Klimawandel früher: Mittelalterliche Warmzeit und kleine Eiszeit

4.2.5
Global Warming früher
Um zu verstehen, ob es heute wärmer oder kälter
ist als früher müssen wir uns die Daten über die Temperaturen
rund um den Erdball in verschiedenen Zeitintervallen genauer anschauen.
Betrachten wir einmal einen größeren Zeitraum, zum Beispiel
seit ca. 900 Jahren. Um Klimadaten der Vergangenheit zu erhalten, greift
man auf sogenannte Proxydaten zurück. Diese erhält man
durch die Analyse natürlicher klimaabhängiger Vorgänge
wie:
Jahresringe von Bäumen, Eisbohrkerne, fossile Pollen,
marine Sedimente, Korallen und historische Daten.

(Quelle für Proxy-Daten: http://www.ngdc.noaa.gov/paleo/globalwarming/proxydata.html);

weitere Quellen: http://iridl.ldeo.columbia.edu/SOURCES/.ICE/.CORE/.VOSTOK/.temp/figviewer.html
und NASA: http://earthsci.terc.edu/content/investigations/es2105/es2105page03.cfm

Mittelalterliche Warmzeit und
kleine Eiszeit

Die Mittelalterliche Warmzeit
(ca. 900 – 1350 und die kleine Eiszeit
(ca. 1600- 1700) können als Analoga zu der derzeitigen Erwärmung
bzw. Abkühlung betrachtet werden. Viele Quellen rund um den Globus
bezeugen bildlich und schriftlich den aus Proxy-Daten messbaren Temperaturverlauf
dieser Zeit.

mwaz - Klimawandel früher: Mittelalterliche Warmzeit und kleine Eiszeit

In der mittelalterlichen Warmperiode waren die
Temperaturen im Mittel 2- 4°C höher als heute, Island und Grönland
wurden im 9. Jahrhundert durch die Wikinger besiedelt, das Packeis zog
sich weiter nördlich zurück und in England und Grönland
wurde Wein angebaut. In Island wuchsen Eichen und man baute Weizen und
Gerste an.

canadav - Klimawandel früher: Mittelalterliche Warmzeit und kleine Eiszeit
viksh - Klimawandel früher: Mittelalterliche Warmzeit und kleine Eiszeit

Nachbau des Schiffs Nordmann von Erik dem
Roten.

 

Um 1300 wohnten mehr als 3000 Menschen an der Westküste
Grönlands. (Schaefer, 1997.) 1492 stellte der Papst fest, daß
seit 80 Jahren kein Bischoff mehr wegen Eis Grönland hätte besuchen
können. Seit damals war die besiedlung wegen der Kälte wohl
nach Neufundland weiter gewandert oder ausgestorben.

In der kleinen Eiszeit war es im Mittel ca. 1- 3°C
kälter als heute. Die Wikinger-Kolonie in Grönland war ausgestorben,
die Themse in England war im Winter zugefroren genau so wie die holländishen
Kanäle.

landsc - Klimawandel früher: Mittelalterliche Warmzeit und kleine Eiszeit

Winterlandschaft“des holländischen
Malers Pieter Bruegel desÄlteren (1525–1569) aus dem
Jahr 1565, ist eines von mehreren Wintergemälde der ersten kalten
Winter der kleinen Eiszeit. Dieselben strengen Winter gab es auf dem nordamerikanischen
Kontinent, siehe Connecticut unten.

liacon - Klimawandel früher: Mittelalterliche Warmzeit und kleine Eiszeit

Connecticut http://g3.tmsc.org/face_of_ct/168.htm

Um 1700 war Island im Winter vollständig von Packeis
umgeben, was den Schiffsverkehr dorthin sehr gefährlich machte. Gleichzeitig
erfroren in China die Zitrusfrüchte in der Provinz Jiangxi, die seit
Jahrhunderten kultiviert wurden.

Zwischenfazit
Nr. 1:
Seit
ca. 300 Jahren gibt es tatsächlich globale Erwärmung (ca. 1,5°C)!

Nachfolgend ist die
Analyse von Meeressedimenten in der Sargassosee zu sehen. Man erkennt
eine leichte Abkühlung um 2 Grad seit ca.
3000 Jahren
, ein Tiefpunkt zu Zeiten der Völkerwanderung,
ein Klimaoptimum im Mittelalter und eine kleine Eiszeit im 16. Jahrhundert.

tempsea - Klimawandel früher: Mittelalterliche Warmzeit und kleine Eiszeit

Damals gab es noch keine Industrialisierung, keine Kraftwerke,
Automobile, elektrisches Licht usw.. Man erkennt auch eine deutlich stärkere
Erwärmung im Mittelalter (= mittelalterliche Warmzeit) als
heute und die “kleine Eiszeit” im 17. Jahrhundert.

Zwischenfazit
Nr. 2:
Seit
ca. 3000 Jahren gibt es globale Abkühlung (ca. 1,5°C)!

Die bisherige Betrachtung von ca. 3000 Jahre zeigt, daß
insgesamt jedoch die mittleren Temperaturen um ca. 1,5°C gesunken
sind. (und zwar weltweit).

