|
|
|||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||
|
Dabei reagiert ein Methylaminmolekül
mit einem Wassermolekül. Beide Moleküle besitzen bestimmte Atomgruppen
mit besonders elektronegativen Elementen. Bei Methylamin ist dies die
NH2-Gruppe, bei Wasser
die OH-Gruppe. Zwischen beiden geschieht
auch die Reaktion. Man bezeichnet deshalb solche Atomgruppen als funktionelle
Gruppen. Die funktionellen Gruppen bestimmen die Eigenschaften und die Reaktivität des gesamten Moleküls, und chemische Reaktionen laufen fast ausschließlich an ihnen ab. Einige wichtige funktionelle Gruppen findet man auf den Abbildungen rechts und unten: |
|
||||||||||||||||||||||
|
|
|
||||||||||||||||||||||
| 2.4.4 Wasser als Lösungsmittel, Lösungsvorgänge |
|
Wasser ist die häufigste Substanz in lebenden Systemen und bildet bis 70% oder mehr des Gewichts der meisten Organismen. Die ersten lebenden Organismen entstanden in einem wäßrigen Klima, und der Gang der Evolution ist durch die Eigenschaften des wäßrigen Mediums bestimmt worden, in dem das Leben anfing. 70% der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Die Anziehungskräfte zwischen Wassermolekülen
und die geringfügigen Tendenz des Wassers zu ionisieren sind bei
chemischen Reaktionen und im Stoffwechsel der Organismen von entscheidender
Bedeutung für Struktur und Funktion der Stoffe. Wasserstoffbrückenbindungen zwischen Wassermolekülen sind die Ursache, daß die Wasser eine Flüssigkeit ist und bei tiefen Temperaturen zu Eis wird. Polare Stoffe lösen sich in Wasser durch die Dipol-Dipol-Wechselwirkungen auf. Unpolare Moleküle sind dagegen aufgrund mangelnder H-Brücken zu Wasser schlecht löslich . Sie neigen deshalb dazu sich zusammen zu bündeln und grenzen sich vom Wasser ab. Wasser hat einen höheren Schmelzpunkt, Siedepunkt und eine höhere Verdampfungswärme als die meisten anderen allgemeinen Lösungsmittel.
Wenn Eis schmilzt, oder Wasser verdunstet,
wurde durch das System Wärme aufgenommen:
Wasser ist somit ein hervorragendes Lösungsmittel für viele Substanzen.
Wasser löst Stoffe mit geladenen Teilchen (Ionen) Wasser ist ein polares Lösungsmittel.
Es löst schnell die meisten Stoffe auf, die entweder geladen oder
polar sind. Man nennt Stoffe, die sich leicht im Wasser auflösen
hydrophil ( griechisch, wasserliebend). Demgegenüber
sind nichtpolare Lösungsmittel wie Chloroform und Benzol, schlechte
Lösungsmittel für polare Stoffe aber lösen leicht die hydrophoben,
nichtpolaren Moleküle wie Lipide und Wachse auf. |
|
|
|
|
Wegen seiner hohen Dielektrizitätskonstanten,
einer physikalischen Größe, die die Anzahl an Dipolen in einer
Lösung wiederspiegelt kann Wasser die elektrostatischen Anziehungskräfte
zwischen gelösten Ionen überwinden. Die Stärke (F) der
ionischen Wechselwirkung in einer Lösung hängt von der Größe
der Ladungen (Q), dem Abstand zwischen den geladenenTeilchen (r) und der
Dielektrizitätskonstanten des Lösungsmittels (e).
Die Wassermolekül bilden dabei eine
sogenannte Hydrathülle um das Ion. Der
Vorgang heißt Hydratisierung oder
Hydratation. Diesen Vorgang kann man in Form einer Gleichung schreiben, z. B. :
Allerdings sind nicht alle Salze gleich gut in Wasser löslich. Manche Ionen verbinden sich wieder und bilden so einen unlöslichen Niederschlag (=Präzipitat). Solche recht schlecht löslichen Salze sind z.B. die Silberhalogenide wie Silberchlorid oder Silberiodid. Die chemische Gleichung zur Bildung von Silberiodid lautet:
Wasser löst
auch unpolare Gase Die Bewegung der Moleküle von der
ungeordneten Gasphase in wässerige Lösung begrenzt ihre Bewegung
und die Bewegung der Wassermoleküle und stellt folglich eine Abnahme
an der Entropie ( = Grad der
Unordnung) dar. Die Wasserlöslichkeit von CO2 beträgt 3.48 g pro Liter bei 0 °C ( = 0,143 Vol%) und 1.45 g/l bei 25 °C. Man sieht daß sie bei niedrigen Temperaturen ca. 2,5 fach höher liegt.
