Känozoikum: Lebewesen, Ablauf, Definition & Zeit

3.2Paläontologie; Fakten, die für
Evolution sprechen
3.2.4Ablauf der Evolution
Känozoikum:
Quartär
(1,8 Millionen Jahre -heute)
erdz1

Das Quartär wird in Pleistozän
(1,8 MJ – 10 000 J) und das Holozän (10
000 – heute) unterteilt.

montblanEs ist das Zeitalter der Eiszeiten.
Die Vereisung von den Polen schritt in 4 oder 5 Perioden voran.(Analyse
durch O2-Isotop-Bestimmung in
ozeanischen Sedimenten).
Das Holozän ist die vierte Zwischeneiszeit. Manche dauerten
200 000 Jahre.
Viele Säugetiere wie das Mastodon, der Mammut und die Säbelzahnkatzen
starben aus.

Ansonsten war die Flora und Fauna der heutigen sehr ähnlich.
Es begann die Ausbreitung der Hominiden
mit dem Homo erectus vor ca. 400,000
Jahren, dem Homo neanderthalensis vor
ca. 100 000 Jahren und dem Cro-Magnon- Menschen (Homo
sapiens sapiens
) vor ca. 35,000 Jahren.

Tektonik und Paläoklima
pleist1Wenn die Erde in ihrem Eiszeit-Modus ist, gibt es an den Polen
Eis. Dieses erweitert sich wegen den Variationen der Erddrehung
(Milankovitch Zyklen). Die letzte Eiszeit fand vor 40 000 – 10000
Jahren statt.
Während des Pleistozäns änderte sich das Klima dramatisch.
Die Form der Landmasse änderte sich. Nach Rückzug der
Eismasse blieben Seen zurück. Links die Landmasse
im Pleistozän
(
Anklicken
zum Vergrößern
)
Flora und Fauna

Evolutionäre Änderungen waren während
des Pleistozäns wegen des kleinen Zeitintervalls gering. Am
größten waren sie bei den Säugetieren. Große
Wanderungsbewegungen fanden statt. Pferde und Kamele verschwanden
z. B. vom amerikanischen Kontinent.

Die bedeutendste biologische Entwicklung war
das Auftreten der Art
Homo.
Frühe Hominiden hatten kleinere Gehirne
und größere Gesichter im Vergleich zum heutigen Menschen.
(Die
weißen Teile der Schädel unten sind Rekonstruktionen;
auch ist die Größe nicht im gleichen Maßstab)

Die Jahreszahlen unten korrespondieren
mit Analysen von mitochondrialer DNA aus menschlichen Zellen.

Die älteste Spezies, H.
habilis
, entwickelte sich im späten Pliozän
aus dem Australopithecus
in Afrika vor ca. 2 Millionen Jahren.
page202t
Daraus entstand Homo erectus
vor ca. 1,6 MJ, der sich in anderen Erdteilen im Pleistozän
(China, Java bis vor 1 MJ ausbreitete.
page203t
Die Spezies Homo sapiens, zu der alle modernen Menschen
gehören, entwickelte sich im mittleren Pleistozän
seit 400 000 Jahren. Modernere Formen davon, wie der Homo
neanderthaliensis
tauchten vor etwas mehr als 100
000 Jahren in der letzten Zwischeneiszeit auf und wurden von
Europa bis Asien gefunden. Sie verschwanden vor ca, 35 000
Jahren.
page204t
Seit damals (35 000 Jahren) kannte man den Homo
sapiens sapien
s
, den heutigen Menschen, der nun die
ganze Welt besiedelte.
page205t

Homo sapiens
ist einer von 185 bekannten lebenden Spezies der Ordnung der Primaten
zu der auch Orang-Utans, Gorillas und Schimpansen gehören.
Dazu mehr im nächsten Kapitel.

Säbelzahnkatzen

smilodo3


Smilodon fatalis


Gehen Sie mit der Maus auf das
obere Bild, um mehr vom Smilodon zu sehen!
Säbelzahnkatzen
sind kaum mit dem Tiger verwandt.
Sie bilden eine Katzenlinie, die unabhängig von den modernen
Katzen mindestens 20 Millionen Jahre gelebt haben. Durch ihre
riesigen oberen Eckzähne konnten sie ihrer Beute tiefe,
tödliche Wunden beibringen. Dadurch konnten selbst große
Tiere wie Rhinozerosse und Elefanten getötet werden, wozu
heutige Tiger und Löwen unfähig sind. In Europa gab
es während des Pleistozäns zwei Hauptspezies: Megantereon
und Homotherium.

