Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des Menschen

3.3Evolution des Menschen
Nach der Auslöschung der Saurier am Ende der Kreidezeit (vor 65
MJ) begann, wie zuvor schon erwähnt die Radiation der Säugetiere
und Vögel, die nun die leeren ökologischen Nischen der Saurier
besetzten. In diesem Zeitalter, dem Tertiär liegt auch der
Ursprung der heutigen Menschen.

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Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des Menschen

Die Wissenschaft, die sich mit dem Menschen beschäftigt heißt
Anthropologie.

Menschen sind dem Stamm der Vertebrata
(=Wirbeltiere) und den Amniota entsprungen (siehe Carbon),
zu denen neben den Amphibien, Reptilien und Vögeln auch die Klasse
der
Mammalia
(= Säugetiere) gehören.

amniotec - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des MenschenDie Säugetiere sind aus den synapsiden (siehe hier)
Reptilien hervorgegangen.Zu den Mammalia gehören die
Monotremata
(= eierlegende Säugetiere), die Marsupialia
(= Beuteltiere) und die
Eutheria
(= Plazentatiere, echte Säugetiere).Die echten Säugetiere waren bereits vorhanden, als die Dinosaurier
ausstarben.

Sie spalteten sich im Tertiär in eine Vielzahl von Ordnungen auf,
von denen wir schon einige wie die Perissodactyla,
die Proboscidea und
die Odontoceti
kennengelernt
haben. Zur Ordnung der Säugetiere gehören auch die
Primaten
(Herrentiere, heute ca. 190 Spezies). Die genau Zuordnung der Menschen
zu den Primaten ist unten rechts zusammengestellt. Unten links ist die
Entwicklung der Primaten den letzen 100 Millionen Jahren ersichtlich.

affen2 - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des Menschen

Oben ist ein Stammbaum der Primaten
dargestellt
Quelle links: http://www.biologie.uni-
regensburg.de/Zoologie/Schneuwly/Hofbauer/Hubio/hubi1.htm

Ordnung:
Primates

Unterordnung:

Prosimiae
(Halbaffen)

Infraordnung:
Tupaiformes (Spitzhörnchen)
Infraordnung:
Lemuriformes (Lemuren,
Makis, Fingertier) 
Infraordnung:
Lorisiformes (Loris,
Galago)
Infraordnung:
Tarsiiformes (Koboldmaki)

Unterordnung:
Simiae (Affen)

Infraordnung:Plathyrrhina
(Neuweltaffen)
Infraordnung: Catarrhina
(Altweltaffen)

Überfamilie:
Parapithecoidea +
Überfamilie: Cercopithecoidea
(Hundsaffen i.w.S.)
Überfamilie: Hominoidea
Familie:
Hylobatidae (Gibbon,
Siamang)
Familie:
Pongidae
Unterfamilie:
Dryopithecinae +

Unterfamilie: Ponginae (Menschenaffen)
Unterfamilie:
Ramapithecinae +
Familie:
Oreopithecidae +


Familie: Hominidae
Unterfamilie:
Australopithecinae +
Unterfamilie: Homininae:
Homo

Der Mensch ist eng mit den rezenten Primaten Schimpansen, Gorillas
und Orang-Utans verwandt. Darauf deuten Ergebnisse der Primatenforschung
und DNS-Analyse mit dem Vergleich von Menschenaffen und Mensch hin. (Unterschied:
1,6%, Gorilla: 2,3%, Orang-Utan: 3,6%). (Sibley und Ahlquist, The Journal
of Molecular Evolution, 30:202-236, 1990; derzeit allerdings noch in der
Kritik!) Der nachfolgende Stammbaum ist deshalb von dem nach körperlichem
Merkmalen etwas unterschiedlich.
Schimpansen und Gorillas haben 48 Chromosomen, wir 46. Mit den Schimpansen
teilen wir auch das Blutgruppensystem ABO.

cladohum - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des MenschenDiese Abstammung deckt sich mit der Feststellung Darwins
in seinem Buch “The Descent of Man” (1871), daß
der Mensch von affenähnlichen Vorfahren abstamme. Dies führte
damals zu weltweiten Kontroversen.Wir sind Mitglied der Gattung Homo mit dem exakten Namen
Homo sapiens sapiens.

Schon immer hat man den Menschen als ein besonderes Lebewesen angesehen.
Dabei sind seine körperlichen Fähigkeiten im Vergleich zu anderen
Tieren meist mittelmäßig oder denen unterlegen.

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eagle0 - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des Menschen
bat99 - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des Menschen
ray1 - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des Menschen
Jeder Hund ist dem Menschen in Sachen Hören
und Riechen deutlich überlegen. Greifvögel
können, wie jeder weiß fliegen und ihr Auge hat
eine weit höhere Auflösung als das des Menschen. Eine
Fledermaus oder ein Koboldmaki bewegt sich sicher bei totaler
Dunkelheit. Einige pazifischen Rochenarten orten mit
ihrem elektrischen Feld Freund und Feind.

Diese Liste kann man nahezu endlos weiterführen.

Als besonderes Merkmal wird unter
anderem der aufrechte Gang bzw.
die Zweibeinigkeit angesehen.

