Paläozoikum: Lebewesen, Ablauf, Definition & Zeit

3.2Paläontologie; Fakten, die für
Evolution sprechen
;
3.2.4 Ablauf der Evolution
Paläozoikum
: (544 Millionen Jahre – 245 Millionen Jahre)
Erdaltertum
erdz1
Mit dem Paläozoikum oder Erdaltertum beginnt ein neues und
biologisch bedeutsames Zeitalter der Erdgeschichte. Man unterteilt diese
Zeit in 6 Abschnitte:


Hinweis:
Wenn Sie auf den Button Erdzeitalter klicken, wird
zum besseren Überblick eine Übersicht über
die gesamte Erdgeschichte eingeblendet!

 

palaeo5Während dieses Zeitalters entwickelten sich alle wichtigen
Tierstämme, die Landpflanzen und die Landtiere. Es endete mit
dem größten Massensterben aller Zeiten am Ende
des Perm (vor ca. 245 MJ).Unten links ist die Zunahme der Ordnungen am Ende des Präkambrium
zu sehen. Sie ist beinahe exponentiell. Die aerobe Lebensweise der
eukaryontischen Vielzeller scheint die zukunftsträchtige
Erfindung der Evolution dieser Zeit gewesen zu sein.
lifed21Den Verlauf der Evolution während des Pakäozoikums zeigt
auch die Abbildung links am Beispiel mariner Muscheln.Dabei ist die exponentielle Zunahme zu Beginn, der stationäre
Verlauf mit einigen kleineren Massensterben und die dramatische
Auslöschung am Ende des Paläozoikums bemerkenswert.
Kambri1Ein weiteres Highlight war die Eroberung des Landes durch Pflanzen,
die Sauerstoff photosynthtisch produzierten.Dazu benutzten sie das CO2 der Luft, das reichlich vorhanden
war.

Als Folge entwickelten sich Landtiere, die den Sauerstoff verbrauchten
und organische Stoffe an die Erde abgaben.

Die Biomasse verlagerte sich nun vom Wasser aufs Land.

Dies veränderte die CO2-Konzentration der Atmosphäre
drastisch, wie in der nachfolgenden Abbildung zu sehen ist.

_co20000Der Kurvenverlauf ist das Ergebnis eines geochemischen CO2-Modells.
Die Balken zeigen den den Bereich von Paläo-CO2
Messungen aus Kalkböden. Durch das Pflanzenwachstum stieg der
Kohlenstoffgehalt der Böden und dadurch der Carbonatgehalt
der Meere drastisch an. Dies führte zu einem kleineren CO2-Gleichgewicht
in der Atmosphäre.

Die Temperaturen sanken und es kam gegen Ende des Paläozoikums
zur ersten weltweiten Eiszeit. Im Perm entwickelten sich dann viele
Pflanzenfresser, die ein Gegengewicht zu den CO2-aufnehmenden Landpflanzen
bildeten.

Das Ende des Paläozoikums ist durch ein extremes Massensterben
gekennzeichnet, bei dem (geschätzt) 99% aller Arten ausstarben. Die
Ursache ist spekulativ. Vielleicht haben Meteoriteneinschläge oder
sibirische Vulkanausbrüche eine Klimaänderung herbeigeführt.

Paläozoikum:
Kambrium
(544 Millionen Jahre – 505 Millionen Jahre)
erdz1
Tektonik und Paläoklima
Cambri1Im Kambrium lag die Landmasse hauptsächlich als ein Kontinent
namens Gondwana vor. Er umfasste
die Urformen der vier heutigen südlichen Kontinente Afrika,
Südamerika, die Antarktis und Westaustralien, außerdem
Indien, Teile des heutigen Mexiko und Florida, Südeuropa und
wahrscheinlich auch China. Große Teile waren durch flache
Seen überflutet.Links die Landmasse im Kambrium (Anklicken
zum Vergrößern
)
Flora und Fauna

Das Kambrium ist durch die rasante Entwicklung fast aller wichtiger
Tierstämme gekennzeichnet, die man als Kambrium-Explosion
bezeichnet (siehe Abbildung oben). Am Ende dieser Periode existierten
alle Hauptstämme, wie

Schwämme, Würmer, Bryozoen (Moostierchen),
Hydrozoen, Armfüßer, Weichtiere (darunter die Gastropoden
und Vorläufer des Nautilus), primitive Gliederfüßer
(beispielsweise Trilobiten) und gestielte Stachelhäuter.

Eine Ausnahme waren die Wirbeltiere, sie entwickelten sich erst
im Ordovizium.

trilo2Bekannteste Fossilien sind die heute ausgestorbenen Trilobiten
(siehe links). Schon unsere Vorfahren kannten diese Fossilien. Man
fand in einer prähistorischen Siedlung in Arcy-sur-Cure in
Frankreich einen 15 000 Jahre durchbohrte Trilobiten, der als Amulett
verwendet wurde. Sie gehören als Vertreter der Arthropoden
(Gliedertiere) zu den am besten studierten paläontologischen
Organismen.Sie starben vor ca. 245 Millionen Jahren aus.
Paläozoikum:
Ordovizium
(505 Millionen Jahre – 440 Millionen Jahre)
erdz1
Tektonik und Paläoklima
ordov1Im Ordovizium fanden häufig Vulkanausbrüche statt, aus
deren Lava und Asche sich typische Gesteine bildeten. Die Kontinente
wurden oft überschwemmt, überhaupt fand Ende dieses Zeitalters
die größte Überflutung aller Zeiten statt. Ende
des Ordoviziums war eine der kältesten Zeitabschnitte überhaupt.
Der südliche Teil von Gondwana war eisbedeckt.Links die Landmasse im Ordovizium (Anklicken
zum Vergrößern
)
Flora und Fauna
ordovic

Szene aus dem
ordovizischen Meer

Das Leben war deshalb anders als im Kambrium. Typische Fossilien
sind Trilobiten, Muscheln , Brachiopoden und kieferlose
Fische als erste Wirbeltiere (Vertebraten).In den Ozeanen waren Algen weit verbreitet. vermutlich fand die
erste Besiedlung des Landes durch Pflanzen statt.

