Kulturelle Evolution & Homo sapiens

3.3Evolution des Menschen; kulturelle Evolution,

Homo sapiens

Kulturelle Evolution
Neben der biologischen Evolution entwickelten sich seit der Gattung

Homo kulturelle Techniken, die ihm erlaubten, erfolgreicher in der Nahrungsbeschaffung

und im Kampf gegen Feinde zu sein. Dies kann besonders an folgendem abgelesen

werden.

  1. Die Anfertigung und der Gebrauch von Steinwerkzeug
  2. Neue Formen der Nahrungsbeschaffung und Zubereitung
  3. Die Besetzung neuer Lebensbereiche

Erste Werkzeuge

artifOln - Kulturelle Evolution & Homo sapiensObwohl von einige Schimpansen bekannt

ist, daß sie Werkzeug einsetzen, ist nie beobachtet worden,

daß sie diese systematisch formten, um besser damit arbeiten

zu können. Das erste Steinwerkzeug ist

von Homo habilis bekannt vor 2,5- 2,6 Millionen Jahren. (siehe

rechts)

Sie nutzten bearbeitete Steine

als Hammer- und Grabwerkzeug und um Tiere zu zerlegen.

artifAn - Kulturelle Evolution & Homo sapiens1 Million Jahre später konnte man

bei Homo erectus Steinäxte

finden mit präzise geformten Steinen. (siehe

rechts)

 

Je jünger die Fundstätten, desto zahlreicher ist das Werkzeug.

Ernährungsgewohnheiten

Die mehrere Tausend Australopithecines waren hauptsächlich Sammler

von Pflanzen und Früchten und ernährten sich nur gelegentlich

von Fleisch. Homo erectus jagte systematisch. Dies konnte man an den Resten

der Funde in Zhoukoudian, China sehen, die aus Knochen von Schweinen,

Schafen, Rhinozerossen Büffel und Hirschen bestanden. Auch Skelettteile

von kleinen Tieren wie Vögeln, Schildkröten, Hasen und Fischen

fand man genauso wie Reste von Muscheln. Daneben ernährten sie sich

ebenfalls von größeren Mengen Pflanzlicher Nahrung.

Besiedlung gemäßigter Zonen

Mit der kulturellen Entwicklung des Homo erectus begann eine neue Phase

der Evolution, in der natürliche Selektion durch kulturelle Erfindungen

verändert wurde. Deshalb nennt man diese Entwicklung auch Biokulturelle

Evolution. Kultur kann die Richtung der menschlichen Evolution

beeinflussen, indem sie nichtbiologische Lösungen auf Umwelteinflüsse

erzeugt. Dies reduziert die Notwendigkeit, mit genetischen Änderungen

auf Umwelteinflüsse zu reagieren. Normalerweise verursacht die natürliche

Selektion zusammen mit zufälliger Mutation bei der Besiedlung neuer

Areale Evolution.

herectm - Kulturelle Evolution & Homo sapiens

Homo erectus war die erste menschliche

Spezies, die ihren Lebensbereich in gemäßigte Zonen mit kalten

Wintern ausdehnte. Dies geschah vor mindestens 400,000

Jahren in Asien und vor etwa 800,000

Jahren in Europa (siehe oben).

Eine der wichtigsten Errungenschaften war die Nahrungsquelle Fleisch,

als Ergebnis des Jagens und die Konservierung für die winterliche

Ernährung.

Normalerweise reagiert die Evolution auf die Besiedlung von gemäßigten

Zonen mit kalten Wintern mit der Anpassung durch isolierendes Unterhautfettgewebe

und Behaarung. Homo erectus erreichte offensichtlich dasselbe durch Höhlenunterkünfte

und Fleisch als Nahrungsquelle.

Durch ihre Intelligenz und ihr akkumulierendes Wissen blieben sie im

Wesentlichen tropische Tiere. Die natürliche Evolution schritt weiter

in Richtung größeres Gehirnvolumen und Intelligenz voran.

Dieses Muster der Veränderung der natürlichen Selektion durch

die Kultur beschleunigte sich mit dem modernen Menschen.