Diese Eigenschaften besaßen allerdings schon viele Dinosaurier
und Pterosaurier vor 200 Millionen Jahren und ihre Nachfahren,
die Vögel.
dino2 - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des Menschen

Die Menschen und Menschenaffen unterscheiden sich von allen
anderen Primaten durch das Fehlen eines Schwanzes. Weiterhin sind
sie intelligenter und mehr davon abhängig, für Ihr Überleben
Verhaltensmuster zu erlernen.

mapoap - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des MenschenDie heutigen Primaten Menschen leben mit Ausnahme des Menschen
alle in subtropischen und tropischen Biomen der alten und neuen
Welt.(siehe links)

Primaten sind allgemein clever, lebendig und sehr erfolgreich in der
Anpassung an die Umwelt. Körperlich sind sie eher unspezialisiert
im Vergleich zu anderen Tieren. Sie können nicht besonders gut riechen,
hören oder besonders schnell laufen und sie sind auch keine besonders
erfolgreichen Jäger. Auch fliegen können sie nicht. Alle Primaten
sind pentadactyl (5 Finger/Hand und Fuß). Jedoch ihre Hände
und Finger
sind speziell dafür ausgebildet, komplexe Objekte
zu manipulieren
(siehe unten). Dazu besitzen
sie auch sehr empfindliche Fingerkuppen und flache Nägel.

haende - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des Menschen
Alle Primaten haben eine bemerkenswerte Tendenz
zur aufrechten Körperhaltung
. Dies kann beim Stehen, Sitzen
und ihrem zeitweiligen aufrechten Gang beobachtet werden.
Ihre Schultergelenke sind sehr flexibel, was sie zu guten
Kletterern macht.
gorilla1 - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des Menschen

Gorilla

Die Primatenevolution ist ebenfalls durch eine Reduktion der Schnauze
und der Geruchsbereiche des Gehirns gekennzeichnet. Dagegen sind ihre
visuellen Fähigkeiten besonders ausgebildet in Richtung Farbensehen
und 3D-Wahrnehmung
.

chimphn - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des MenschenIm Vergleich zu fast allen anderen Tierarten ist das Gehirn bei
den Primaten relativ groß zur Körpergröße.
(links das Gehirn eines Schimpansen
(Pan trogladytes) im Vergleich zum menschlichen Gehirn
.

braingo1 - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des Menschen
braindel - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des Menschen
braindog - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des Menschen
braincat - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des Menschen

Oben die Gehirne von Gorilla
gorilla, Tursiops truncatus (Delphin)
, Canis
familiaris (Beagle-Hund), Felis catus (Katze)

Die Gehiren der Menschenaffen haben deutlich mehr Volumen
und eine größere Oberfläche als die von z. B. Hund und
Katze. Bemerkenswert ist das große Gehirnvolumen des Delphins. Die
Gehirnbereiche für manuelle Bewegung, Auge-Hand- Koordination
und und binokulares Sehen sind beim Primatengehirn besonders vergrößert.

Primaten haben eine lange Trächtigkeit und
Kindesentwicklung und die Bemutterung ist extensiv. Deshalb
ist die Anzahl der Nachkommen gering. Mehrlingsgeburten sind selten. Auch
leben Primaten ungewöhnlich lange.
Im Gegensatz zu den Primaten leben wir nicht hauptsächlich auf Bäumen
sondern ausschließlich am Boden. Gemeinsam haben wir wieder mit
den meisten den Tag und Nachtrhythmus und Aktivität am
Tag
.

kehlkopf - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des MenschenDer Mensch ist wie alle Primaten besonders sozial.
Den größten Teil seiner Zeit verbringt er mit anderen zusammen.
Dazu sind besondere Kommunikationsformen notwendig wie Sprache
und Gesten.
Eine Entwicklungstentenz war die Umgestaltung des Schädels mit
einer Verlängerung des Rachens und Absenkung des Kehlkopfes (siehe
links).

Als Folge konnte die Zunge vor-, zurück- auf- und abbewegt werden
womit unterschiedliche Hohlräume geschaffen wurden. Ein Nachteil
dieser Entwicklung ist, daß die Luft und Nahrungswege nun sich
kreuzen
, wodurch beim Schlucken Probleme erwachsen können. Da
diese Entwicklung bei den Menschenaffen nicht stattgefunden hat, können
sie nicht sprechen und nicht singen.

hum_com - Biologische Klassifizierung und Besonderheiten des MenschenDie menschliche Kommunikation beruht wesentlich
mehr als bei den anderen Primaten auf Tönen.

Unsere Sprachen sind komplexe symbolische Systeme, denen unser Gehirn
eine spezifische Bedeutung zuweist.

Auch die gegenseitige Pflege und Befriedigung psychologischer
Bedürfnisse
sind Merkmale. Die nachtaktiven Primaten sind das
nicht.
Bezüglich der Nahrung sind die Primaten sehr flexibel.
Die meisten sind Allesfresser, obwohl die pflanzliche Nahrung den
Hauptteil ausmacht.

Zusammenfassung der Evolutionstendenzen im Tertiär und
Quartär bei den Primaten und Hominiden

  • Verlagerung des Körperschwerpunkts auf die Hinterextremitäten
  • Entwicklung von Greifhänden
  • Starke Betonung des Gesichtssinnes
  • Farbensehen, Räumliches Sehen
  • Fortpflanzungsstrategie: Wenig Junge, dafür hohe Investition
    in die Nachkommen
  • Der aufrechte Gang mit umfangreicher Umgestaltung des Skeletts
  • Vergrößerung des Gehirnvolumens
  • Entwicklung der Sprache
  • umfangreiche Kommunikationsfähigkeit
  • intellektueller Fähigkeiten und Moral
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