Die letzere Art lebte länger bis vor ca. 40
000 Jahren. Die am besten bekannte Säbelzahnkatze ist das
nordamerikanische Smilodon,
das man durch unzählige Funde aus den Teergruben von Rancho
La Brea in Los Angeles, California, USA genau kennt. Sie hatte
die Größe eines afrikanischen Löwen (Panthera
leo) mit bis zu 18 cm langen Zähnen. Die Smilodone starben
vor ca. 10000 Jahren aus.

Proboscidane
(= Elefantenartige) des Pleistozän

Mastodone, Mammuts, moderne
Elefanten
und
Seekühe
gehören zur Ordnung der Proboscidae.
Mastodone und Mammuts waren fast global
mit ca. 20 Spezies verbreitet außer Australien und der Antarktis.
Die ältesten Proboscideä waren 1 m große Tiere aus
dem unteren Eozän von Algerien (Mahboubi et al. 1984). Aus
dem Eozän und Oligozän kennt man unzählige Fossilien
großer Proboscideen. Während des Miozäns wanderten
sie in fast alle anderen Kontinente.

chart1Einige Formen wie der europäische und nordamerikanische
Steppenmammut (Mammuthus trogontherii), der vor 500
000 bis 100 000 Jahren lebte, wurden sehr groß. Sie
hatten eine Schulterhöhe von 4,5 m und waren 5 m lang.
Die am besten bekannt Spezies ist der kleinere Wollmammut,
der auf der sibirischen Wrangel Insel im Eismeer erst vor
4000 Jahren ausstarb.
Klicken Sie auf das Bild links
um den Stammbaum der Elefanten zu sehen!
Gefrorene mumifizierte Mammute hat
man in Sibirien und Alaska gefunden.
Die berühmtesten sind der sibirische Beresovka
Mammut
(1901), der Dima Mammut
(ein kompletter Kadaver eines 6 Monate alten Babys 1977) und
ein mumifiziertes 3-jähriges Mammut Baby aus Sibirien 1988.
dima71
specieMastodone waren große,
weit verbreitete elefantenähnliche Säugetiere, die
heute ausgestorben sind. Sie entwickelten sich vor 35 Millionen
Jahren in Afrika und verbreiteten sich dort, in Asien und
Europa. Vor ca. 3,7 Millionen Jahren wanderten sie nach Nordamerika,
wo das
letzte am Ende der Eiszeit vor ca. 10 000 Jahren ausstarb.
Sie waren bestens an die Kälte angepaßt, Pflanzenfresser
( Blätter, Moose) und besaßen bis zu 4,8 m lange
Stoßzähne. Mastodone sind Verwandte der Mammuts,
jedoch kleiner als diese.

bwoolWollmammuts
waren große, Grasfressende Elefanten die vor 10
000 Jahren, während der letzten Eiszeit lebten.
Höhlenzeichnungen sind in Spanien und Frankreich
gefunden worden. Sie sind die Ahnen der Indischen Elefanten.In Nordamerika gab es verschieden Mammut-Spezies wie
Mammuthus imperator,
Mammuthus columbi
oder Mammuthus meridionalis.
Sie starben vor ca. 8 000 Jahren aus.

 


wollma

amasto

afele

aele1

Spezies

Wollmammut
(Mammuthus primigenius)

Amerikan. Mastodon
(Mammut americanum)

Afrikan. Elefant
(Laxodonta africana)

Asiatischer Elefant
(Elephas maximus)

Höhe

2,75 – 3,4 m

2,4 – 3 m

3 – 3,4 m

2,4 – 3 m

Gewicht

4 – 6 to

4 – 5 to

4 -6 to

3 – 5 to

Rückenform

abfallend

gerade

sattelförmig

buckelig

Fell

dicht

dicht ?

