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| 2.4.2 Zwischenmolekulare Kräfte | |||||
Bisher haben wir uns mit den Kräften in einem Teilchen oder einer Verbindung beschäftigt. Nun wollen wir die Kräfte betrachten, die zwischen z.B. Molekülen herrschen und die verantwortlich für den Zustand der Materie sind. Um die Anziehungskraft zwischen zwei HCl-Molekülen in der flüssigen Phase zu trennen, muß man nur 16 kJ/mol an Energie aufwenden (d.h. die Verdampfungsenergie). Dagegen bracht man 431 kJ/mol Energie, um die kovalente Bindung zwischen den H- und Cl-Atomen im HCl-Molekül zu spalten. Das bedeutet: Die Temperatur, bei der eine Flüssigkeit kocht spiegelt die kinetische Energie wieder, die benötigt wird, um die zwischenmolekularen Kräfte zu überwinden = Siedepunkt). Konsequenz: Die Stärke der zwischenmolekularen Kräfte bestimmt die physikalischen Eigenschaften eines Stoffes. Ohne das Bose-Einstein-Kondensat kann Materie in drei Aggregatzuständen auftreten: fest - flüssig - gasförmig. In der Abbildung 2.4.9 unten sind die verschiedenen Aggregatzustände zu sehen. |
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Im gasförmigen Zustand ist die kinetische Energie größer als die zwischenmolekularen Kräfte. Deshalb bewegen sie sich frei und kollidieren auch nicht so häufig wie in einer Flüssigkeit. Geht man nach dem Teilchentyp (Molekül oder Ion), kann man 5 verschiedene Wechselwirkungen unterscheiden:
Ein bestimmtes Teilchen kann deshalb auch verschiedene zwischenmolekulare Wechselwirkungen ausüben. Induzierte Dipol-Wechselwirkungen herrschen zwischen allen Teilchen. Dazu kommen je nach Teilchenart (Ion oder Dipol) noch andere Kräfte. |
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Wichtig ist, daß auch zwischen unpolaren Teilchen Wechselwirkungen auftreten können. Es ist leicht verständlich, daß zwischen Dipolen Bindungskräfte auftreten können, wenn die positiven und negativen Ladungsschwerpunkte sich nähern. Auch Ionen üben eine Anziehungskraft auf entsprechend angeordnete Dipole aus. Die wichtigsten zwischenmolekularen Wechselwirkungen oder Nebenvalenz-bindungen sind Wasserstoffbrücken und Van-der-Waalskräfte. In Wasser, wässrigen Lösungen
und bei anderen Dipolen mit einer polaren Bindung, die ein H-Atom beinhaltet
(-OH, -NH, -SH) also z.B. HCl oder NH3 oder organischen Stoffen
wie Alkoholen (Ethanol, Methanol) bilden sich zwischen den Molekülen
Wasserstoffbrücken aus. Das positiv geladene H-Atom im Wassermolekül
(Partialladung: d + = 0.32)
orientiert sich zu einem negativ geladenen Sauerstoffatom im benachbarten
Wassermolekül (Partialladung: d - = -0.64).
In flüssigem Wasser sind statistisch 3,4 solcher Wasserstoffbrückenbindungen
ausgebildet. Diese Bindungen bilden sich ständig und werden durch
die Bewegung der Moleküle wieder aufgepalten. Wasserstoffbrückenbindungen sind für die Stabilität und Reaktivität vieler biochemischer Stoffe (Moleküle in Zellen) sehr wichtig z.B. Eiweiße (=Proteine) oder Nukleinsäuren (z.B. DNA = Erbinformation). Proteine bestehen aus fadenförmigen Molekülen, die meist ein wollknäuelartige Struktur haben.
Van-derWaals-Kräfte treten in allen
Atomen aufgrund von sogenannten induzierten
Dipolen auf. Darunter versteht man zeitweilig auftretende Anziehungskräfte,
die dadurch entstehen, daß die Elektronen sich je nach Zeit an unterschiedlichen
Stellen im Atom aufhalten. So entsteht kurzzeitig eine ungleiche Ladungsverteilung,
ein kurzzeitiger Dipol. Die van der Waals-Kräfte sind schwächer als die H-Brücken-Bindungen, jedoch in Organismen ebenfalls bedeutsam.
. Die Bindungsenergie liegt bei ca. 1 kcal/mol und ist beträchtlich geringer als bei H-Brücken, die im Bereich von ca. 3 kcal/mol liegen. Als Anziehungskräfte zwischen Molekülen werden sie nur wirksam, wenn sich gleichzeitig mehrere Atome anziehen wie z.B. bei Butan oder noch längeren Kohlenwasserstoffen. Dabei muß auch die Molekülform passen. Klicken Sie auf das Bild für die 3D-Animation
Die C-Atome im Butan und Pentan, wie im Butanol sind
sp3-hybridisiert. Damit besteht insgesamt keine Polarität nach außen
(Ausnahme: Butanol wegen O-H). Durch induzierte Dipole können sich
an den Kohlenstoffketten jedoch van der Waals-Kräfte ausbilden. |
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chemische Bindung:http://www.imsa.edu/~ishmael/bonding/cb/index.html Zwischenmolekulare Bindungen: http://www.chem.unsw.edu.au/UGNotes/hainesIMF/whatareIMF.html Simulation: http://antoine.frostburg.edu/chem/senese/101/liquids/faq/h-bonding-vs-london-forces.shtml Oberflächenspannung: http://antoine.frostburg.edu/chem/senese/101/liquids/faq/tates-law.shtml Atomarchiv: http://www.atomicarchive.com/main.shtml 3D-Molekülarchiv: http://www.nyu.edu/pages/mathmol/library/library.html |