Evolution des Menschen

Übergang Tier – Mensch

Zu Beginn des Tertiärs ( vor 65 MJ)
entwickelten sich die ersten Primaten. Die Welt sah damals
noch anders aus. Nordamerika war mit Europa verbunden aber nicht mit
Südamerika. Indien war noch kein Teil Asiens und Australien lag
in der Nähe der Antarktis. Fast die gesamte Landmasse hatte tropisches
oder subtropisches Klima.
Diese Protoprimaten waren
den Eichhörnchen ähnliche, baumlebende Nachttiere,
die in warmem, feuchtem Klima lebten. Sie waren gute Kletterer mit
besonders gut ausgebildeten Augen und besaßen Pfoten und Klauen.
mMeso - Evolution des Menschen
aegyptp - Evolution des Menschen
Die ersten affenartigen Primaten
lebten im Oligozän vor ca. 34 Millionen Jahren. Man fand Fossilien
in Ägypten, China und Amerika. Einer dieser frühen Affen
war Aegyptopithecus.(siehe
links) Er war in etwa so groß wie eine Katze und ein baumlebender
Allesfresser. Im Oligozän fanden größere geologische
Änderungen statt. (gehen Sie mit
der Maus auf das Bild links, um mehr zusehen
)

 

mio_ape - Evolution des MenschenIm Miozän (23- 5 MJ) ging die Veränderung
der Erde weiter. Ein Großteil der Regenwälder in Afrika
und Asien verschwand zugunsten von Graslandschaften.
Daraus erwuchsen neue Selektionsdrücke und als Folge entwickelten
sich die Vorfahren der Menschenaffen.
Eine Gruppe dieser Affen, die sich an das Leben am Rand der Savannen
anpaßten und in der direkten Reihe unserer Vorfahren stehen
war Dryopithecus (siehe links).
Aus diesen Primaten entwickelten sich im späten Miozän (vor
ca. 5 MJ) die Hominiden. (gehen
Sie mit der Maus auf das Bild links, um mehr zusehen
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Fossile Hominiden, Australopithecinae


sahela - Evolution des Menschen
Der bisher älteste Fund eines Hominiden ( ca. 7 Millionen
Jahre) wurde 2002 im Tschad gemacht, ein Schädel des Sahelanthropus
tchadensis
mit menschlichen Gesichtseigenschaften
und der Größe eines Schimpansen.Er weist eine Mischung primitiver und höherer Merkmale auf
mit einer Verwandschaft zu den Schimpansen und Menschen. Das Schädelvolumen
betrug ca. 350 ccm. Die schwache Schnauzenbildung und kleine Eckzähne
deuten auf einen Menschen hin.
anamens - Evolution des MenschenSpätere Funde von Hominiden vor ca.
5 Millionen Jahren erfolgten in Ostafrika. Man hat inzwischen über
500 Knochen dieser Australopithecines
gefunden. Ab 3 Millionen Jahre waren sie auch in Südafrika
zu finden. Die afrikanischen Wälder schrumpften damals und trockene
Graslandschaften breiteten sich aus. In dieser Umgebung könnte
der aufrechte Gang eine Vorteil gewesen sein.
1995 fand Meave Leakey nahe dem Turkanasee in Kenia Überreste
einer 4,15 MJ alten Australopithecus-Spezies, die sie Australopithecus
anamensis
nannte.(siehe Kiefer links)

 

aust_f - Evolution des MenschenDie Australopithecines entwickelten sich weiter. Man geht
heute von insgesamt 6 Spezies aus:

  1. Australopithecus anamensis
  2. Australopithecus afarensis
  3. Australopithecus africanus
  4. Australopithecus
    robustus
    (oder Paranthropus robustus)
  5. Australopithecus
    boisei
    (oder Paranthropus boisei)
  6. Australopithecus
    aethiopicus
    (oder Paranthropus aethiopicus)

Die ältesten Australopithecus
afarensis
-Spezies lebten vor 4 Millionen Jahren. Daraus
entwickelten sich vor 3 Millionen Jahren Australopithecus
africanus
und vor 2,5 Millionen Jahren
Australopithecus äthiopicus

und später Australopithecus
boisei
.
Aus A. africanus entstand vor 2 Millionen
Jahren die robuste Form Australopithecus
robustus
,
die
vor 1 Million Jahren ausstarb
.

Gleichzeitig hatten sich neue Hominiden entwickelt, die Gattung Homo,
aus der der heutige Mensch entstanden ist.

map_a - Evolution des Menschen

Links sind alle Fundstätten der Australopithecines
verzeichnet. Wie man sieht lebten sie nur in Ost- und Südafrika.
Dabei entwickelten sie sich in eine Linie mit grazilem
Körperbau (A. afarensis und A. africanus)
und einer robusten Linie mit A.
robustus, boisei und aethiopicus.

Die Linie mit A. afarensis und A. africanus sind die
Vorfahren des moderneren Menschen.

