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| 1.1
Fortsetzung Energie und Materie |
| Atomspektren, Photoeffekt,
Kathodenstrahlen |
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Schon Kirchhoff
und Bunsen untersuchten vor ca. 150 Jahren die spektralen
Eigenschaften verschiedener Stoffe. Dabei fielen ihnen
unter anderem die schwarzen Linien auf, die in den Spektren
der getesteten Substanzen bestimmte Farben ausblendeten.
Seitdem nennt man diese Spektren Linienspektren.
Anbei computergenerierte Emissionsspektren
im sichtbaren Bereich einiger Elemente:
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| Wasserstoff |
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| Kohlenstoff |
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| Sauerstoff |
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| Neon |
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| Eisen |
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Man sieht, daß jedes Element (Atomsorte)
seine eigenen typischen Emissionslinien (Wellenlängen)
hat. Diese entsprechen bestimmten Energieniveaus
gemäß der Gleichung:
E = hn
( h=Plancksches Wirkungsquantum = 6,626 x 10-34
Js .
Die Atome können offensichtlich die
Energie nur in bestimmten Portionen (= Quanten) abgeben (und
aufnehmen). Max Planck,
hat diesen Zusammenhang bei seiner Erforschung der Schwarzkörperstrahlung
um 1900 entdeckt. (Nobelpreis 1918) Er ist deshalb der Begründer
der Quantentheorie.
Planck machte
diese Annahmen, um das Spektrum eines heißen, strahlenden
Körpers zu erklären. Ein Körper beginnt ab
einer Temperatur von ungefähr 800 °C sichtbares Licht
auszusenden. Das Licht ist zunächst rot, verändert
aber seine Farbe mit zunehmender Temperatur bis hin zur Weißglut.
Diese Veränderung kommt daher, daß immer mehr Spektralfarben
dazukommen bis schließlich das gesamte Spektrum ausgestrahlt
wird.
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Berechnungsbeispiel
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Berechnung der Energie
von Photonen
Das sichtbare Licht hat einen Spektralbereich
von ca. 400 -750 nm. Welche Energien besitzen Photonen ( = Lichtquanten)
der Wellenlängen 400 und 750 nm ?
Lösung
E
= hn , da n=
c/l ---> E
= h x c/l; c=
3 x 108 m/s ; h =6,626 x 10-34 Js
E
= 6.626 x 10-34Js x
3 x 108m/s / 4
x 10-7m =4,969
x 10-19 J;
bezogen auf 1 Mol Quanten (= 1
Einstein) sind das 298 KJ |
400
nm
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E
= 6.626 x 10-34Js x
3 x 108m/s / 7,5
x 10-7m =2,65
x 10-19 J;
bezogen auf 1 Mol Quanten (= 1
Einstein) sind das 159 KJ |
750
nm
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Die maximale Energie, die von einem Objekt abgestrahlt werden
kann nennt man Schwarzkörperstrahlung.
Ein sogenannter "schwarzer
Körper" ist ein theoretisches Gebilde (Kirchhoff),
das gleichzeitig eine perfekter Absorber und Emitter von Strahlung
darstellt (d.h. Emissivität = 1.0) .In der Natur gibt
es solche schwarzen Strahler nur näherungsweise. In der
Astronomie und IR-Spektroskopie spielen sie
eine große Rolle. Man bezeichnet eine Gaswolke oder
einen Stern im Weltraum bzw. ein Wärmestrahlung abgebendes
Objekt als schwarzen Strahler, wenn sein Emissionsgrad
nahezu 1.0 ist (normalerweise ist e = 0.99 oder besser) und
als einen "grauen Strahler", wenn er weniger
abstrahlt. Das Kirchhoffsche Gesetz stellt den Zusammenhang
zwischen einem schwarzen Strahler und einem realen
Strahler her.
Es wird die Strahlleistung eines beliebigen Strahlers mit
der eines schwarzen Strahlers, gleicher Fläche, im gleichen
Raumwinkel und für den gleichen Wellenlängenbereich
verglichen. Der Emissionsgrad (=Emissivität) ist
das Verhältnis vom realen zum schwarzen Strahler.
Max Planck hat für die Strahlung eines schwarzen Körpers
eine Berechnungsgrundlage erarbeitet, die heute als wichtige
Grundlage der Quantentheorie gilt:
die Plancksche
Strahlungsgleichung.
(siehe Abb. 1.13)
Grundlage dazu waren die Ergebnisse Boltzmanns und Stefans,
zusammengefaßt im Stefan/Boltzmannschen
Gesetz (Abb.
1.14)
Man stellt fest, daß sich das Strahlungsmaximum bei
höheren Temperaturen zu niedrigeren Wellenlängen
verschiebt. (Wiensches Verschiebungsgesetz)
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Abb. 1.13
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Plancksche Strahlungsformel
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Abb. 1.14
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Stefan-Boltzmannsches Gesetz
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E=sT4.
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(Klicken
Sie auf das Bild unten, um die Schwarzkörperstrahlung
bei 5000K zu sehen
(Doppelklick für zurück).
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Die gesamte Energie, die von einem
schwarzen Strahler emittiert wird hängt nur von der Temperatur
ab. Ein Festkörper emittiert Strahlung, wenn seine Temperatur
über dem des absoluten Nullpunktes liegt. D.h. unser
Körper gibt momentan Strahlung ab (siehe Abb.1.15).
Die Menge Strahlung ist nicht bei allen Wellenlängen
gleich.
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Z.B. die Photosphäre
der Sonne strahlt hauptsächlich im sichtbaren Spektrum
ab, weshalb wir die Sonne mit gelber Farbe sehen. Das emittierte
Spektrum ist charakteristisch für die Temperatur des Objekts.
Diese Erkenntnisse sind Grundlagen der Thermographie
oder Satellitenspektroskopie und ohne die
von Planck gefundenen Gesetzmäßigkeiten undenkbar
(siehe links).
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| Der
Photoeffekt (Lichtelektrischer Effekt) |
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Bei Bestrahlung einer Metalloberfläche
mit Licht der Wellenlänge l,
werden aus dem Metall Elektronen der Energie
E=h
n
-W
ausgelöst. Sie bewirken einen elektrischen
Stromfluß. W = eine Metallkonstante.
(Erklärung durch Einstein und experimentelle Bestätigung
durch Millikan (Nobelpreis
1923))
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modernes
Solarmodul
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Bei Solarzellen (siehe
oben rechts) oder Beleuchtungssensoren der Photoapparate
wird dieser Effekt ausgenutzt. Bei Solarzellen werden statt
Metallen verschiedene Schichten von Halbleitern wie Silizium
benutzt. Hier findet ein sogenannter innerer Photoeffekt
statt.
In der Tabelle Abb 1.17
sieht man den Faktor W und die Wellenlängen einiger Metalle.
Aus der runden Zinkplatte beim Versuch oben links treten
Elektronen aus, wenn sie mit dem Licht der Quecksilberdampflampe
bestrahlt wird, diese wandern dann zur positiv geladenen Spirale.
Die Austrittsarbeit, Wa, wird vom auftreffenden Licht verrichtet.
Beträgt der Abstand z.B. 10 cm, mißt man einen
Strom I von 58 mA.
Die
Stromstärke ist der Beleuchtungsstärke
direkt proportional.
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Abb. 1.17
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Daten zum Photoeffekt
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Metall
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W
in eV
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l
in nm
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Li
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2,46
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504
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Na
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2,28
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543
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K
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2,25
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551
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Rb
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2,13
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582
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Cs
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1,94
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639
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Cu
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4,48
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277
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Pt
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5,36
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231
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Zn
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4,34
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248
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Seit ca. 1830 experimentierten Physiker
in Europa wie Faraday, Hertz oder Thomson mit
Glasgefäßen, die Elektroden enthielten. Mit einer
solchen Anordnung konnte man, wenn man eine Spannung anlegte
eine leuchtende Strahlung erkennen. Diese wurde später
Kathodenstrahlen genannt.
J.J. Thompson (1856-1940)
erkannte zuerst, daß die Kathodenstrahlen
durch magnetische und elektrische Felder abgelenkt werden
konnten. Daraus schloß er, daß die Strahlung aus
geladenen Teilchen bestand und nannte diese Partikel Elektronen.
Weiterhin gelang es ihm das Verhältnis Masse/Ladung
der Elektronen zu bestimmen. Für seine Entdeckungen
bekam er 1906 den Nobelpreis.