Die letzten 10 000 Jahre der Erdgeschichte werden Holozän
genannt. Temperaturdaten rund um den Globus bestätigen diesen Temperaturabfall
seit ca. 7000 -8000 Jahren, dem Holozän-Maximum: Nachfolgend
ein Beispiel der Temperaturentwicklung in Norwegen im Holozän bzw.
aus Eisbohrkernen der Antarktis aus demselben Zeitraum:

holo1 - Klimawandel früher: Mittelalterliche Warmzeit und kleine Eiszeit

holo2 - Klimawandel früher: Mittelalterliche Warmzeit und kleine Eiszeit

Vor ca. 15 000 Jahren fand ein rapider Temperaturanstieg
um ca. 12°C statt, der vor ca. 10000 Jahren endete.

Zwischenfazit
Nr. 3:
Seit
ca. 8000 Jahren gibt es globaleAbkühlung (ca. 3°C)!

Noch mehr Klarheit erhält man, wenn man die Temperaturentwicklung
über einen noch längeren Zeitraum beobachtet. Wir schauen mal
auf die letzten 450 000 Jahre. Die nachfolgenden Ergebnisse zeigen die
Temperatur und den CO2-Gehalt aus antarktischen Eisbohrkernen.

image061 - Klimawandel früher: Mittelalterliche Warmzeit und kleine Eiszeit

Erkenntnisse:

1. Globale Erwärmung seit der letzten
Eiszeit vor ca. 20 000 Jahren
mit
einem ungefähren Maximum vor ca. 8000 Jahren; leichter Temperaturabfall
seit ca. 8000 Jahren.

2. 5 zyklische Erwärmungen alle
ca. 110 000 Jahren in den letzten 450 000 Jahren

3. Die CO2-Konzentration folgt der Temperaturkurve
um ca. 1000 Jahre nach, also

Fazit:
zuerst Wärme, dann CO2-Erhöhung.
Seit ca. 8000 Jahren gibt es globale Abkühlung!

Noch Interessanter wird es, wenn wir in der
Zeit mehrere Millionen Jahre zurückgehen. Auch hier können wir
nur auf Proxy-Daten zurückgreifen, die jedoch weltweit umfangreich
vorliegen.

zeitccy - Klimawandel früher: Mittelalterliche Warmzeit und kleine Eiszeit

Man erkennt, daß wir heute am Ende
einer Serie mehrerer Eiszeiten leben. Die Temperaturen heute (und seit
ca. 2 Millionen Jahre) sind jedoch immer noch wesentlich niedriger ( um
ca. 10 Grad) als die im Erdmittelalter (Zeit der Saurier). Diese Zeit
wurde durch einen Metoriteneinschläg größten Ausmasses
beendet.

Berücksichtigt man nun alle Temperaturdaten
die weltweit zusammengetragen wurden, dann wird klar, daß es auf
der Erde seit dem Kambrium (600 Millionen Jahren) meist wesentlich wärmer
war als heute (ca. 22°C) und daß wir klar am Ende einer größeren
Kälteperiode leben. Diese hohe mittlere Erdoberflächentemperatur
wurde durch 4 Kälteperioden kurz unterbrochen.

waerme1 - Klimawandel früher: Mittelalterliche Warmzeit und kleine Eiszeit

Fazit
aus der Betrachtung der Proxydaten:


1.
Die
mittlere Erdtemperatur war seit ca. 600 Millionen Jahren meist konstant
hoch auf ca. 22°C, unterbrochen durch 4 Kältephasen (- 10°C
kälter).


2.
Wir
leben heute in einer Zwischeneiszeit und gehen vermutlich einer neuen
Eiszeit entgegen (Temperaturabfall seit ca. 8000 Jahren um ca. 3°C!)


3.
Die
Temperaturerhöhungen haben mit “anthropogenen Treibhausgasen”
nichts zu tun.

4.
Die
Erdoberflächentemperaturen änderten sich während der
Erdgeschichte laufend. Global Warming ist ein natürlicher
Prozess.

Weitere
Daten zu Global Warming in früheren Zeiten siehe Ursachen des Global
Warming.

Weiterführende Quellen:


Proxy-Daten: http://www.ngdc.noaa.gov/paleo/globalwarming/proxydata.html

Global Warming: http://www.marshall.org/guide.htm

Eisbohrkerne Antarktis: Petit et al. 1999

Geschichte:
http://www.colby.edu/sci.tech/st215/3.3view/sld010.htm

Wikinger in Grönland: http://www2.sunysuffolk.edu/mandias/lia/end_of_vikings_greenland.html
und
http://www.spirasolaris.ca/sbb4g1bv.html

Kleine Eiszeit: http://www.cdc.gov/ncidod/eid/vol6no1/reiter.htm

Warmzeit im Mittelalter und kleine Eiszeit waren
real und global:
http://www.co2science.org/journal/2001/v4n45c2.htm

200 Jahre Sonnenfleckenzyklus: http://www.kolumbus.fi/tilmari/some200.htm

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