 

1974 wurde ein zu 40% erhaltenes
Skelett von Australopithecus afarensis
gefunden das unter dem Lucy weltbekannt wurde (siehe rechts).
Es wurde auf 3,2 MJ datiert. Inzwischen hat man weitere Skelette davon
gefunden. Links unten ein Schädel von Australopithecus
afarensis. Dieser hatte einen schmalen sagitalen Kamm.
Die
weiblichen A. afarensis waren wesentlich kleiner wie die männlichen.
Sie waren die ersten bipedalen Hominiden.

afarens - Evolution des MenschenDie zweite grazile
Spezies
entdeckte 1924 Raymond Dart, ein australischer
Anatomieprofessor an der Universität von Johannesburg,
Südafrika in Form eines fossilen Schädels. Er nannte
die Spezies Australopithecus africanus.
Es waren die Überreste eines eines 3-4 Jahre alten Kindes.
(siehe unten rechts)

lucy - Evolution des Menschen

 

taung - Evolution des Menschen

Taung Kind
(Australopithecus africanus)
Inzwischen hat man viele weitere
Skelettteile von Australopithecus africanus
gefunden daneben aber auch solche mit größeren Knochen
und kräftigeren Kiefern. Robert Broom, der sie zwischen
1936 und 1949 entdeckt hatte nannte sie
Australopithecus
robustus
. Eine noch robustere Form wurde
1959 von Louis und Mary Leakey gefunden:
Australopithecus
boisei.
Wenig weiß man über Australopithecus
aethiopicus,
der vor 2,5 MJ lebte.
afrirob - Evolution des Menschen

Die robusten Formen hatten alle einen sagitalen
Kamm (siehe unten), waren massiger, größer und besaßen
stärkere Muskeln. Daneben ernährte sie sich vegetarisch von
harten Nüssen und Samen usw. Die grazilen A.
afarensis und A. africanus
dagegen
müssen sich aufgrund der Zahnanalyse von weicher Nahrung ernährt
haben.

ausbos - Evolution des Menschen
aaethiop - Evolution des Menschen
austrop - Evolution des Menschen

Schon vor 3 Millionen Jahren bewegten sich die Australopithecines genau
so effizient auf zwei Beinen wie der heutige Mensch. Ihre Hüftknochen
waren wie beim heutigen Menschen verkürzt und schalenförmig.
(siehe unten) Dies unterstützte den aufrechten Gang, indem
es den inneren Organen Halt gibt. Die längere Hüftpfanne der
Schimpansen ist eher für die 4-füßige Fortbewegung angepaßt.

pelvis - Evolution des MenschenDiese Schlußfolgerung ergibt sich
auch aus der vergleichenden Anatomie der Vordergliedmaßen (Füße
siehe unten
).
Das Fußskelett der Australopithecines ähnelt dem der Menschen
stark.

 

feetaus - Evolution des MenschenDie zweibeinige Fortbewegung war vermutlich
eine Anpassung an die offenen Graslandschaften des ausgehenden Tertiärs.

Man konnte besser in die Ferne sehen um neue Nahrung oder mögliche
Feinde auszumachen. der aufrechte Gang half, den Wärmehaushalt zu
kontrollieren, da die direkte Einstrahlung minimiert und die Abgabe verbessert
wurde.
Im Laufe der Evolution wurden die Beine der Australopithecines
länger als ihre Arme und Ihre Hände entwickelten sich dahingehend,
daß sie Objekte besser begreifen konnten.

crancom - Evolution des MenschenDie Skelettanatomie der späten Australopithecines
entsprach ziemlich der des heutigen Menschen mit Ausnahme des Schädels.
Der erwachsene Australopitehcus
hatte ein Gehirnvolumen von nur 1/3 (= 400-500 ccm) des heutigen Menschen.

Als Folge davon war der größte Teil des Schädels unterhalb
des Gehirns und das Gesicht war groß im Vergleich dazu. Sie hatten
große Zähne und Kiefer und entsprechend starke Kaumuskeln und
den typisch menschlichen parabolischen Zahnbogen.

Homininae
Aus der grazilen Austalopithecus-Form entwickelte sich vor ca. 2,5
Millionen Jahren die Gattung Homo, die ersten Menschen.
Wie seine Vorfahren waren die frühen Menschen relativ klein. Die
wichtigsten Unterschiede betrafen seinen Kopf. Der Gehirnschädel
war runder und das Gesicht war im Vergleich zum Australopithecus
kleiner.(siehe unten)

africscu - Evolution des Menschen
Australopithecusafricanus
habsku - Evolution des Menschen
früher Mensch
(Homo habilis)
Zwischen 1960 und 1970 wurden in Ostafrika
zwischen dem Turkanasee und Olduvau Gorge (Tansania) von Louis und
Mary Leakey die Reste von 2 Spezies ausgegraben:

Homo rudolfensis war eine wenig größer und besaß ein
kleineres Gehirn als Homo habilis. Viele Forscher sind der Meinung, daß
es sich um dieselbe Spezies handelt = Homo habilis.
Das Gehinvolumen war um einiges größer als das der Australopithecines,
zwischen 500 und 730 ccm..

