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| 3. Reaktionskinetik I | |||||||
Kinetik ist der Bereich der Chemie, der mit Reaktionsgeschwindigkeit zu tun hat. Bei diesem Thema ist wichtig, sich nochmals an die Tatsache zu erinnern, daß chemische Reaktionen immer von Energieänderungen begleitet sind. (siehe Kapitel Energie und Materie und auch hier) Folgendes ist wichtig:
Die Gleichung unten zeigt die Standardbildungsenthalpie von CO2. Der Wert ist der Tabelle in den Daten zu entnehmen. |
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Die Geschwindigkeit (v) einer Reaktion kann wie folgt ausgedrückt werden: Geschwindigkeit = Änderung der Stoffmenge /Zeit (Mol/Sekunde) Wir könnten sowohl die Produkte als auch die Edukte verwenden, eine Gleichung würde für A als Stoffmenge: v = DA/t (Mol/s) lauten. Die Reaktionsgeschwindigkeit von Teilchen hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Da diese Bedingungen unterschiedlich sein können führen wir noch eine Konstante k ein, die diese Abhängigkeit ausdrückt k ist temperaturabhängig. Weiterhin wollen wir die Stoffmenge als Konzentration ( Mol/L) ausdrücken: v = k [DA] / t (Mol/s · l)
Betrachten wir die Bildung von Ammoniak. Die Reaktionsgeschwindigkeit der Bildung von Ammoniak ist doppelt so hoch wie der Verbrauch von Stickstoff. z.B. N2(g)+ 3H2(g) ---->2NH3(g)
Aufgrund dieser Überlegungen ist es klar, daß die Reaktionsgeschwindigkeit neben der Temperatur (Teilchengeschwindigkeit) auch von der Konzentration abhängt. Je mehr Teilchen in einem bestimmten Volumen sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit zusammenzustoßen.
Die Zusammenstoßwahrscheinlichkeit von Teilchen einer Reaktion: A + B --> C + D ist unten abgebildet. Wir sehen, daß sie dem Produkt der Reaktanten proportional ist. Da nicht alle Zusammenstöße erfolgreich sind, verwenden wir die oben erwähnte Konstante k ein. Somit ergibt sich: Z = k [A] x [ B ]. Wir wollen ab sofort die Reaktionsgeschwindigkeit (v) wie eben formuliert angeben, also v = k [A] x [ B ]. |
Konzentration = Menge /Volumen in Mol/Liter Um die Konzentration eines Stoffes auszudrücken schreibt man das Stoffsymbol in eckige Klammern z.B. [HCl], die Konzentration von HCl.
Ein Eisenstab in der Flamme zeigt keine Reaktion, Eisenpulver sofort
Die kinetische Gastheorie besagt: Die gesamte Bewegungsenergie eines Gases
ist seiner Temperatur proportional:
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Auch bei dieser Formulierung der Reaktionsgeschwindigkeit erkennt man
die Abhängigkeit von Temperatur (k: effektive Zusammenstöße;
Temperaturerhöhung vergößert die kinetische Energie der
Teilchen) und der Konzentration. Erhöht man diese, steigt die Reaktionsgeschwindigkeit. Die Konzentrationsabhängigkeit (RH) läßt sich ebenfalls vielfach bei chemischen Reaktionen beobachten. Stahl bzw. Eisen rostet erst oberhalb einer Luftfeuchtigkeit von 50%. In einem mehrstufigen Prozess, der hier verkürzt durch 2 Gleichungen dargestellt ist entsteht Eisenoxid (Fe2O3). 2 Fe +O2 + 2 H2O -----> 2 Fe2(OH)2 2 Fe (OH)2 + 1/2 O2 -----> Fe2O3 + 2 H2O Neben Temperatur- und Konzentrationsänderungen
gibt es noch eine weitere Möglichkeit, die Reaktionsgeschwindigkeit
zu erhöhen: einen Katalysator. In mehr
als 80% aller industriellen Prozesse werden Katalysatoren eingesetzt.
Solche Katalysatoren wirken oft dadurch, daß sie für die zur Reaktion notwendige Geometrie sorgen. Wasserstoffperoxid wird in vielen Industriezweigen als Oxidationsmittel verwendet (Im Bergbau, der Metallverarbeitung, Papierindustrie, Textilverarbeitung und z.B. Erdölindustrie. Dabei werden gefahrlos unerwünschte Verunreinigungen oxidiert und können somit aus den Produkten entfernt werden. (Beispiel: Bleichen von Papier oder Textilien) H2O2 selbst zerfält in die neutralen Produkte Wasser und Sauerstoff. Dieser Zerfall ist bei Zimmertemperatur sehr langsam. Zugabe von Mn4+-Ionen in Form von Braunstein (MnO2) beschleunigt den Zerfall beträchtlich. Da ein Katalysator sich bei der Reaktion nicht verändert, schreibt man eine katalysierte Reaktion wie folgt:
Dieselbe Geschwindigkeitserhöhung erreicht man durch Zugabe des Enzymes Katalase. Dieses ist in Leberzellen vorhanden und katalysiert dort den Zerfall von biologisch entstandenem H2O2 (giftig). Betrachtete man den Reaktionsverlauf aus energetischer Sicht, ergibt sich folgendes:
Abgaskatalysator Auch beim Abgaskatalysator der Autos wird die Reaktionsgeschwindigkeit bestimmter Verbrennungsreaktionen stark erhöht. Der sogenannte 3-Wege-Abgaskatalysator besteht aus 2 metallbeschichteten Waben-Keramiken, die die Verbrennung von CO, NOx und flüchtigen organischen Stoffen wesentlich verbessern. Dabei wirken die metallbeschichteten (Platin, Rhodium oder Palladium) Oberflächen in den vielen Röhren der Keramik katalytisch.
Die erste Stufe katalysiert einen Reduktionsprozess, bei dem die schädlichen Stickoxide (NOx) zu Stickstoff reduziert werden. 2 NO => N2 + O2 oder 2 NO2 => N2 + 2 O2 Die 2. Stufe verbrennt CO und die Kohlenwasserstoffe zu CO2 (Oxidation). 2 CO + O2 => 2 CO2
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Hauptabgase eines Automotors: 78% N2 wegen unvollständiger Verbrennung:
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