stars-sun.html und http://www.sprl.umich.edu/GCL/paper_to_html/universe.html

Schwermetalle: http://staff-www.uni-marburg.de/~gvw/texte.mix/chemie_metalle.html

Schrödinger Wellenfunktion: http://hyperphysics.phy-astr.gsu.edu/hbase/hydwf.html und
http://itl.chem.ufl.edu/4412_aa/radwfct.html

Orbitale: http://www.orbitals.com/orb/orbtable.htm (Freeware: Orbital Viewer) und http://iff.physik.unibas.ch/~florian/HAtom/HAtom.html

Atomarchiv: http://www.atomicarchive.com/main.shtml

Interaktive Physik: http://www.lightlink.com/sergey/java/index.html