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| In der Abbildung 3.14 ist das Enzym Chymotrypsin als Fadenmodell dargestellt. Der milchige Bereich ist die aktive Stelle, an der der katalytische Vorgang geschieht. Hier "rastet" ein Nahrungseiweiß oder dessen Bruchstück regelrecht ein. Es paßt wie der Schlüssel zum Schloß. Funktionelle Gruppen wie eine OH-Gruppe von Ser195 und ein N-Atom in einem 5er-Ringsystem (His57) bewirken durch Wechselwirkung mit dem Substrat die Spaltung. |
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Wendet man die Überlegungen zur Reaktionsgeschwindigkeit auf die enzymatische Katalyse an, so optimiert ein Enzym den Faktor K, der die Effektivität der Zusammenstöße angibt. Dasselbe gilt für z.B. Platin als chemischer Katalysator, indem sich (siehe Beispiel zuvor) Sauerstoff an der Oberfläche geordnet anlagert. Betrachtet man die Konzentrationen der Reaktanten einer
Reaktion, z. B. bei der Ammoniak-Synthese, so ergibt sich, daß nach
einer gewissen Zeit keine Konzentrationsänderung mehr stattfindet.
Dieser Zustand wird als chemisches Gleichgewicht
bezeichnet. Bezüglich der Reaktionskinetik muß man demnach beide Reaktionen in Betracht ziehen. Analysieren wir folgende Reaktion:
Die Geschwindigkeit für die Hinreaktion
ist: v = kH [NO2] [CO] . Der Verlauf der Reaktion sieht wie folgt aus:
Man sieht, daß nach einer gewissen
Reaktionszeit die Konzentrationen sich nicht mehr verändern. Dies
sieht allerdings nur makroskopisch so aus. Auf molekularer Ebene bilden
sich ständig Edukte und Produkte. Dies bedeutet, daß die Reaktionsgeschwindigkeiten
der Hin- und Rückreaktion gleich groß sind, man sagt, die Reaktion
befindet sich im Gleichgewicht. Solche Reaktionen heißen
auch Gleichgewichtsreaktionen. Sie stellen ein dynamisches
Geichgewicht dar, da ja Hin und Rückreaktion noch
ablaufen. (Eine Waage wäre ein statisches Gleichgewicht.) Vhin = Vrück ----> kH [NO2] [CO] = kR [NO] [CO2] Man formt die Gleichung dann so um , daß die Konstanten auf einer Seite stehen:
Die rot eingerahmte Gleichung nennt man Massenwirkungsgesetz. Man beachte, daß daß die Konzentrationen der Produkte im Zähler stehen. Die Gleichgewichtskonstante K ist bei konstanter Temperatur und konstantem Druck typisch für die Reaktion. Betrachten wir eine andere Reaktion in der Gasphase:
also die Bildung von Jodwasserstoff aus den Elementen. Man beachte, daß die Produktkonzentration im Quadrat erscheint, da ja 2 HJ. 2 HJ sind HJ+HJ und die Reaktionsgeschwindigkeit ist dem Produkt der Konzentrationen proportional. Die Gleichgewichtskonstante K ist bei 350 °C = 60. Dies kann nur bedeuten, daß der Zähler, also die Konzentration der Produkte deutlich größer sein muß als der Nenner, das Produkt der Eduktkonzentrationen. Folge: Die Hinreaktion läuft stärker ab! Stellen wir für noch eine andere Reaktion das Massenwirkungsgesetz auf:
Wiederum treten die Multiplikanten der Elemente ( 2, 5 ) und Produkte ( 2 ) als Exponenten auf. Im Gleichgewichtszustand beträgt die
Gleichgewichtskonstante 25 000 und die Konzentration der Edukte: [N2]
= 0,05 M und [O2] = 0,1 M. Wir können aus den Angaben sogar die Produktkonzentration berechnen:
Konzentration
der Edukte: [N2] = 0,05 M und [O2] = 0,1 M.