Die Elektroden in den Glasröhren
bestanden aus gut leitfähigen Metallen wie Cu, Al oder
Pt. Je nach Stärke des Vakuums innen kann man eine blaue,
rötliche oder schwarze bis grünliche Färbung
der Strahlung erkennen. Beginnt der Gasdruck zu sinken, werden
die Luftmoleküle ionisiert und verlieren Elektronen,
die zur Anode gehen und unterwegs weitere Moleküle ionisieren.
Die zurückbleibenden positiven Kationen
gehen zur Kathode. Auf diese Weise entsteht ein Stromfluß.
Die grüne Farbe entsteht dadurch, daß Elektronen
über die Anode hinausschießen und auf das Glas
treffen.
Die Kathodenstrahlröhre
wurde durch K.F. Braun
zur Braunschen Röhre (Fernsehbildröhre, Computermonitor)
weiterentwickelt, und als Verstärkerröhren
für fast alle elektronischen Geräte bis in die 70er
Jahre verwendet.
Werden die Kathodenstrahlen
plötzlich abgebremst, entstehen Röntgenstrahlen.
1895 entdeckte Wilhelm Röntgen
beim Experimentieren mit Kathodenstrahlröhren diese nach
ihm benannte Röntgen-Strahlung.
Heute werden dazu Spannungen von
30 000- 150 000 V angelegt.

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Abb. 1.18
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J.J. Thompson
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Abb. 1.19
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Kathodenstrahlröhre
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Abb. 1.20
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K.F. Braun 1987
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Abb. 1.22
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Wilhelm Röntgen (1895)
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Abb. 1.23
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Entwicklung der Kathodenstrahlröhren
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Ohne diese Entwicklungen gäbe es heute
keine Röntgendiagnostik, keine Fernsehgeräte, Radios,
Verstärker, Oszilloskope usw. aber auch nicht den legendären
Gitarrensound von Jimmy Hendrix, Deep Purple, Led Zeppelin
usw.

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Die Rockgruppen der 60er und 70er spielten alle Röhrenverstärker
der Marke Marshall. Durch Übersteuerung der Röhrenverstärker
kam der typische Gitarrensound zustande, der eine komplette
Generation beinflußt hat.

Links Deep Purple 1971 mit den typischen Marshall-Stacks,
Plicht für jeden Gitarristen damals.
Hier
kann man Elekronen hören:
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Abb. 1.24
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Deep Purple mit Röhrenverstärkern
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Gehen Sie auf das Bild links um die Innenansicht eines
Marschall-Verstärkers mit den typischen Röhren
zu sehen.
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