Frühe Archaische Homo sapiens und ihre Zeitgenossen

Die Evolution von Homo erectus zum modernen Menschen

verlief wohl über mehrere 100 000 Jahre zunächst in Südeuropa

und Nordwestafrika vor mindestens 600,000 Jahren. In anderen Teilen der

alten Welt fand diese Entwicklung eher vor ca. 400 000 Jahren statt.

moht - Kulturelle Evolution & Homo sapiens

 

archhs - Kulturelle Evolution & Homo sapiensDer Übergang

zu unserer heutigen Spezies Homo sapiens war erst vor ca. 100,000

Jahren beendet. Manche Paläoanthropologen ordnen die älteren

Populationen in Europa und Afrika einer eigenen Spezies zu: Homo

heidelbergensis. Vor ca. 300,000 Jahren entwickelten

sich einige dieser Population zu den Neanderthalern

wieder andere zum archaischen

Homo sapiens.

Vor ca. 100,000 fand die Entwicklung der späten archaischen Homo

sapiens zum modernen Homo sapiens

statt.

Mindestens in einem Bereich in Südostasien

lebten einige Homo erectus-Menschen bis vor 60 000 Jahren.

Überreste des archaischen Homo sapiens hat man überall in Europa,

Afrika und Asien gefunden. Inwieweit zwischen diesen verstreuten Populationen

Austausch herrschte ist unklar.

Wichtige

Fundstätten früher Archaischer Homo sapiens

FundstätteJahre

zuvor

(ca.)

Gehirnvolumen
( in ccm)
Afrika:Lake Ndutu (nahe Olduvai

Gorge)

400,000? 
1100  
Broken Hill (Kabwe), Sambia
130,000+ 
1285  




China:Dali, Shaanxi Provinz
230-180,000  
 1120-1200    
Jinniushan, Liaoning Provinz
200,000  
1260  




Europa:  Arago Cave, Frankreich
400-300,000?
1150  
Bilzingsleben, Deutschland
425-200,000  
—–  
Terra Amata, Frankreich
400,000
—–  
Petralona Cave, Griechenland
300-200,000?
1190-1220  
Steinheim, Deutschland
300-250,000?
1100  
Swanscombe, England
300-250,000?
1325?
Vértesszöllös, Ungarn
210-160,000?
1115-1434  




Neanderthaler

Die am besten bekannten archaischen Homo sapiens waren die Neanderthaler.

Aus DNA-Analysen schließt man, daß sie eine Seitenlinie der

Hominidenentwicklung darstellen.

Sie lebten hauptsächlich in Europa von vor mindestens 130,000 Jahren

bis mindestens vor 29,000 Jahren. In den letzten 150 Jahren gab es eine

Menge Diskussion über diese Urmenschen, die bis heute weitergehen.

Manche Forscher zählen sie zu einer eigenen Spezies: Homo

neanderthalensis, andere halten sie für eine andere

Rasse unserer Spezies: Homo sapiens neanderthalensis.

neandm - Kulturelle Evolution & Homo sapiens

Die ersten Skelettteile fand man schon in der ersten

Hälfte des 19. Jahrhunderts in ganz Europa, unter anderem im

Neanderthal bei Düsseldorf. Danach wurden sie benannt.

Die Neanderthaler besaßen allgemein einen stärkeren

Knochenbau und hatten kräftigere Muskeln als der

moderne Mensch. Im Vergleich zu den heutigen Europäern waren

sie jedoch relativ klein (ca. 1,50 m) Aufgrund ihrer starken

Beinknochen kann man schließen, daß sie gute Läufer

waren. Ihre Schädel waren ziemlich tief im Vergleich zu unseren,

begleitet von einer flacheren Stirn.

 

Zusätzlich besaßen sie große Brauen und Nasen

jedoch nicht das dem modernen Menschen eigene Kinn.

Unten sehen Sie einen Vergleich der Gehirnvolumina verschiedener

Hominiden.

Bei einigen Neanderthalern wurden größere Gehirnvolumina

gefunden.

neandk1 - Kulturelle Evolution & Homo sapiens

 

Vergleich

der Gehirnvolumina

 Bereich

(cm2)

 Mittelwert

(cm2) 

Schimpansen
300-500  
—-
Australopithecines
413-530  
—-
Homo

habilis

500-750  
—-
Homo

erectus

800-1250  
1000
Neandertaler
1300-1750  
1400
moderner

Homo sapiens

900-2300  
1345
neander4 - Kulturelle Evolution & Homo sapiens

Die Neanderthaler waren Jäger, die oft in Höhlen wohnten, ihre

Toten rituell begruben und künstlerisch tätig waren (in Slovenien

wurde eine ca. 60 000 Jahre alte Flöte aus Bärenknochen gefunden).

Sie benutzten wie schon Homo erectus Feuer und bauten Hütten.

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