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Berechnungsbeispiel |
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K
= [NH3]2 / [N2][H2]3
= =(3.1 x 10-2 Mol/l)2 / (8.5 x 10-1
Mol/l)(3.1 x 10-3 Mol/l)3
K = 3.8 x 104 l2 / Mol2
Das Gleichgewicht liegt stark auf der Seite des Ammoniaks (Hinreaktion)
Die Reaktion der Abbildung 3.18 ist die Umkehrreaktion zur Ammoniaksynthese unseres Rechenbeispiels von eben:
2 NH3
3 H2 + N2
Berechnen wir die Gleichgewichtskonstante K´ dieser Reaktion mit denselben Konzentrationen wie zuvor:
[NH3] = 3.1 x 10-2 Mol/l ; [N2] = 8.5 x 10-1 Mol/l; [H2] = 3.1 x 10-3 Mol/l
erhalten wir für K´ = 1/K; also den reziproken Wert 2,63 x 10-6.
Schreiben wir die Ammoniaksynthese wie folgt:
1,5 H2 + 1/2 N2
NH3
d.h. wir dividieren die Gleichung durch 2 und nennen die Gleichgewichtskonstante K´´, dann ergibt sich:
K" = [NH3] / [N2]1/2 [H2]3/2
Dies ergibt für K" = K1/2. Mit den obigen Konzentrationen ergibt sich 194,82.
Man nennt Gleichgewichte, die nur in einem Phasenzustand auftreten z.B. nur in der Gasphase oder nur in Lösung, also flüssig homogene Gleichgewichte.
Gleichgewichtsreaktionen finden nicht nur in der Gasphase statt sondern auch im flüssigen und festen Zustand oder gemischt statt:
CaCO3(s)
CaO(s) + CO2(g)
Kalziumkarbonat
Kalziumoxid
+ Kohlendioxid
Solche Gleichgewichte nennt man
heterogene Gleichgewichte.
Ein Gleichgewicht im flüssigen Zustand ist die Auflösung
der Essigsäure in Wasser:
CH3COOH(aq) + H2O(l)
CH3COO-(aq) + H3O+(aq)
Das Massenwirkungsgesetz ergibt sich wie folgt:

Da in einem Liter Wasser 55 Mole Wasser sind ist die Wasserkonzentration mit 55M sehr groß gegen über den anderen gelösten Stoffen also praktisch konstant. Deshalb faßt man die Wasserkonzentration mit der Gleichgewichtskonstanten K zu Ke zusammen.
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Umkehrbare Reaktion |
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Gleichgewichtsreaktion |
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Gleichgewichtsreaktion |
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2 SO2 +O2 K = [SO2]2 / [SO2]2 x [O2] |
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Gleichgewichtsreaktion |
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2 NH3 K = [H2]3 x [N2] / [NH3]2 K = 7 x 105 bei 25°C, |
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Gleichgewichtsreaktion |
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PCl5 |
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Gleichgewichtsreaktion |
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2HCl (g) K = [Cl2] x [H2] / [HCl]2 K = 4.17 x 10-34 bei 25°C |
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Gleichgewichtsreaktion |
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H2O(l) K = [H+] x [OH-]
/ [H2O] |
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Berechnung |
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Berechnen Sie die molare Konzentration von HI im Gleichgewicht, wenn 1 Mol H2 mit 1 Mol I2 in einem 0,5 Liter Behälter gemischt werden (448°C)! Lösung: Startkonzentrationen: 'x' = die Anzahl verbrauchter Mole H2 pro Liter 50 = [2x]2 / [2.0 - x][2.0 - x] 501/2 = ([2x]2/[ [2.0 - x]2)1/2 7,1 = 2x/[2-x] x = 1,56 Mol/L Die Gleichgewichtskonzentrationen sind: [H2] = 2.0 Mol/ 1 - x = 2.0 Mol/L - 1.56 Mol/L = 0.44 Mol/L [I2] = 2.0 Mol/ l - x = 2.0 Mol/L - 1.56 Mol/L = 0.44 Mol/L [HI] = 2 x = 2 * 1.56 Mol/L = 3.12 Mol/L |
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Gleichgewicht |
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N2(g) + O2(g) |
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Gleichgewicht |
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H2O(g) |
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Gleichgewichtsreaktion |
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H2(g) + Br2(l) K = 4.5 x
1015 bei 25°C |
Regeln für die Berechnung des Massenwirkungsgesetzes:
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K > 1 Hinreaktion
stark Hinreaktion = K Multipliziert man eine Gleichung mit K mit einem Faktor (F), so ist K´ der neuen Gleichung KF. Dividiert man die Gleichung durch eine Zahl F, so ist K´= K1/F.
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