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Im Gegensatz zu den Metallatomen besitzen Nichtmetallatome viele Außenelektronen. Um sich zu verbinden benutzen sie Ihre Außenelektronen gemeinsam und bilden wie beim Kohlenstoff unten im Diamant ein Atomgitter oder Moleküle wie z.B. beim Benzol.
Die gegenseitige Bindung der Atome beruht wiederum auf einem Gleichgewicht der Anziehungs- und Abstoßungskräfte der beteiligten Atomkerne und Elektronen. Allerdings hat kein Elektronenübergang stattgefunden.
Zwischen den Atomkernen befinden sich bindende Elektronenpaare. Jedes Elektron dieser Paare wird von beiden Kernen angezogen. Deshalb spricht man auch von Elektronenpaarbindung oder kovalenter Bindung. Betrachten wir uns mal diese Art der Bindung an einem konkreten Molekül. Wenden wir die Lewis-Schreibweise an ergibt sich für die Beispiele H2, Cl2 und HCl folgendes: Im einfachsten Fall verbinden sich 2 Wasserstoffatome zu einem Wasserstoffmolekül. Dies ist die Ausnahme der Oktettregel, da beim Wasserstoff schon 2 Elektronen den vollbesetzten Zustand der Schale darstellt.
MO-Theorie (Molekülorbitaltheorie) Verwenden wir das Orbitalmodell, sieht die Verbindung beim Wasserstoff wie auf der Abbildung rechts aus. Die beiden 1s-Orbitale der Wasserstoffatome (AO) überlappen sich bis zu einem gewissen Grad und bilden ein gemeinsames Molekülorbital (MO), indem die Elektronen mehr Platz haben, sich zu bewegen ( = Delokalisierung).
Mathematisch gibt es 2 Möglichkeiten aus den Wellenfunktionen der H-Atome eine MO zu bilden. Bildet man die Summe der 1s-Orbitale entsteht ein bindendes MO, das energetisch niedriger liegt als die Summe der isolierten H-Atomorbitale. Bildet man die Differenz der beiden Atomorbitale entsteht ein antibindendes MO, das energetisch höher liegt, als die Summe der beiden H-Atomorbitale.
Auch hier gilt das Pauli-Prinzip und die Hundsche Regel. Beide Wellenfunktionen können symmetrisch sein (= antibindend) oder antisymmetrisch (=bindend). Im bindenden MO müssen die Elektronen-Spins asymmetrisch. sein. Die Elektronen können im MO als delokalisiert aufgefaßt werden und bilden eine einheitliches Elektronensystem, weshalb dies ein niedrigerer Energiezustand darstellt und die Bildung von MOs auch exotherm ist. Die Zahl der gebildeten MO`s entspricht der Zahl der Ausgangs-AO´s. Dies läßt sich auch in einemEnergieniveauschema wie folgt darstellen:
Die beiden Wasserstoff-MOs werden Sigma 1s-Orbitale genannt. (s 1s). Dargestellt sind das antibindende s*1s- und das bindende s1s-Orbital. Sigma-Molekülorbitale sind solche, die auf der Kern-Kern-Verbindungsachse liegen. Die antibindenden Orbitale werden mit einem * gekennzeichnet. Den Energieverlauf der H2-Bildung kann man der unteren Abbildung entnehmen. Die Bindungslänge im H2-Moleküle entspricht einem Minimum an Energie in Gleichgewichtszustand der Anziehungs- und Abstoßungskräfte. Die Ladungsdichte entlang der Kern-Kern-Verbindungsachse ist in Abb. 2.2.11 zu sehen.
Man erkennt, daß die meiste negative Ladung wie beim Atom um die Kerne versammelt ist. Die zweitstärkste Elektronendichte tritt zwischen den beiden Kernen auf. Die Anziehung der dieser Ladung durch die Kerne macht die Bindung aus. Neben der MO-Theorie gibt es noch 2 weitere Modelle zur Beschreibung von Molekülen. Jedes hat Stärken und Schwächen in der Erklärung bestimmter Moleküleigenschaften: die Valence-Bond- Theorie (VB) und das Elektronenpaarabstoßungsmodell (VSEPR-Theorie = Valence Shell Electron Pair Repulsion). Bei der VB-Theorie (valence bond
theory von Pauling und Slater) führt die Überlappung
einzelner einfach besetzter AO`s mit entgegengesetztem Spin zur Bindungsbildung.
Jedes Atom behält sein AO, aber das Elektronenpaar wird von beiden
Atomen geteilt. Je größer die Überlappung, desto stärker
ist die chemische Bindung. Da das VB-Modell soll hier nicht näher besprochen werden. Wir wollen nur das VSEPR-Modell besprechen. |
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