Homo habilis hatte kleinere Zähne, besonders die Backenzähne
und einen kleineren Mund. Aufgrund der Zahnform läßt sich auf
weiche Nahrung schließen.

humanft - Evolution des MenschenVor 1.9 Millionen Jahren entwickelte sich aus Homo habilis Homo
erectus
.

turkb - Evolution des Menschen

Schädel von frühem Homo erectus

Einige Paleoanthropologen führen 2 verschiedene Spezies an: Homo
ergaster
und Homo
erectus
.
Die ergaster-Fossilien sind etwas älter (1.9-1.5
MJ) und stammen nur aus Ostafrika. Die meisten Funde von Homo
erectus
datieren vor 1.2-0.4 MJ.
Man fand sie überall in Afrika, Asien und dem südlichen Europa
(siehe unten).

mapers - Evolution des Menschen

Turkbo - Evolution des Menschen

Turkana boy

Homo erectus
entwickelte sehr erfolgreich Kulturtechniken, die ihm erlaubten,
sich an neue Situationen anzupassen.
Sie wanderten aus Afrika nach Asien und Europa und besiedelten dort
tropische und subtropische Zonen.
Überraschenderweise blieben sie bis vor 600 000 Jahren relativ
unverändert.
(links
die Verbreitung und Fundorte von Homo erectus).

1984 fand das Team um Richard Leakey’s am Lake Turkana ein nahzu vollständig
erhaltenes Skelett eines 12 Jahre alten Homo erectus- Jungen, der Turkana
boy
(siehe oben)
. Es war 1.6 Millionen Jahre
alt.

Besonders bemerkenswert sind die Funde von Homo
erectus
in Zhoukoudian, China, da hier 40 Skelette von
Homo erectus Männern, Frauen und Kindern samt Nahrung usw. gefunden
wurden. Man nannte diese Spezies ursprünglich Sinanthropus
pekinensis
(Peking Mensch)
. Sie waren 400 000 Jahre alt.

brainsiz - Evolution des Menschen


Vergleich der Seitenansicht der Schädel von Schimpanse,
Homo erectus und Homo sapiens

PekMan - Evolution des Menschen

Schädel vom Homo erectus (Peking
Mensch)

Das Skelett der Homo erectus-Menschen war bis
auf den Schädel mit unserem heutige identisch. Nur die Beinknochen
waren etwas dicker. Der Schädel war deutlich unterschiedlich.

Die Stirn war relativ flach und über den Augen fallen die großen
Augenbrauenwölbungen
auf (= supraorbital tori ). Das Schädelvolumen
des Erwachsenen betrug zwischen 850 und 1225 cm3
(im Durchschnitt
1000 ccm). Die Zähne liegen zwischen denen der Australopithecines und
denen der heutigen Menschen mit der Tendenz zu geringere Größe
je jünger der Fund. Dies legt den Schluß nahe, daß weichere
Nahrung
, mehr Fleisch bzw. gekochte Nahrung zu sich genommen wurde.

 

Weiterführende Quellen:

Evolutionhttp://rainbow.ldeo.columbia.edu/courses/v1001/6.html
http://www.iup.edu/~rgendron/bi112-a.htmlx
http://www.nap.edu/readingroom/books/evolution98/contents.html
HTTP://biology.fullerton.edu/courses/biol_404/web/hol/hol_ch1.html
Evolution des Menschenhttp://www.indiana.edu/~origins/links/evolinks.html
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http://www.biologie.uni-regensburg.de/Zoologie/Schneuwly/Hofbauer/Frame/sethb1.htm
http://www.wsu.edu:8001/vwsu/gened/learn-modules/top_longfor/lfopen-index.html
http://www.leeds.ac.uk/chb/humbmods.htmlhttp://www.indiana.edu/~origins/

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http://www.geocities.com/Athens/Acropolis/5579/TA2.html
http://www.sscf.ucsb.edu/~hagen/crania/#
http://evolution.rutgers.edu/
Taxonomie der Primatenhttp://daphne.palomar.edu/primate/
http://www.mc.maricopa.edu/academic/cult_sci/anthro/exploratorium/primates/
Primatenhttp://home.t-online.de/home/othmar.bahner/system.htm
http://www.primate.wisc.edu/pin/

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http://www.mc.maricopa.edu/anthro/exploratorium/primates/index.htmlhttp://www.neurophys.wisc.edu/brain/specimens/primates/index.html
Anatomie des Kehlkopfeshttp://www.informatik.uni-frankfurt.de/~ifb/exphon/ss97/kehlkpf2.html
Skelett http://www.eskeletons.org/

http://www.csuchico.edu/anth/Module/skull.html
Lucy-Testhttp://www.geocities.com/CapeCanaveral/Lab/8853/
Fossile Hominidenhttp://www.talkorigins.org/faqs/homs/
Hominiden in Chinahttp://www.cruzio.com/~cscp/index.htm
Karten der Erde der Vorzeithttp://www.scotese.com/
Erdgeschichte, Geologiehttp://pubs.usgs.gov/gip/geotime/contents.html
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