*Die Pfeile bedeuten elektrische Dipole; Wie man auch sieht, lösen sich polare Stoffe wie Ammoniak oder Glucose sehr gut in Wasser. Moleküle wie Ethanol dagegen besitzen noch einen unpolaren Teil. Da dieser klein ist, ist Ethanol ("Alkohol") gut wasserlöslich. Verteilung hydrophober Moleküle in Wasser Wenn Wasser mit Benzol oder Hexan gemischt wird, bilden sich zwei Phasen. Keine der beiden Flüssigkeiten ist in der anderen löslich. Nichtpolare Lösungsmittel wie Benzol und Hexan sind hydrophob und können deshalb keine H-Brücken zu Wassermolekülen ausbilden und stören das regelmäßige "Gitter" der Wassermoleküle. Das System entmischt sich, da sich die hydrophoben Moleküle sich immer mehr zusammenlagern (siehe Abb. Bei Molekülen, die sowohl hydrophile, wie hydrophobe Bereiche haben bilden sich "unechte" Lösungen, sogenannte Emulsionen aus. Dabei ordnen sich diese Moleküle, die oft wie bei den Fetten und Fettsäuren einen hydrophilen Kopf und hyrophoben Schwanz haben so an , daß sich die hydrophoben Bereiche (van-der- Waals-Kräfte) zunehmend aneinanderlagern und die hydrophilen Bereiche dem Wasser zugeordnet werden (in der Abbildung negativ geladene Carboxylreste). Daraus entstehen dann sogenannte Micellen, die die hydrophoben Bereich vollständig vom Wasser verbergen. Solche ambivalenten Moleküle nennt man Emulgatoren (= Lösungsvermittler).
Emulgatoren spielen eine wichtige Rolle bei der Stabilität von Gemischen hydrophober und hydrophiler Stoffe, die sich normalerweise entmischen würden. Milch, Salben oder Kosmetika sind solche stabilen Emulsionen, bei denen Emulgatoren die hydrophoben Moleküle von den hydrophilen abschirmen. |
|
| Oberflächenspannung des Wassers | |||||||||||||||||||
|
Wassermoleküle ziehen sich wegen ihrer
Polarität stark an. Moleküle tief innerhalb eines Wassertropfens
werden symmetrisch von jedem Nachbarmolekül angezogen. Moleküle
an der Tröpfchenoberfläche haben auf einer Seite keine Nachbarn,
so daßdie Nettokraft der Anziehung ins Zentrum gerichtet ist. Sie ist die höchste in der Natur außer bei Quecksilber. Hier einige Werte im Vergleich bei 20°C ( Werte x 10-2 J/m2; J/m2 = N/m):
Die Oberflächenspannung des Wassers ist für verschiedene Grenzflächeneffekte verantwortlich:
Kapillareffekt: in engen Röhren <1mm saugt sich Wasser u. andere Flüssigkeiten mit Kohäsion wegen der Adhäsion und Oberflächenspannung hoch. |
|
||||||||||||||||||
|
chemische Bindung :http://www.imsa.edu/~ishmael/bonding/cb/index.html Zwischenmolekulare Bindungen: http://www.chem.unsw.edu.au/UGNotes/hainesIMF/whatareIMF.html Alles zu Wasser: http://www.sbu.ac.uk/water/index.html Lösung von CO2 in Wasser: http://www.sbu.ac.uk/water/co2.html Oberflächenspannung: http://www.wl.k12.in.us/depts/science/earth_science/frameworks/ch11/meniscus.html
und Atomarchiv: http://www.atomicarchive.com/main.shtml 3D-Molekülarchiv: http://www.nyu.edu/pages/mathmol/library/library.html |