Gewässerverschmutzung

2.3Umweltbelastung und Umweltschutz
2.3.3Störungen des
biologischen Gleichgewichtes in der Hydrospäre
  • Gewässerverschmutzung

Es gibt viele Beispiele, wie der Mensch in das Gleichgewicht
der Hydrosphäre eingegriffen hat. Dazu gehören:

  • Nutzung der natürlichen Wasservorräte
  • Einleitung von Abwasser in natürliche Gewässer
  • Verklappung von chemischen Industrieabfällen
    in den Meeren
  • Versenkung von radioaktiven Abfällen im Meer
  • Aufheizung der Gewässer
  • Schiffshavarien mit Ölverlust
  • Veränderung natürlicher Verläufe von
    Flüssen usw.

Die Abb. 13 zeigt die
typische Situation deutscher Bäche und Flüsse vor 30 Jahren:
Man sieht die Wasseroberfläche mit weißen Schaumkronen bedeckt.
Damals gelangten ungehindert waschmittelhaltige Abwässer der Industrie
und Haushalte in die Gewässer.
Die Detergenzien (seifenartige
Stoffe ) verringerten die Oberflächenspannung, sodaß für
Wasserläufer keine Chance bestand. Auch die Einzeller des Planktons
starben durch Veränderung der Permeabilität der Membran. Schlimmer
waren die anderen Bestandteile der Waschlauge: die Phosphate,
die damals noch den Waschmitteln als Wasserenthärter zugesetzt
waren. Als Folge davon traf man immer mehr Teiche und Seen an, die ein
übermäßiges Pflanzenwachstum zeigten. ( siehe Abb.
14
)

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Teilweise schwammen
tote Fische auf dem Wasser und es stiegen regelmäßig Blasen
auf.
In den Zeitungen konnte man später lesen, daß Flüsse
wie der Main und die Elbe biologisch tot seien, kein Fisch, kein
Insekt war mehr sichtbar.

Was war geschehen?

Phosphate sind Dünger für
Pflanzen
! Durch die Einleitung von waschmittelhaltigen
Abwässern wurden in den 60er Jahren die Produzenten faktisch gedüngt.

Folge: ein enormes
Wachstum, was wiederum die Populationen der Konsumenten der 1. und folgender
Ordnungen anwachsen ließ. Nun hatten auch die Destruenten mehr Arbeit.
Der ständige Zustrom von Phosphat führte also zu einer fortlaufenden
Erhöhung der Populationsdichten aller Mitglieder der Nahrungskette.
Man nennt die Anreicherung eines Gewässers mit Nährstoffen Eutrophierung.

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Der Vermehrungsprozess geht
solange gut, solange genügend Lebensraum und vor allem Sauerstoff
vorhanden ist. Da die Algen sich im oberen Bereich des Wassers aufhalten,
entweicht ein Großteil des zusätzlich produzierten Sauerstoffs
in die Atmosphäre. Bei andauernder Eutrophierung sterben die Arten
gemäß ihres Sauerstoffverbrauchs ab. Es bildet sich vermehrt
Faulschlamm. Da die Destruenten
der 2. Ordnung aerobe Bakterien sind, gehen auch diese zugrunde und es
bleiben die anaeroben Destruenten im Übermaß zurück, die
durch den See mit NH3 und H2S und
Methan
, also Giften anreichern:


das Gewässer ist umgekippt,
der See ist biologisch tot!

Viele Gewässer
erlitten damals dieses Schicksal. Auch Teile des Bodensees im Süden
Deutschlands waren nahe am Umkippen wie heute der biologisch tote Erie-See
im Norden der USA.

Man zog in den 70er Jahren die Konsequenzen
und brachte eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg, die bis heute
die Situation deutlich verbessert haben. Unter anderem waren dies:

  1. das Waschmittelgesetz
    von 1975, das den Herstellern vorschrieb den Gehalt an Phosphat in Stufen
    zu reduzieren. Heute besitzen alle Waschmittel Phosphat-Ersatzstoffe,
    meist Sasil, ein bioneutrales Mineral.
  2. Bessere Klärung
    der Abwässer
    , Einleitung nur noch vollständig geklärter
    Abwässer

Viele Kläranlagen erhielten
eine weitere 3. Stufe, um Salze zu entfernen.

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Heute gibt es viele Verordnungen, die dafür
sorgen, daß schadstoffbelastete Abwässer nicht mehr in natürliche
Gewässer eingeleitet werden dürfen. Große Probleme bestehen
weiterhin jedoch bei den Meeren, da es international zu deren Schutz noch
keine ausreichenden Vereinbarungen gibt.

Weitere Informationsquellen über Gewässerverschutzung
(siehe unten).
 

 

 

 

 


Abb. 13

Fluß mit Waschmittelschaum

umw02ca. 1970

 

 

 


Abb. 14

eutrophiertes Gewässer

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Abb. 15

Nahrungskreislauf See mit Eutrophierung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Abb. 16

Kläranlage

 

 

 

 

 


Abb. 17
Schema einer Kläranlage
(zweistufig)  

 

 

Eine Kläranlage sollte aus 3 Stufen bestehen: mechanische
Stufe
, biologische
Stufe
, chemische
Stufe
.

Mechanische Stufe:
entfernt groben Unrat

Biologische Stufe:
Mikroorganismen zersetzen die organischen Stoffe (mit O2)

Chemische Stufe:
Salze wie Phosphat werden ausgefällt

 

 

 

 

Weiterführende
Quellen:

Eutrophierunghttp://www.rrz.uni-hamburg.de/biologie/b_online/d55/55.htm
Greenpeace http://www.greenpeace.org/smar.html
Wattenmeer
Schutzstation Wattenmeer
http://www.umweltbundesamt.de/specimen/upb28.htm
http://home.t-online.de/home/0431677289-1/schutten.htm
Kläranlage:http://www.azv-breisgau.de/3_klaeranlage.htm
Verschmutzung der Meere http://geosun1.sjsu.edu/~dreed/105/pollution.html
http://www.panda.org/endangeredseas/
http://129.78.85.240/
Ökologiekurs für Schüler
http://www.utm.edu/departments/ed/cece/cece.html
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