Gegen Ende dieses Zeitalters fand ein großes Massensterben
statt.

brach1Im Ordovizium gab es ca. 200 verschiedene Arten von Brachiopoden
(Armfüßer). (Fossil siehe links) Dies sind marine Tiere,
die wie Muscheln aussehen, besitzen aber eine davon unterschiedliche
Anatomie. Man findt sie heute eher selten in kalten Ozeanen in den
Polarregionen.
monogra2Ebenfalls typische Fossilen aus dieser Zeit sind Graptolithina
(oder Graptoliten) siehe links.Sie gehören zu den Hemichordaten und sehen meist wie Sägeblätter
aus.

Sie besitzen eine röhrenförmigen Querschnitt mit sägezahnartigen
Ausläufern.

Gegen Ende des Zeitalters registrierten die Forscher ein Massensterben
tropischer mariner Tiere (Bryozoen und Brachiopoden), vermutlich
durch Abkühlung des Klimas, Vereisung und Fallen des Meerespiegels.
Paläozoikum: Silur (440 Millionen Jahre – 410 Millionen Jahre)erdz1

 

Tektonik und Paläoklima
siluria1Das Silur ist weniger durch Vulkanausbrüche sondern durch
Abschmelzen des Eises und Ansteigen des Meeresspiegels gekennzeichnet.
Die silurische Welt bestand aus einem riesigen Meer im nördlichen
Polarbereich und dem Superkontinent Gondwana mit einem Ring
von ca. 6 Kontinenten. Das Klima war relativ stabil.Links die Landmasse im Silur (Anklicken zum Vergrößern)
Flora und Fauna

vsrfrof

ein typisches silurisches Korallenriff mit Seelilien und Kopffüßlern
In den silurischen Ozeanen waren Crinoide
(z. B Seelilien
= keine Pflanzen!),
Brachiopoden, und Korallen weit verbreitet. Sie bildeten
die ersten Riffe. Auch traten kieferlose Fische verstärkt
auf genauso wie die ersten Süßwasserfische und
Kiefer besitzende Fische. Daneben findet wiederum Trilobiten, Graptoliten,
Conodonten, Stromatoporoide, Muscheln und andere Molusken.
_cooksonIm Silur fand wohl die erste größere Besiedlung des Landes durch Pflanzen und Tiere statt.
Unter den Pflanzen sind Fossilien der Gattung Cooksonia
bekannt (siehe links), ein Gruppe Pflanzen mit verzweigten Sprossen
und Sporangien an den Sprossenden.Auch fand man Fossilien der ersten Spinnenartigen.

rechts sind versteinerte Seelilien aus dem Silur zu sehen
crinoids
Unten ist ein Psilophyt
zu sehen, kleine Pflanzen des mittleren Silurs mit horizontalen
Trieben über der Erdoberfläche und vertikalen Sprossen
mit Sporangien.
In den Meeren fand man Ostracodermi
(kieferlose Fische) mit verknöcherter Haut .
siluriap

ostrderm
Weiterführende Quellen:

Evolutionhttp://www.ucmp.berkeley.edu/
http://rainbow.ldeo.columbia.edu/courses/v1001/6.html
http://www.iup.edu/~rgendron/bi112-a.htmlx
http://www.nap.edu/readingroom/books/evolution98/contents.html
HTTP://biology.fullerton.edu/courses/biol_404/web/hol/hol_ch1.html
Fossilien, Gestein und Zeithttp://pubs.usgs.gov/gip/fossils/contents.html
Fossilienhttp://geology.er.usgs.gov/paleo/groups.shtml

http://www.geology.wisc.edu/~museum/

Lebende Fossilienhttp://www.palaeo.de/edu/lebfoss/ausstellung/index.html
Präkambrium, Geologiehttp://rainbow.ldeo.columbia.edu/courses/v1001/7.html
Präkambrium Organismenhttp://www.ucmp.berkeley.edu/vendian/critters.html
Leben im Kambriumhttp://www.ucmp.berkeley.edu/cambrian/camblife.html
Ordoviziumhttp://www.ucmp.berkeley.edu/ordovician/ordovician.html
Leben im Silurhttp://www.ucmp.berkeley.edu/silurian/silulife.html
Silurisches Riffhttp://www.mpm.edu/reef/reef-org.html
Paläozoikum (Online)http://www.gpc.peachnet.edu/~pgore/geology/historical_lecture/historical_outline.php
Karten der Erde der Vorzeithttp://www.scotese.com/
Erdgeschichte, Geologiehttp://pubs.usgs.gov/gip/geotime/contents.html
Hat dir dieser Artikel geholfen?

Comments on this entry are closed.