| 6.2 Alkane (= Paraffine) |
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Nun wollen wir organische Verbindungen mit
sp3-hybridisierten C-Atomen und Verbindungen zu H-Atomen besprechen.
Alkane
sind die Kohlenwasserstoffe, die sp3-hybridisierte C-Atome
besitzen. Alkene haben sp2-hybridisierte
C-Atome und C=C -Doppelbindungen,
Alkine sp-hybridisierte C-Atome und Dreifachbindungen.
Aromaten besitzen zyklisch angeordnete sp2-hybridisierte C-Atome
mit alternierenden (=abwechselnden) Doppelbindungen.
Alkane, die also nur aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen bestehen sind industriell als Treibstoffe und Öle wichtig. Man gewinnt sie aus Erdöl und Erdgas. Eine Elementaranalyse von Rohöl ergibt folgende Zusammensetzung:
Erdöl und Erdgas sind fossile Brennstoffe, die aus dem Abbau fossiler Pflanzen des Erdmittelalters z.B. Carbon (ca. 300 Millionen Jahre) und späterer Zeitalter entstanden ist. Erdöl wird in Raffinerien wie folgt verarbeitet:
Destillation:
Durch fraktionierte Destillation werden die verschiedenen Inhaltsstoffe
bei ihren Siedetemperaturen getrennt. Reforming: Das Rohbenzin wird durch Katalyse und Isomerisierung in hochwertiges motortaugliches Benzin umgewandelt. Behandlung: Verunreinigungen in den verschiedenen Ölfraktionen werden entfernt. Erdöl wird hauptsächlich zu Kraftstoffen und Heizölen verarbeitet. Benzin erhält man durch Destillation bei ca. 70-120°C. Darin sind fast nur Alkane enthalten, wie die nachfolgende Abbildung zeigt:
Abb. 6.2.9
Im Benzin enthaltene Kohlenwasserstoffe
Alkane-Cycloalkane-Aromaten. Ordnet man alle bekannten Alkane nach der Kettenlänge, erhält man die homologe Reihe der Alkane. Die typische Namensendung ist -an. |
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Das Alkan Methan spielt im natürlichen Kohlenstoffzyklus eine wichtige Rolle. Über die Methanogenese werden jährlich geschätzte 900 Millionen Tonnen biologisch durch anaerobe Bakterien produziert. (anaerob = ohne Sauerstoff lebend) Einer der wichtigen Methanbildner, der im Boden, im Süßwasser und Meer, auf Blättern, Weideland, Reisfeldern und in Mägen von Wiederkäuern vorkommt ist Methanosarcina acetivorans siehe Abb.6.2.14. Der Stoffwechselvorgang zur Bildung von Methan in den Zellen ist recht kompliziert und keine Gärung. Nachfolgend die Nettogleichung:
Viele dieser Methanobakterien können
Methan auch aus CO2 und H2 bilden. Die Wiederkäuer
wie Kühe, Schafe, Ziegen oder Rentiere scheiden dieses Methan durch
Atmung und den After aus.
Weiterhin entsteht bei der Kohleförderung
in Bergwerken eine beträchliche Menge Methan. Ebenfalls einen Anteil am globalen Kohlenstoffzyklus hat das Methanhydrat, (= Gashydrat) das in marinen Sedimenten (= Ablagerungen) und polaren Dauerfrostumgebungen weit verbreitet ist. Ab ca. 300 m Tiefe herrschen solche Drücke und Temperaturen, das das Methanhydrat stabil ist und dort zur Zementierung der hunderte m dicken Schichten beiträgt.
Die Methankonzentration im Methanhydrat
ist ca. 3000 mal größer wie in Luft. Das
Hydrat löst sich an Luft auf und verbrennt zu CO2 und
Wasser. Vor fast 60 Millionen Jahren vermuten einige Forscher eine riesige
Methanhydrat-Eruption, was zu einer erheblichen Erwärmung im Eozän
geführt haben soll. Natürlich gibt es auch viel längere Alkane als die in der Tabelle oben aufgeführten. (siehe Abb. 6.2.13) Das Gemisch hochmolekularer (C18-30) Alkane
wird Paraffin
genannt und als Kerzenwachs verwendet.
Es ist weiß, halbdurchsichtig, geruch- und geschmacklos und wachsartig.
Ringförmige Alkane werden Cycloalkane genannt. Nachfolgend sind die häufigsten aufgeführt. |
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