sehr spärlich

spärlich

Kopf

hoher, einfacher Schädelhöcker

niedriger, einfacher Schädelhöcker

niedriger, einfacher Schädelhöcker

doppelter Schädelhöcker

Ohr

sehr klein

unbekannt

groß

mittel

Stoßzähne

gebogen und verddreht

manchmal 2 Paare

leicht gebogen

leicht gebogen
Rüsselspitze

1 kurzer, 1 langer “Finger”

unbekannt

2 gleiche Finger

1 Finger

Schwanz

kurz

mittel

lang

lang

Holozän (10 000 Jahre – heute)

Das Holozän ist die 4. zwischeneiszeitliche Periode und dauert bis
heute an. In ihr fand eine globale Ausbreitung des modernen Menschen statt,
mit einer Populationsdichte unter 1 Milliarde Individuen, bis seit 1825
Jahren deren Zahl durch Erkenntnisse der Naturwissenschaften bis heute
exponentiell auf 6 Milliarden Individuen anstieg. Verschiedene Kulturen
entstanden, die weltweite Flora und Fauna wurde nachhaltig durch die menschliche
Zivilisation beeinflußt. Alles Weitere kann in den Geschichtsbüchern
nachgelesen werden.

Evolution
in der Zukunft
: ??????
(heute – Zukunft)
erdz1

Die Evolution steht nicht still. Trotz der Richtungsänderung durch
die Spezies homo sapiens findet laufend Selektion, Mutation
und Rekombination also Evolution
statt.

Tektonik und Paläoklima
fut0501Verfolgt man die gegenwärtigen tektonischen Bewegungen in
die Zukunft, wird sich der Atlantik weiten, Afrika wird mit Europa
kollidieren und das Mittelmeer schleißen. Australien kollidiert
mit Asien. Ein Himalaya-ähnliches Gebirge reicht von Spanien
über den nahen Osten bis nach Afrika. In 250 Millionen Jahren
hat sich wieder ein Pangäa gebildet!Links die Landmasse in 50 Millionen Jahren
(
Anklicken zum Vergrößern)

Versucht man die paläoglobalen Temperaturdaten zu interpretieren,
steuern wir vermutlich wieder auf eine wärmere Klimaphase zu.

waerme1

Es ist normal, daß sich die heutigen Tiere bis in 50 Millionen
Jahren deutlich verändert haben. Viele sind dann ausgestorben. Der
Mensch hat in den letzten 5000 Jahren diese Entwicklung verstärkt.
Auch die Verbreitung der Mikroorganismen und Pflanzen wird sich durch
die menschliche Zivilisation ändern.

Weiterführende Quellen:

Evolutionhttp://rainbow.ldeo.columbia.edu/courses/v1001/6.html
http://www.iup.edu/~rgendron/bi112-a.htmlx
http://www.nap.edu/readingroom/books/evolution98/contents.html
HTTP://biology.fullerton.edu/courses/biol_404/web/hol/hol_ch1.html
Tertiärhttp://www.britannica.com/bcom/eb/article/2/0,5716,128052+2,00.html
Baluchitheriumhttp://members.home.net/jbaluch/baluchitherium.html
Russische paläont. Gesellsch.http://www.ucmp.berkeley.edu/pin/pintert.html
Evolution der Pferdehttp://www.flmnh.ufl.edu/natsci/vertpaleo/fhc/firstCM.htm
Paläontologisches Museum Münchenhttp://www.palaeo.de/
Tertiär/Miozänhttp://www2.nature.nps.gov/grd/usgsnps/pltec/sc50ma.html
Smilodonhttp://www.enchantedlearning.com/subjects/mammals/smilodon/
Säbelzahnkatzenhttp://www.nrm.se/virtexhi/mammsaga/sabrecat.html.en
http://www.ucmp.berkeley.edu/mammal/carnivora/sabretooth.html
Mammut

 

Mastodon

http://www.museum.state.il.us/exhibits/larson/mammut.html
http://library.thinkquest.org/11922/extinct/mammoth.htm
http://www.mammothsite.com/
http://www.nrm.se/virtexhi/mammsaga/welcome.html.en
http://www.calvin.edu/academic/geology/mastodon/calvin_c.htm
http://www.ucmp.berkeley.edu/mammal/mesaxonia/proboscidea.html
Karten der Erde der Vorzeithttp://www.scotese.com/
Erdgeschichte, Geologiehttp://pubs.usgs.gov/gip/geotime/contents.html
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